Witching Hour – Descending… Where Time Has Ceased To Exist

22.05.2026 – Ancient Black Metal, Heavy Metal, Black Metal, Thrash Metal, Speed Metal – Dying Victims Productions – 43:06 Minuten

Mit Descending… Where Time Has Ceased To Exist melden sich Witching Hour eindrucksvoll zurück. Das vierte Studioalbum der saarländischen Formation ist am 22.05.2026 über Dying Victims Productions erschienen und neben einer CD sowohl als reguläre schwarze Vinyl-Version als auch als limitierte grüne Special Edition inklusive Patch erhältlich. Parallel dazu werden ältere Veröffentlichungen der Band erneut auf Vinyl zugänglich gemacht – ein passender Zeitpunkt also, um auf zwei Jahrzehnte Bandgeschichte zurückzublicken.

Nach fast acht Jahren seit dem Vorgänger …And Silent Grief Shadows The Passing Moon wirkt das neue Material wie die konsequente Weiterentwicklung des eigenen Sounds. Witching Hour verbinden erneut Black-, Thrash-, Speed- und klassischen Heavy Metal mit düsteren Elementen und erschaffen daraus jene eigenständige Mischung, die die Band selbst als „Ancient Black Metal“ bezeichnet.

Dichte Atmosphäre und lange Spannungsbögen zwischen Dunkelheit, Raserei und epischer Atmosphäre

Nach dem 2½-minütigen Intro Descending zieht es den Hörer mit dem Titeltrack Where Time Has Ceased To Exist bereits tief in die unheilvolle Klangwelt der Witching Hour hinein. Rasende Tremolo-Gitarren, aggressive Blastbeats und immer wieder auftauchende epische Melodiebögen erzeugen eine Atmosphäre, die gleichermaßen roh wie hypnotisch wirkt. Der Bandname ist dabei Programm: Die „Witching Hour“ – jene sagenumwobene Stunde zwischen Mitternacht und Morgengrauen – schwebt wie ein dunkler Schleier über dem gesamten Album.

Besonders gelungen ist diesmal die Dynamik innerhalb der oft ausufernden Songs (in der Regel zwischen 7 und 8 Minuten). Während frühere Veröffentlichungen stellenweise etwas repetitiv wirkten, präsentieren sich die neuen Stücke abwechslungsreicher und strukturierter. Witching Hour schaffen es, aggressive Passagen mit getragenen, beinahe majestätischen Momenten zu verbinden, ohne den roten Faden zu verlieren.

Alte deutsche Schule trifft auf düsteren Underground-Spirit

Musikalisch bewegt sich das Album tief im Fahrwasser der klassischen deutschen Thrash-Schule, erweitert diesen Ansatz aber um deutliche Black- und Speed-Metal-Einflüsse. Dadurch entsteht ein angenehm dreckiger und ungeschliffener Sound, der trotz aller Härte nie steril wirkt. Vor allem die Gitarrenarbeit überzeugt mit starken Riffs und einer konstant bedrohlichen Grundstimmung.

Als besonderer Höhepunkt der fünf Songs nach dem Intro sticht The Graves Yearn For The Dead hervor. Der Song vereint düstere Atmosphäre, hymnische Leads und eruptive Aggression auf beeindruckende Weise und zeigt exemplarisch, wie souverän die Band mittlerweile mit Spannungsaufbau arbeitet. Die rohe Direktheit der Songs trägt hervorragend zum Gesamtbild der Platte bei, die abschließend mit dem Song …And Then Came The Flames noch einmal lichterloh brennt.

Hier! geht es für weitere Informationen zu Witching Hour – Descending… Where Time Has Ceased To Exist in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Witching Hour – Descending… Where Time Has Ceased To Exist
Fazit zu Descending... Where Time Has Ceased To Exist
Mit Descending... Where Time Has Ceased To Exist liefern Witching Hour ein geschlossenes und atmosphärisch starkes Album ab. Die Mischung aus traditionellem Thrash, düsterem Black Metal und epischer Heavy-Metal-Atmosphäre funktioniert hervorragend und zeigt eine Band, die ihren Stil endgültig gefunden hat. Für Fans des extremen klassischen Underground-Metals ein absolutes Muss. Witching Hour wirken weiterhin authentisch.

Anspieltipps: Where Time Has Ceased To Exist, The Graves Yearn For The Dead und …And Then Came The Flames
Juergen S.
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