Thorium – Suburban Rot

06.06.2026 - Emanzipation Production - Death Metal - 40:39 Minuten

Viele reden gerade über die alte dänische Band Dominus, da der Sänger und Gitarrist Michael Poulsen, den ja der eine oder andere von der Band Volbeat kennen könnte, mit Asinhell wieder eine Death-Metal-Band am Start hat. Neben Illdisposed waren Dominus sicherlich eine der bekanntesten Bands Dänemarks. Die Band Thorium gibt es aber auch schon seit 1997 und sie hat den Gitarristen Jens Peter Storm in ihren Reihen. Dieser wiederum hat bis 2000 bei Dominus gespielt und so schließt sich der Kreis. Bis 2024 veröffentlichte die Band sechs Alben und nun hauen Thorium ihr siebtes Ding namens Suburban Rot raus.

Schon nach den ersten Klängen von Abra Macabre wird klar, dass man es hier mit älteren Genossen bzw. mit Genossen, die ältere Klänge lieben, zu tun hat. Im langsamen Tempo und mit einem auf alt getrimmten Sound startet man das Death-Metal-Gewitter. Eine langsame, düstere Melodie gesellt sich dazu und man fühlt sich sofort irgendwie in den Neunzigern verhaftet. So baut man den Song langsam auf und bleibt, auch nach dem Einsatz der Vocals, im langsamen Bereich aktiv, allerdings steigert man sich so langsam, bis man dann im schnellen Midtempo landet. Dafür ist natürlich das Drumming zuständig. Markante Riffs prasseln auf einen nieder und liefern eben das ab, was Thronium schon immer gemacht haben. Der Death Metal ist nicht besonders technisch verankert, aber geht sofort ins Ohr und treibt ohne Ende. Man legt viel Wert auf Rhythmus und auf das Riffing. Dieses setzt sich fest und kann mich überzeugen. Die Vocals sind düster und Screams verdunkeln dann auch noch das Dasein. Abra Macabre kann man schön mitschreien. Am Schluss wird es gerade im Gesangsbereich noch einmal wild und man erzeugt dadurch ein gewisses Chaos. Das Tempo wird kurz angezogen. Man kehrt zurück zum Midtempo und bietet einen feinen Groove, der den Song auch beendet.

Druckvolles Stakkato gibt es dann bei Endless Disgust zu hören. Man legt hier zwischendurch mal einen Zahn zu und knattert im oldschooligen Sinne durch das Gebälk. Danach baut man erneut diesen typischen Groove ein, ballert wieder und lässt dem Stakkato-Gewitter noch einmal freien Lauf. Mit langsamem Tempo und melodisch angehauchtem Riffing baut man den nächsten Part auf und wechselt geschickt das Tempo. Dann geht es wieder zurück zu den Stakkato-Attacken, und ehe man sich versieht, ist der Song auch schon vorbei.

So richtig am Ballern und Knüppeln sind sie bei dem Song MG42, und das freut einen Krachbanausen wie mich natürlich insbesondere. Kann man so machen. Schöner, straighter Song, der absolut auf die Zwölf geht. Nach einer Sprachnachricht mit Maschinengewehrklängen geht der Song sofort in die Vollen. Langgezogener Growl und schnelle Ufftata-Attacken bestimmen das Geschehen und man groovt zwar auch hier, aber das Tempo ist eben höher. Hier geht es hin und her und alles ziemlich fix. Sehr geil, gefällt mir absolut gut, zumal die Riffs natürlich auch sitzen. Hier ist Action und Stimmung. Das Tempo wurde passend zum Titel gewählt. Besonders diese Uptempoparts sind ziemlich geil. Es wird noch einmal eine Sprachpassage eingefügt und dann wird gegroovt, bis der Notarzt kommt und wieder geht. Nun ist man treibend unterwegs und fügt einen Hauch von Melodie dazu, um am Ende dann noch einmal im oldschooligen Sinne zu knüppeln. Besonders diese fetten und kranken Screams sollte man hören. Kommt sehr geil.

Das melodische Riffing bei Suburban Rot im schnellen Midtempo klingt so was von geil. Da bleibt kein Nacken still. Der muss sich bewegen. Im aggressiven Midtempo drückt man ordentlich und wechselt dann zu einem Groove. Dafür haben sie echt ein Händchen, und zur rechten Zeit erhöht man das Tempo. Immer unterschwellig hört man die technischen Fähigkeiten heraus. Diese sind wirklich zweitrangig, aber eben vorhanden.

Thorium haben echt ein gutes Händchen für das Songwriting. Dieses zeigt sich darin, dass sie es verstehen, zur rechten Zeit das Tempo oder den Rhythmus zu wechseln, wie z. B. beim Song Shelter.

Gitarrist JP Storm hat das Teil selber produziert und von Tue Madsen, dem dänischen Studiohelden, im Antfarm Studio mischen und mastern lassen. Die Produktion lässt keinen Platz für Gemecker. Das Artwork stammt vom venezolanischen Künstler John Quevedo Janssens und spiegelt visuell die Themen des Albums wider. Es geht um den Verfall der Stadt und den Zusammenbruch des Menschen.

Bring The Children To Me wurde als Single ausgekoppelt und spiegelt den Klang von Thorium anno 2026 sehr gut wider. Sehr düster geht man zu Werke und verarbeitet eben diese inhaltlichen Komponenten wie Angst, Verfall und psychische Probleme. Eine Art Sprechgesang wird mit eingebaut. Ansonsten groovt man ohne Ende und bietet in der Rhythmusfraktion so einiges. Dieses dunkle Riffing klingt schon sehr bedrohlich. Cooler Song mit einer echt krassen Atmosphäre.

Hier geht es für weitere Informationen zu Thorium – Suburban Rot in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Thorium – Suburban Rot
Fazit zu Suburban Rot
Die dänische Death-Metal-Institution Thronium führt ihren vernichtenden Weg gnadenlos fort und liefert auch anno 2026 skandinavischen Old School Death Metal ab, der brutal, düster und groovig zugleich ist. Man spürt und hört förmlich, dass die Burschen auch nach dreißig Jahren brennen und so richtig Bock haben. Alles voller Energie und Power. Das Songwriting ist sehr auf das Groovige ausgelegt, aber man bietet auch genügend schnelle Attacken und wartet mit guten Rhythmuswechseln auf. Hinzu kommen eben interessante Riffs, die sofort hängen bleiben, und teilweise eine dunkle Atmosphäre. Die Produktion steht den Songs in nichts nach. Schönes Ding, und ich hoffe, dass sie mal mit Maceration und Illdisposed auf Tour gehen, vielleicht ja noch Asinhell dazu. Sei es drum, das Album hier schockt.

Anspieltipps: Abra Macabre und MG42
Michael E.
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