Andernacher Metal Days 2026 am Mittelrhein am 01.05. und 02.05.2026 im Juz Live Club in Andernach (1. Tag)

Das beliebte Metal-Festival am ersten Maiwochenende findet bereits zum dritten Mal statt

Eventname:  Andernacher Metal Days

Bands:  Fabolous Desaster, Warwolf, Gun Barrel, The Other, Crematory,  Onslaught, H.E.A.T

Ort: Juz Live Club, Stadionstr. 88, 56626 Andernach

Datum: 01. –  02.05.2026 (Einlass: ab 14:00 Uhr)

Kosten: Festivalticket 83,00 €, Festivalticket und Camping 105,00 € (zzgl. Gebühren und Versandkosten)

Genre: Hard Rock, Trash Metal, Dark Metal, Heavy Metal, Progressive Metal, Power Metal

Veranstalter: Juz Live Club Andernach (https://www.juzliveclub.de/)

Link: https://www.juzliveclub.de/programm/andernach-metal-days/

Die liebe Judith war mal wieder für uns in Andernach unterwegs. Lest hier, was sie bei den Andernacher Metaldays  am ersten Tag erlebte:

Blauer Himmel, strahlender Sonnenschein, ein laues Lüftchen – beste Voraussetzungen, um am arbeitsfreien „Tag der Arbeit“ mit einer gepflegten Portion guter Mucke um die Ohren in den Wonnemonat Mai zu starten. Bereits zum dritten Mal finden in diesem Jahr die Andernacher Metal Days statt und eröffnen damit für mich auch die diesjährige Festivalsaison. Um 14:00 Uhr ist Einlass aufs Gelände, zu dem ich es nicht pünktlich schaffe, da ich noch zu einer anderen Veranstaltung eingeladen bin. Somit verpasse ich leider auch die beiden ersten Bands, Fabolous Desaster und Warwolf, die jedoch beide, wie mir mehrfach bestätigt wurde, einen engagierten Job abgeliefert haben und somit eine perfekte Einstimmung für den Tag waren.

Gun Barrel

Die erste Band des Tages sind somit Rolf Tanzius und seine Mitstreiter von Gun Barrel für mich, die erst im vergangenen Jahr einen beachtlichen Auftritt nach längerer Pause hier im Juz hatten. Ihre musikalische Mischung aus Heavy Rock und Power Metal verspricht immer gute Laune, was man besonders dem Basser Tomcat Kintgen immer wieder ansieht. Ein Glücksfall für die Band ist sicherlich, dass sie im letzten Jahr ihren, aus Brasilien stammenden, Sänger Vinnie gefunden hat, der mittlerweile bestens mit dem Bandrepertoire vertraut ist und einen tollen Job am Mikro abliefert.

Gun Barrel, Andernacher Metaldays 2026, Pic by Judith S.

Leider warten alle Fans bislang weiter auf das bereits im letzten Jahr angekündigte neue Album Decibel Demons, aber gut Ding will Weile haben, und so wird halt zu Klassikern wie Frontkillers, Bombard Your Soul, Bashing Thru abgefeiert, bevor Battle Tester das Set für heute beendet.

The Other

Das Schöne an Festivals ist ja, dass man dort verschiedene Spielarten härterer Musik zu hören bekommt, und so freue ich mich als Nächstes auf die aus Leichlingen bei Köln stammenden Horrorpunker von The Other. Sie zählen zu einer der bekanntesten Vertreter dieses Genres, ganz in der Tradition der Misfits, und hatten erst im vergangenen Jahr ihr neustes Werk Alienated veröffentlicht, von dem es mit I Give You The Creeps, Gost From The 80s und I Need Blood natürlich was zu hören gibt. Dabei erweist sich der wilde Mix aus Rock und Rockabilly, Gothic, Metal und Punk bis hin zu Psychedelic-Anleihen als sehr partytauglich, was zu einem großen Teil auch dem charismatischen Frontmann Rod Usher zu verdanken ist, der mit launigen Ansagen ans Publikum unterhält und dafür abgefeiert wird. Trotz geschminkter Horrormasken hinterlässt das Quintett einen äußerst sympathischen Eindruck, was sich auch hinterher noch bestätigt, als sie noch lange am Merch-Stand für Gespräche und Selfies zur Verfügung stehen.

