Friendship Commanders, Support Angel Grove am 15.05.2026 im Highlander Pub, Mayen

Vollgas und Lautstärke am Limit, trotz leerer Reihen

Bands: Friendship Commanders, Angel Grove

Ort: Highlander Pub, Marktstraße 56, 56727 Mayen

Datum: 15.05.2026

Kosten: 10 €

Genre: Stoner Rock, Alternativ Rock, Indie Rock, Noise Rock, Punk Rock

Veranstalter: Broken Music

Link: https://www.facebook.com/events

Kurz vor dem offiziellen Beginn des Abends im Highlander Pub herrscht hier am heutigen Abend noch eine seltsam leere Atmosphäre. Am Eingang begrüßen wir Thomas von Broken Music. Es ist heute der erste Konzertabend von Friendship Commanders, die von hier aus ihre erste Europatour starten.

Angel Grove: Vollgas trotz leerer Reihen

Als Support sorgen Angel Grove trotz wenig Andrang für gute Stimmung. Die Band aus der Vulkaneifel bringt genau den Sound mit, den Fans von melodischem 90er-Skatepunk lieben: schnelle Songs, eingängige Refrains und jede Menge Energie. Man hätte vielleicht erwarten können, dass einige Fans der lokalen Supportband hier mit am Start sind. Vlt. sind die beim gestrigen „Vatertag“ auch „versackt“.

Frontmann Sven an Gesang und Gitarre jagt gemeinsam mit Til an Gesang und Gitarre, Bassist Jan sowie Schlagzeuger Tim durch das Set, als gäbe es kein Tempolimit. Die fehlenden Gesichter vor der Bühne scheinen sie nicht zu stören, sie geben Tempo, als wäre es hier brechend voll. Die Songs sind kurz, direkt und voller Melodien, die sofort im Ohr bleiben. Dabei erinnert vieles angenehm an klassische kalifornische Punkrock-Bands der Neunziger, ohne dabei wie eine bloße Kopie zu wirken. Angel Grove schaffen es, dieses nostalgische Feeling mit eigener Spielfreude und ehrlicher Begeisterung zu verbinden.

Angel Grove, Highlander Pub Mayen; Pic by Big Simonski

Im Mittelpunkt des Sets stehen dabei auch mehrere Songs ihres im vergangenen Jahr erschienenen Albums Pencilcase. Songs wie To The Floor, Edge Of The World und Skate Punk Prophets funktionieren live hervorragend und sorgen mit ihren eingängigen Refrains bestimmt schnell für Bewegung vor der Bühne, wenn dort eine entsprechende Anzahl an Fans wäre.

Die schnellen Drums von Tim treiben die Songs gnadenlos nach vorne, während Jan am Bass ordentlich Druck macht und Sven und Til immer wieder eingängige Gitarrenleads und mehrstimmige Gesänge einstreuen. Zwischen den Songs bleibt kaum Zeit zum Durchatmen. Bis auf ein paar kurze Ansagen setzt die Band lieber auf Tempo, Dynamik und maximale Energie. Jeder Song wirkt, als würde die Band ihn mit voller Überzeugung spielen.

Man merkt, dass Angel Grove hier nicht einfach etwas abspulen, sondern mit echter Leidenschaft spielen. Da kann auch die (mangelnde) Zuschauerzahl nichts dran rütteln.

Friendship Commanders: Lautstärke am Limit

Nun sind Friendship Commanders dran und im Highlander Pub herrscht an diesem Abend immer noch eine seltsam leere Atmosphäre. Gegenüber dem Support eben ist es nicht voller geworden, doch Buick Audra und Jerry Roe spielen vom ersten Moment an so, als würden sie vor einer Festivalmenge stehen: kompromisslos, intensiv und vor allem unfassbar laut.

Schon früh entwickelt sich der Gig zu einer akustischen Grenzerfahrung. Die Gitarren drücken mit brachialer Wucht durch den kleinen Club, während Jerry Roe hinter dem Schlagzeug ein massives rhythmisches Fundament errichtet. Zwischen den Songs ruft der Mann am Mischpult den beiden irgendwann grinsend zu, sie seien sogar lauter als Motörhead. Später macht im Raum zudem die Zahl von 119 Dezibel die Runde: ein Pegel, bei dem das Thema Hörschäden definitiv nicht mehr übertrieben wirkt. Trotzdem wird an der Lautstärke offenbar nichts verändert. Friendship Commanders spielen kompromisslos weiter und verwandeln den Highlander Pub in einen vibrierenden Klangkessel. Songs wie Keeping Score und Drain, oder Still Life werden gespielt. Buick Audras markante Stimme schneidet sich zwar kraftvoll durch den massiven Sound, allerdings möchte ich hier das Thema Hörschäden noch einmal betonen.

Friendship Commanders, Highlander Pub Mayen; Pic by Big Simonski

So wird aus dem Song Still Life ein unbarmherziges Still Live mit einer intensiven Live-Wirkung. Zwischen düsteren Spannungsbögen und eruptiven Ausbrüchen zeigt die Band hier ihre ganze Stärke für Dynamik und Atmosphäre..

Die geringe Zuschauerzahl wirkt dabei fast surreal. Vor nur wenigen Menschen liefern Friendship Commanders einen Auftritt ab, der sich anfühlt, als wollten sie den kompletten Club aus den Angeln heben. Was bleibt, sind klingelnde Ohren und ein Konzert, das wohl niemand, der hier im Raum war, so schnell vergessen dürfte.

Fazit

Der Abend im Highlander Pub zeigt zwei Bands, die sich trotz überschaubarer Zuschauerzahl professionell und mit voller Leidenschaft in ihre Auftritte werfen. Angel Grove überzeugen mit sympathischem Highspeed-Skatepunk und spürbarer Spielfreude, während Friendship Commanders den kleinen Club mit brachialer Lautstärke und massiver Intensität an seine Belastungsgrenze bringen.