The Sword am 12.05.2026 im Knust, Hamburg

Huldigt den schwarzen Sabbat

Event: The Sword – European Tour 2026

Bands: The Sword, Earthless

Ort: Knust Hamburg, Neuer Kamp 30, 20357 Hamburg

Datum: 12.05.2025

Kosten: VVK circa 37,00 € plus Gebühren, AK 49 €

Zuschauer: ca. 300 Menschen

Genre: Heavy Rock, Heavy Metal, Doom Metal, Hard Rock, Psychedelic Rock, Stoner Rock

Link: https://knusthamburg.de/

Setlist The Sword:

  1. Empty Temples
  2. Book Of Thoth
  3. Tears Like Diamonds
  4. Mist & Shadow
  5. Sea Of Green
  6. Celestial Crown
  7. Barael’s Blade
  8. Maiden, Mother & Crone
  9. Freya
  10. To Take The Black
  11. The Horned Goddess
  12. Dying Earth
  13. Iron Swan
  14. Cloak Of Feathers
  15. Winter’s Wolves

Rund um die Jahrtausendwende sind viele musikalische Geschichten auserzählt. Die Hochphase des Grunge ist bereits lange vorbei und auch Nu Metal und Thrash Metal scheinen für die junge Generation nur noch bedingt reizvoll zu sein. In Texas besinnt sich John D. Cronise auf die Anfänge der Heavy Musik und findet dazu passende Mitstreiter. The Sword sind geboren und liefern mit Age Of Winter (2006) und Gods Of The Earth (2008) zwei Platten, die nahezu den Anfängen von Black Sabbath, Led Zeppelin und Co. in den frühen 70ern huldigen. Modern verpackt gibt es einen Stoner-Einschlag, aber primär legen The Sword Heavy Rock oder Proto Metal auf den Tisch, der eine Weiterentwicklung der Musik aus den frühen 70ern darstellt. Der Lohn sind unter anderem Support-Slots für Trivium oder Metallica.

In der späteren Phase ändert sich der Style leicht. Weitere 70er-Jahre-Einflüsse, allen voran in Richtung Hard Rock, von zum Beispiel Thin Lizzy oder Lynyrd Skynyrd, sind auf Apocryphon zu entnehmen. Trotzdem ist die Platte eins der erfolgreichsten Releases von The Sword. 2022 lösen sich The Sword offiziell auf, veröffentlichen aber 2024 eine Coverversion von Locomotive Breath. Seit 2024 gibt es bezüglich Studioarbeit nichts zu vermelden. Dafür sind The Sword wieder auf den Bühnen unterwegs, unter anderem vergangenes Jahr auf einigen Festivals in Europa. 2026 sorgt das Desertfest dafür, dass The Sword wieder nach Europa kommen und die nicht gebuchten Tage zwischen den Festivals mit einigen Live-Gigs füllen. Hamburg ist eine gute Adresse für Stoner und Psychedelic Rock, was sich auch bei The Sword zeigt. Das Knust ist nicht ausverkauft, aber mit circa 300 Leuten gut besucht.

Leider sind die Zeiten für Menschen, die den ÖPNV nutzen, im Veranstaltungszentrum Knust sehr unfreundlich, allen voran durch die aktuellen Bauarbeiten und damit verbundenen Komplikationen. Zum Beispiel in Richtung Südosten gibt es gegen 23:30 Uhr die letzte Möglichkeit des Tages, wo bedingt durch den Schienenersatzverkehr allerdings bis zu 90 Minuten mehr Reisezeit eingeplant werden müssen. Bei Konzertbeginn um 21 Uhr und Konzertende gegen Mitternacht, bedeutet dieser Sachverhalt für einige Fans, dass der Gig von The Sword nur zum Teil verfolgt werden kann. Das Knust führt die hohe ÖPNV-Nutzung in der City heute nahezu ad absurdum. Wer das Konzert komplett sehen will und über die Elbe muss, der wird auf den PKW zurückgreifen.

Instrumental und psychedelisch agieren Earthless

Earthless – Knust, Hamburg – 2026

Gegen 20 Uhr ist Einlass, um 21 Uhr steht der Opener des Abends auf dem Programm. Earthless kommen aus Kalifornien und spielen einen experimentellen, psychedelischen Rock, der oftmals instrumental dargeboten wird. Ein Song wie Uluru Rock nimmt gleich eine gesamte Seite auf einer LP in Anspruch. Technisch ist das Spiel sehr beschlagen, Show und die Musik selbst sind eine Geschmacksfrage. Auf der Bühne steht diverses Equipment, sodass der Bewegungsradius sehr gering ist, was bei dieser Art der Musik aber nicht weiter stört. Es gibt Fans, die die fünf Nummern abfeiern, genauso aber auch Leute, die nach draußen gehen und auf den Headliner warten. Wer eher aus der Black-Sabbath-Schiene kommt, dürfte mit Earthless nicht unbedingt warm werden. Eine glatte Stunde hat das Trio, bevor die Bühne für den Headliner hergerichtet wird.

22:30 Uhr und Zeit für den Headliner. Ohne großes Brimborium, aber untermalt mit Musik von Queen, entern John D. Cronise und seine Mitstreiter die Bühne. Was sofort auffällt: Die US-Band verwechselt differenzierten Sound mit penetranter Lautstärke. Allen voran der Gesang von Cronise ist derart drüber, dass die Nummern nur bedingt zum Genuss werden. Es kommen alle Spuren sauber aus den Boxen, nur übertönen die Vocals die Saiten und die Drums derart, dass es in den Ohren schmerzt.

The Sword sind auf den Spuren von Ozzy und Co.

The Sword – Knust, Hamburg – 2026

Genug gemeckert. Vom Set liefern The Sword genau das erhoffte Programm und das nennt sich Age Of Winter und Gods Of The Earth. Nach Sea Of Green wechseln die Protagonisten das Saitenequipment. Celestial Crown macht den Anfang. Es folgen gleich fünf weitere Stücke, darunter Freya und To Take The Back, das schon fast Thrash-Metal-Elemente bereithält. Dazu bildet sich vor der Bühne ein passender Moshpit. Der Geist von Ozzy schwirrt nicht nur einmal durch die Location, wo sich auch die beiden Nummern von der Apocryphon (Dying Earth und Cloak Of Feather) mit einreihen. Mit Winter’s Wolves gehen die Protagonisten nach 75 Minuten von der Bühne und die Fans in der Location erwarten eine Zugabe. Dem ist aber nicht so. Nach einer kurzen Pause ertönt Musik aus der Konserve und das Licht geht an. So endet der Auftritt von The Sword in Hamburg unspektakulär und insgesamt etwas kurz.

Wer auf Ozzy und Black Sabbath steht, kommt bei den frühen The-Sword-Sachen auf seine Kosten. Es ist keine Kopie, aber die Einflüsse sind überdeutlich. Die Location hat sich aber bereits während des Konzerts aus den bereits angesprochenen Problemen im ÖPNV geleert, und selbst für die funktionierenden Verbindungen wird es nach Mitternacht dünn, sodass die Fans zügig den Laden verlassen und in Richtung U-Bahn hetzen.