Band: Wolfbrigade
Ort: Schweden
Album: Kill To Live
Label: Metal Blade
Release: 10.10.2025
Genre: Crust Punk, D-Beat
Link: https://wolfbrigade.bandcamp.com/music
Bandmitglieder:
Vocals – Micke Dahl
Gitarre – Erik Norberg
Gitarre – Jocke Rydbjer
Bass – Johan Erkenvåg
Schlagzeug – Dadde Stark
Tracklist:
- March Of The Wolves
- Power And Greed
- No Heart Bleeds
- Road To Dreams
- Mindprowler
- Enter The Gates
- Bastards
- In Darkness You Feel No Regets
- No Future
- Barren Dreams
Nackt im Studio mit Unmengen an Wodka alte Songs zocken. Nur für den Spaß an der Sache. So ist das Bild einer typischen, schwedischen Punk-Combo. Die Vorzeige-Crusties von Wolfbrigade sind da nicht anders, wenn ihren raren Facebook-Einträgen Glauben zu schenken ist. Was sich nach Party anhört, ist aber eine Adrenalinexplosion im arktischen Eismeer. Dass Wolfbrigade den Inbegriff des räudigen Crust Punks verkörpern, ist nichts Neues. Sie sind anti-establishment in allen ihren Fasern. Attitüde und gnadenlose Musik sind alles, was zählt. Da werden dann mal eben zehn alte Haudegen im eigenen Studio von Gitarrist Jocke Rydbje Wolfden Studio live rausgehauen, dass die Wände beben.
Die Idee, die eigenen Geschichten neu einzuspielen, ist nicht neu – live und ohne doppelten Boden, ist schon ein Wagnis. Für eine überzeugte Punk-Band ist das aber kein Problem. Wenn’s klappt, ist alles top gelaufen, wenn nicht, ist es halt der hohe Punk-Faktor, der die Band ausmacht. Im Falle von Kill To Live funktioniert das Ansinnen bestens. Wolfbrigade killen mit jedem Song das Tageslicht. Die Gitarren schneiden in die Seele, der D-Beat-Panzer überrollt jegliche Sehnsucht und Micke Dahls heiseres Gebrüll lässt jeden Sonnenuntergang in kalten Grautönen erfrieren.
Was viele Möchtegern-Musikversteher als stumpfes Geballer abtun mögen, ist halt Crust Punk. Damit werden keine Wettbewerbs-Pokale oder Schönheitspreise gewonnen. Trotzdem spielt der Schweden-Fünfer in der Champions League ganz vorne mit, seit der ersten 7-Inch-Veröffentlichung mit den Hannoveraner Grinden von Audio Kollpas. Crust Punk ist Wut, Aggressionen und Enttäuschung auf die einfache und direkte Art: direkt in die Fresse eben. Und mit Wolfbrigade macht dies am meisten Spaß, wenn der Weltuntergang, das Ende der Zivilisation, Armageddon, die sieben Plagen und das letzte Gericht in einer einzigen 27-minütigen Lärmorgie gefeiert werden.
Selbst vermeintlich melodiöse Anflüge wie beim monströsen In Darkness You Feel No Regets sorgen nicht für Lichtblicke, sondern stärken die kalte, desolate Stimmung. Die Jungs müssen einen Heidenspaß im Studio gehabt haben. Bei der Intonation von No Future lassen sie förmlich fühlen, wie alle fünf Kehlen den Titel in ihre Mikros brüllen. Und der brutale Lemmy-Gedächtnis-Bass in Barren Dreams formt das Bild von unfruchtbaren, todgeborenen Träumen in den leeren Gehirnwindungen der Menschheit. Und im Hintergrund poltert der mächtige D-Beat, wie ein Schlachtross, das furchtlos auf den Feind zu galoppiert.