The Other, Andernacher Metaldays 2026, Pic by Judith S.

Crematory

Mit Crematory steht nun als Nächstes ein wahres Urgestein der deutschen Gothic-Metal-Szenen auf der Bühne. Bereits seit 1991 aktiv, sind mit Markus Jüllich (Drums), Katrin Jüllich (Keys) und Felix Stass (Vocals) noch drei Gründungsmitglieder dabei, die ebenfalls einen neuen Longplayer dabei haben und direkt mit dem Titelsong Destination einsteigen. Wie nicht anders zu erwarten, beweisen die Goth-Rocker ihre Live-Qualitäten. Nach vorne treibendes Drumming und Metal-Riffs treiben den growlenden Frontmann Felix zu Höchstleistungen an, was vom anwesenden Publikum dankbar abgefeiert wird.

Onslaught

Auf die nun angekündigten Trash-Veteranen von Onslaught freuen sich heute viele Kuttenträger, wie man auch an der sich immer mehr füllenden Halle sieht. Immerhin liegen einige Jahre krankheitsbedingter Auszeit hinter Gitarrist und Gründungsmitglied Nige Rockett, in denen nicht immer klar war, ob und wie es für ihn mit der Band weitergehen kann. Doch heute steht er hier mit seinen Mannen auf der Bühne, vielleicht noch immer nicht zu 100 % wiederhergestellt, was aber seine Spielfreude in keiner Weise trübt. Leider scheiden sich beim Sound die Geister. Für mich ist es tatsächlich die einzige Band am gesamten Wochenende, bei der die Regler viel zu sehr auf Laut gedreht sind. So flüchte ich in die hinteren Bereiche des Juz, um von dort einer intensiven und brachialen Trash-Metal-Show beizuwohnen, die viele glückliche und ausgepowerte Fans hinterlässt.

Onslaught, Andernacher Metaldays 2026, Pic by Judith S.

H.E.A.T

Wahnsinn, wie schnell so ein Festivaltag doch rumgeht, schon ist Zeit, mit den Schweden von H.E.A.T den heutigen Headliner zu begrüßen. Und wieder wechselt das Genre, jetzt ist melodischer Hard Rock, ganz in der Tradition von Europe und Co., angesagt. Mit den Klängen zu Disaster, der ersten Singleauskopplung des aktuellen Longplayers Welcome To The Future, stürmen die fünf Skandinavier die Bühne und starten eine energiegeladene Rockshow allererster Sahne.

Goldkehlchen Kenny Leckremo, der mit dem neuen Album nach Jahren der Abstinenz wieder zur Band gestoßen ist, wirbelt wie ein Irrwisch über die Stage und animiert mit Stimme und ausladender Gestik das Publikum zum Mitmachen, was dieses sich nicht zweimal sagen lässt. Auch seine vier Mitstreiter lassen sich nicht lumpen, besonders Bassist Jimmy Jay gefällt durch Extreme-Posing in bester 80er-Jahre-Manier, angefeuert durch das druckvolle Drumming von Don Crash, der seine Kollegen von hinten zu Höchstleistungen anfeuert. Da kommen nicht nur die Musiker ins Schwitzen, bei steigenden Temperaturen kommt schon so etwas wie Saunafeeling auf.

H.E.A.T., Andernacher Metaldays 2026, Pic by Judith S.

Die Setlist setzt sich heute aus Songs der gesamten Schaffensperiode zusammen, wobei doch auch die neue Single Set Me On Fire nicht fehlen darf, die momentan auf den Rocksendern rauf- und runterläuft. Nach der Partyhymne Beg Beg Beg folgt ein kurzer Break. Drummer Don Crash feiert heute seinen 40. Geburtstag, da ist es doch Ehrensache, dass er von allen Anwesenden ein Ständchen gesungen bekommt. Danach darf er natürlich bei seinem Solo noch zeigen, was er alles so draufhat, bevor es schon bald mit A Shot At Redemption Zeit ist, Bye-bye Andernach zu sagen.

Mein Fazit Tag 1 der Andernacher Metal Days: Ein wirklich abwechslungsreiches Programm mit einem würdigen Headliner, den ich bestimmt nicht zum letzten Mal gesehen habe.