Eventname: An Evening With Machine Head EU/UK 2026
Headliner: Machine Head
Ort: MHP Arena
Datum: 06.05.2026
Kosten: ca. 54–70 €
Genre: Thrash Metal
Setlist:
- Imperium
- Ten Ton Hammer
- Chøke Øn The Ashes Øf Yøur Hate
- Now We Die
- The Blood, The Sweat, The Tears
- Is There Anybody Out There?
- A Thousand Lies
- Beautiful Mourning
- Slaughter The Martyr
- Blood For Blood
- Game Over
- Old
- Øutsider
- Locust
- Bønescraper
- Darkness Within (Acoustic)
- Catharsis
- Bulldozer
- From This Day
- Davidian
- Halo

Es ist Mittwochabend in Ludwigsburg. Ich bin gerade noch rechtzeitig kurz vor Beginn angekommen und sehe aus allen Richtungen strömende Fans auf die MHP Arena zulaufen. Viele davon in alten Burn-My-Eyes– oder The-Blackening-Shirts. Schnell wird klar – hier kommen Generationen von Machine-Head-Fans zusammen. Manche haben die Band bereits in den Neunzigern gesehen, andere erleben heute ihre erste An Evening With…-Show. Und genau diese besonderen Konzertabende genießen unter Fans mittlerweile fast schon Kultstatus. Für mich wird das jedoch eine Premiere, nachdem ich die Band zum letzten Mal 2025 als Headliner beim Summer Breeze sehen durfte. Keine Vorbands, keine Umbaupausen, dafür über zweieinhalb Stunden Machine Fucking Head. Genauso muss das sein. Die Vorfreude ist daher schon mal riesig.
Aus den Lautsprechern erklingt zunächst Bohemian Rhapsody, dann ist es 20 Uhr und die Halle wird dunkel. Aus den Lautsprechern erklingt das Intro von In Comes The Flood. Auf den Leinwänden flackern heroische Bilder, Fahnen mit dem berühmten Machine-Head-Logo wehen im Wind – fast schon wie der Soundtrack zu einer bevorstehenden Schlacht. Feuerfontänen schießen in die Höhe und Imperium walzt mit voller Wucht durch die Arena. Auf mich persönlich springt die Energie von der Bühne direkt über, jedoch ist bei den ersten Songs nur in den ersten Reihen eine entsprechende Resonanz da, die ich schon von der ganzen MHP Arena erwartet hätte.
Mit Ten Ton Hammer, Chøke Øn The Ashes Øf Yøur Hate und Now We Die arbeitet sich die Band schon zu Beginn einmal quer durch ihre Diskografie. Es ist einfach beeindruckend, wie viele extrem gute Songs die Band in über drei Jahrzehnten Bandgeschichte kontinuierlich geschrieben hat. Besonders beeindruckend ist dabei erneut Robb Flynn. Der mittlerweile über 50-jährige Kalifornier ist für mich der Inbegriff eines Metal-Frontmanns. Zwischen aggressiven Shouts, melodischen Gesangsparts und permanentem Kontakt zum Publikum, dirigiert er die Show mit unglaublicher Präsenz und zeigt, auf welchem Niveau man auch noch nach so langer Zeit sein Lebenswerk zelebrieren kann. Musikalisch befindet sich die Band ohnehin in absoluter Höchstform. Gitarrist Reece Scruggs ergänzt die Riffs perfekt, während Bassist Jared MacEachern gemeinsam mit Drummer Matt Alston das rhythmische Fundament brutal präzise nach vorne treibt.
Spätestens jetzt bei Is There Anybody Out There? beginnt auch die schwäbische Crowd langsam aufzutauen. Die ersten Circle Pits entstehen und Robb Flynn muss zumindest nicht mehr permanent die Menge animieren. Besonders gut gefällt mir auch wieder das Bühnenbild bei Beautiful Mourning. Die Bühne taucht in düstere Farben, Kirchenfenster flackern über die LED-Leinwand -Elemente. Licht und Videosequenzen passen einfach echt perfekt zu allen Songs, wie könnte man es auch anders von diesen Profis erwarten.
Mit Slaughter The Martyr folgt anschließend einer der atmosphärischsten Songs des Abends. Der Track beginnt beinahe mystisch, bevor er sich in ein aggressives Monster verwandelt. Live entfaltet der Song noch einmal eine ganz andere Wucht als auf Platte. Flynn erzählt, dass die Show in der MHP Arena zum 25-jährigen Jubiläum von Burn My Eyes wegen Covid damals gecancelt werden musste. Mit Blood For Blood, Old und A Thousand Lies haben Machine Head das heute aber schon wieder ganz gut ausgeglichen. Mal sehen, was uns noch erwartet.
Danach gibt es keine Verschnaufpause mehr. Øutsider einer meiner Lieblingssongs vom 2025 erschienenen Album Unatøned und Locust aus 2011, reißen die Halle endgültig auseinander. Die Feuerfontänen kehren zurück, Crowdsurfer fliegen über die Köpfe hinweg und das Publikum erreicht nun endgültig Betriebstemperatur. Besonders Bønescraper entwickelt sich live zu einer absoluten Abrissbirne. Aber was jetzt gerade geschieht, ist ebenfalls ein absolutes Highlight für mich. Die Akustikversion von Drakness Within ist live einfach überragend, und das sieht die Menge scheinbar nicht anders. Die gesamte Halle singt das „Do do do“ zum Schluss ohne Flynn, und da macht sich die Gänsehaut mal wieder breit.
Doch Machine Head wären nicht Machine Head, wenn sie den Abend ruhig ausklingen lassen würden. Bulldozer entfacht eine gigantische Wall Of Death, die den Innenraum endgültig eskalieren lässt. Danach folgen mit From This Day und Davidian zwei absolute Klassiker, die eindrucksvoll zeigen, wie zeitlos viele Songs der Band mittlerweile geworden sind. Besonders Davidian sorgt für kompletten Ausnahmezustand. Die komplette Arena schreit den legendären Refrain mit.
Den Abschluss bildet schließlich Halo. Fast neun Minuten lang zelebrieren Machine Head noch einmal alles, was diese Band ausmacht: epische Melodien, brutale Härte und eine Atmosphäre, die unter die Haut geht. Die letzten Töne verklingen und für mich der endgültige Beweis, dass Machine Head nichts ihrer Präsenz und technischen Fertigkeit verloren haben. Sie sind noch immer eine unverrückbare Größe der Metalszene und werden das wohl auch noch lange bleiben. Klare Empfehlung für jeden, der die Möglichkeit hat, einen Abend mit Machine Fucking Head zu verbringen.



























