Moontowers – Lethal Messiah

12.06.2026 – Doom Metal, Heavy Metal – Fucking Kill Records – 46:25 Minuten

Die Rückkehr der Towerlords

Endlich ist er da: der zweite Longplayer der Koblenzer Heavy-Doom-Macht Moontowers. Lethal Messiah heißt das gute Stück und dürfte nicht nur im Rheinland sehnsüchtig erwartet worden sein. Nachdem das Debüt Crimson Harvest mitten in der Corona-Zeit erschien und dadurch nie wirklich die Bühne bekam, die es verdient hatte, steht nun Album Nummer zwei bereit, um die Ernte einzufahren. Ich durfte mit Kuschke und Dommermuth bereits im Vorfeld ein Interview dazu machen, welches ihr hier nachlesen könnt.

Für die Veröffentlichung des neuen Albums hat sich die Band diesmal erstmals Label-Unterstützung ins Boot geholt. Mit Fucking Kill Records wurde dafür genau die richtige Adresse gefunden. Dort erscheint Lethal Messiah am 12.06.2026 und wird direkt in mehreren streng limitierten Vinylauflagen veröffentlicht – klassisches schwarzes Vinyl, eine Orange-Ivory-Marbled-Version sowie Picture-Vinyl dürften insbesondere Sammler schnell aufhorchen lassen. Auch für Mix und Mastering holte man sich mit Jan JanoschGensheimer Fachkompetenz.

Moontowers, Florinsmarkt 2022
Pic by Big Simonski

Moontowers sind ohnehin längst mehr als nur ein Geheimtipp der regionalen Undergroundszene. Als sich die Band vor mittlerweile acht Jahren formierte, sorgte das zumindest im Großraum Koblenz durchaus für Aufmerksamkeit. Schließlich fanden sich hier vier Musiker bekannter Szene-Bands zu einer Art Koblenzer Supergroup zusammen: Dommermuth (Blueside), Kratz (Metal Inquisitor), Baulig (Secutor) und Kuschke, den viele natürlich vor allem durch die Black-Thrash-Legende Desaster kennen.

Die Band formulierte ihre musikalische Grundidee damals selbst mit den Worten: „Am Anfang war das Riff.“ Und genau dieses Credo hört man Lethal Messiah jederzeit an. Bereits damals ließ sich das musikalische Konzept von mir persönlich wohl am treffendsten als „Heavy Speed Doom Metal“ umschreiben – und genau dort setzen Moontowers auch auf dem neuen Album wieder an.

Zwischen Heavy Metal und tonnenschwerem Doom

Musikalisch knüpfen Moontowers dort an, wo Crimson Harvest aufgehört hatte – nur deutlich selbstbewusster und abwechslungsreicher. Direkt der Opener Towerlords überrascht zunächst mit ordentlicher Heavy-Metal-Schlagseite. Und eigentlich müsste ich hier mittlerweile Urheberansprüche anmelden 😉 Hatte ich doch bereits im damaligen Crimson-Harvest-Review geschrieben: „Nun also das ersehnte Album der vier Towerlords, mit dem sie die purpurrote Ernte ihres Schaffens einfahren.“ Der Song selbst galoppiert kraftvoll nach vorne und wirkt fast wie eine Hymne auf die eigene Bandidentität. Kuschke erklärte dazu, dass dieser Song der Opener des Albums ist, bereits im Interview: „Daher haben wir den als Opener gewählt, weil er direkt nach vorne geht! Wenn wir direkt mit einem langsamen, depressiven Track angefangen hätten, dann wäre das vielleicht für den einen oder anderen etwas zu viel gewesen.“ Als ausgewiesener Doom- und Moontowers-Fan lasse ich das ausnahmsweise natürlich durchgehen.

Moontowers, Florins Markt Koblenz 2018,
Pic by Big Simonski

Doch schon mit Leviathan kriecht die typische Doom-Schwere immer tiefer aus den Boxen. Gewaltige Riffs treffen auf treibende Rhythmen und erzeugen genau diese Mischung aus Druck und Atmosphäre, die Moontowers perfekt beherrschen. Zusammen mit Kenoma und The Absence Of Empathy gehört der Song bereits länger zum Live-Repertoire der Band. Gerade The Absence Of Empathy entwickelt sich dabei zu einem absoluten Highlight des Albums. Schwer, schleppend und finster walzt sich der Song voran, während Dommermuth mit seiner tiefen, eindringlichen Stimme eine fast schon zeremonielle Atmosphäre erzeugt.

Epic, Atmosphäre und starke Refrains

Auch Privatuum Inferno überzeugt mit düsterer Intensität und starken Gesangsmomenten, während Kenoma vor allem durch seinen sofort hängenbleibenden Refrain punktet. Überhaupt versteht es die Band hervorragend, selbst in tonnenschweren Doom-Strukturen immer wieder eingängige Hooks einzubauen, ohne dabei ihre Härte zu verlieren. Mit Eviscerator wird es anschließend episch. Der Song baut eine monumentale Stimmung auf. Der Titeltrack Lethal Messiah wiederum vereint letztlich alles, was Moontowers ausmacht: schwere Doom-Atmosphäre, klassischer Heavy Metal und genau die richtige Portion Vorwärtsdrang. Überhaupt fällt auf, wie abwechslungsreich das Album bleibt.

Gesanglich lotet Dommermuth auf dem Album neue Facetten aus. Immer wieder setzt er andere Akzente und verleiht den einzelnen Songs dadurch zusätzliche Eigenständigkeit. Kurz vor Schluss stemmt sich dann Prometheus noch einmal titanengleich aus den Boxen und liefert einen weiteren monumentalen Höhepunkt.

Moontowers, Andernach Metaldays 2023
pic by Big Simonski

Ein melancholischer Schlusspunkt

Die größte Überraschung wartet allerdings ganz am Ende: Gaia’s Last Call beschließt das Album auf ungewohnt melancholische Weise. Gemeinsam mit Gastsängerin Mona Lay entsteht hier ein atmosphärisch dichter, fast schon wunderschöner Abschluss, der eine völlig neue Seite von Moontowers zeigt. Der Einsatz einer weiblichen Stimme funktioniert dabei hervorragend und verleiht dem Song eine emotionale Tiefe.

Hier! geht es für weitere Informationen zu Moontowers – Lethal Messiah  in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Moontowers – Lethal Messiah
Fazit zu Lethal Messiah
Mit Lethal Messiah liefern Moontowers ein starkes, atmosphärisch dichtes und bemerkenswert abwechslungsreiches Heavy-Doom-Album ab. Die Band verbindet schwere Doom-Riffs mit epischer Heavy-Metal-Energie und schafft es dabei jederzeit, spannend und dynamisch zu bleiben. Wer auf klassischen Doom und Heavy Metal mit Atmosphäre, starken Refrains und echter Underground-Seele steht, sollte dieses Album unbedingt auf dem Schirm haben.

Anspieltipps: The Absence Of Empathy, Prometheus und Gaias Last Call
Juergen S.
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