Necrocene – Scumocracy

18.09.2026 - Death Metal - Personal Records - 31:21 Minuten

Die Italiener von Necrocene sind seit dem Jahre 2022 dabei und sind zu fünft unterwegs. Natürlich zocken alle Protagonisten noch in anderen Bands, aber diese sagen mir leider gar nichts. 2024 kam zum Kennenlernen eine EP heraus und nun, zwei Jahre später, kommt das erste vollständige Album namens Scumocracy via Personal Records.

Dass die Burschen nicht den italienischen Preis für musikalischen Schöngeist gewinnen wollen, ist völlig klar und sofort nach den ersten Klängen des kloakigen, düsteren und etwas zerstörerischen Intros (Threshold) spürbar und natürlich nach dem Opener Ordinary Enemy auch hörbar. Gitarre rechts, Gitarre links und dann langsam ins Geschehen einsteigen, um dann im old schooligen Tempo zu agieren. Der Gesang ist dreckig und screamig. Ansonsten ballert man im Midtempo herum und erhöht am Ende des Parts das Tempo und baut einen kleinen Refrain mit ein, bevor man dann zum düsteren und melodischen Teil kommt. Sehr lecker. Ein Riff wird jetzt länger gezogen, kombiniert mit einem langsamen Move. Break und dann das langgezogene Riff mit Tempoverschärfung und Wiederholung des Refrainparts und dem Anfang. Am Ende gibt es eine kleine Explosion und fertig. Ja, das ist Death Metal, der absolut nicht neu ist, aber ziemlich gute Laune verbreitet und das Publikum zum Mitmachen animiert, besonders natürlich bei dem Refrainpart und den Textzeilen Ordinary Enemy.

Wen wundert es da, dass Tempestarii da gnadenlos ansetzt? Langsam und doomig steigt man ins Geschehen ein. Ein Part, den man sicherlich schon so des Öfteren bei anderen Combos gehört hat, aber eben schockt. Ein hauchiger Schrei dazu und nach einem Break geht es mit einem recht geilen rhythmischen Midtempo weiter. Da muss der Kopf des geneigten Death-Metal-Fans einfach rauf und runter gehen, das steht außer jeder Debatte. Das ist alles alte Schule wie Sau und sicherlich nicht technisch anspruchsvoll, aber weit davon entfernt, stumpf oder einfach zu klingen. Dann wieder Break und die Gitarren spielen vor und in alter Death-Manier wird ein Riff lang durch das Dorf gezogen und ab ins Uptempo der Altrecken. Klaro, alles schon da gewesen und wahrscheinlich auch besser, aber trotzdem habe ich meine wahre Freude daran. Man kehrt zum Midtempo zurück und nach einigen Screams zu einem melodischen, düsteren und langsamen Part, welcher mit einem fetten Solo kombiniert wird. Yeppo, hat was und dann ist auch Schluss. Sehr schön, denn man versucht nicht, den Song künstlich in die Länge zu ziehen.

Neben diesem etwas gediegenen Tempo klingt Scale Of Grey wie eine Uptempo-Abrissbirne hoch zehn. Von Anfang an wird hier der Hammer herausgeholt, geschwungen, wieder eingepackt und zu einer Wiederholung gezwungen. Geiles Riffing dazu und die Maschine läuft. Death Metal kann und sollte so einfach sein und mit relativ wenigen Mitteln einfach überzeugen. Klaro, hier schreibt ein alter Sack. Die Jüngeren unter euch sehen das vielleicht etwas anders, aber bei mir ist es eben so. Und, abgesehen davon, klingt das Ganze nicht nur nach einer billigen Kopie, sondern eher nach einer beeinflussten Leidenschaft und einem Gefühl, welches unbedingt raus muss. Herrlich. Nach einer Minute nimmt man das Tempo heraus und liefert einen langsamen, beinahe schon atmosphärischen Part, dann ein Solo, baut den Song wieder auf und ballert noch einmal. Auch hier kann man Scale Of Grey mitschreien, wenn man Bock hat.

Dieser melodische und langsame Anfang von Scumocracy kommt einem auch sehr vertraut vor, wird aber in ein geiles Riff umgewandelt. Ansonsten knattert der Song im druckvollen Midtempo geil aus den Boxen. Das alte Prinzip wird natürlich auch verwendet und auch hier stehen die alten Death Pate und ich werde auch im erhöhten Alter nicht aufhören, dieses geil zu finden. Die Gitarre spielt vor und dann folgt ein altbackener Uptempo-Moment. Kann ich nicht genug von bekommen. Aber der Song bietet definitiv mehr. Rhythmus- und Tempowechsel stehen auf der Agenda, bis man dann zu einem längeren, langsamen und headbangerfreundlichen Part kommt und diesen ausbaut. Hier trieft es nach Old School Death Metal und so lässt man den Song enden und hängt ein kleines Outro ran.

Und so geht es eigentlich immer weiter und weiter, nachdem man mit (Stillpoint) noch ein zweites Intro eingebaut hat. Songs wie Human Lithification oder Weapons Of The Damned (geiles Ding) hauen in die gleiche Kerbe.

Hier geht es für weitere Informationen zu Necrocene – Scumocracy in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Necrocene – Scumocracy
Fazit zu Scumocracy
Die Italiener von Necrocene legen keinen Wert auf neumodischen Krams und knattern lieber dreckig und altbacken herum. Ohne wirklich technische Raffinessen an den Tag zu legen, hört man old schooligen Death Metal, der weit davon entfernt ist, stumpf oder langweilig zu klingen. Im Gegenteil. Das amerikanisch angehauchte Songwriting hat es absolut in sich, auch wenn man natürlich nichts Neues anbietet. Klaro, es handelt sich ja auch um old schooligen Death Metal. Der Gesang ist nicht so tief, aber eben schön dreckig und geil und die Produktion auf alt getrimmt, aber absolut drückend und transparent. Klaro, klingen die Originale wie Death, Massacre oder Possessed noch einmal anders, aber dieser klassischen Death Metal mit Ausflügen ins Thrashige macht definitiv Spaß.

Anspieltipps: Scale Of Grey und Scumocracy
Michael E.
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