Sie sind keine Freunde großer und vor allem vieler Worte. Ihre Social-Media-Präsenz lässt ebenso zu wünschen übrig wie ihre Live-Aktivitäten. Und doch sind Wolfbrigade das Maß der Dinge in Sachen Crust Punk. Ziemlich genau zwölf Monate nach der Doppel-Beschallung von Hostile Wasteland und Kill To Live hauen die Schweden endlich ein dreckiges Dutzend neuer Crust-Kracher raus. Nachdem die Kollegen von Disfear ihr Ableben bekannt gegeben haben, bleibt Wolfbrigade der alleinige Thorn überlassen. Howl From Underground lässt keinen Zweifel daran, dass dies verdient ist, denn allein der Song Doomrunner ist die verkrustete Krone, die der Fünfer lieber durch den Dreck zieht als sie zu tragen.
Gleich zu Beginn regiert der mächtige D-Beat, der alles gnadenlos niederwalzt, was ihm in den Weg kommt. Mit Caveman Motherfuck setzen Wolfbrigade die erste Duftmarke, nur um diese mit Doomrunner ganz locker zu übertreffen. Mit fiesen Effekten gespickt, metzelt sich der Zwei-Minuten-Song von einem Ohr durch das verwesende Grau des Gehirns zum anderen Ohr. Dazwischen lassen sie eine gähnende Leere zurück – ein mentales Ödland.
Das Wolfsrudel ist wieder auf der Jagd
Mikael Dahls kehlige Growls haben schon etwas Beängstigendes an sich, denn sie halten der druckvollen, übermächtigen Sound-Wand stand. Jeder andere Schreihals wäre eingeknickt vor diesem Phone-Tsunami. Als wenn das alles noch nicht brutal genug ist, dann kommt ein Break und ein mörderischer Bass reißt einem den Rest der missratenen Seele aus dem Leib. Einen Ausweg lassen Wolfbrigade nicht offen. Die zwölf Stücke gehen ineinander über, wie die Salven eines Flakgeschützes.
Mit schier übernatürlicher Kraft drücken einen die simplen, aber höchst wirkungsvollen Riffs auf den Boden und lassen die Hoffnung auf eine kleine Verschnaufpause schwinden. Doch diese gönnen uns Wolfbrigade nicht, schon gar nicht, wenn sie eine solch schonungslose Keule wie Cold War Bootlicker raushauen. Selbst die kalten, schwarz-metallisch anmutenden Harmonien, die in sich den gewaltigen Orkan einflechten, zeigen nicht das geringste Mitleid.
Eine wahrhaftige D-Beat-Odyssee
Während Wolfbrigade einen unbeachtet im eigenen Dreck krepieren lassen, holen sie kurz vor dem Ende mit Tangled Steel Mask noch einmal zum todbringenden Schlag aus. Das kurze, harmonische Intro führt auf eine falsche Fährte. Fast vier Minuten lang prügelt die Crust-Maschine noch ein letztes Mal los, bevor ein kurzes Fade-out das halbstündige Crust-Gewitter beendet. Die Energie überschlägt sich förmlich. Danach Ruhe, nichts, Ende.
Hier geht es lang für weitere Informationen zu Wolfbrigade – Howl From Underground in unserem Time For Metal Release-Kalender.



