Cutthroat – Invoking Terror (EP)

19.06.2026 – Speed Metal / Thrash Metal / Death Metal – Dying Victims Production – 24:23 Minuten

Das deutsche Label Dying Victims Productions ist ja dafür bekannt, dass es immer geile Perlen aus dem Underground am Start hat und natürlich Bands, von denen es selber absolut überzeugt ist. Cutthroat ist solch eine Kapelle. Die aus Irland stammende Formation ist noch recht frisch im Metaluniversum unterwegs. Seit dem Jahre 2023 betreiben sie nun ihren Unfug und haben bis dato zwei Demos raus und nun diese EP namens Invoking Terror, welche sie wohl nun auch außerhalb Irlands bekanntmachen dürfte.

Die jungen Wilden aus Irland legen dann mit einem altbackenen Sound los, wie man es eben so macht, wenn man in jungen Jahren noch die Weltherrschaft erobern möchte. March Of The Damned muss natürlich mit einem Marsch beginnen. Natürlich nicht im militärischen Sinne, sondern im musikalischen, und so legt man eben rhythmisch erst mal langsam los und leitet das Geschehen erst einmal sachgerecht ein. Aber auch dieser Part ist schon druckvoll, wenn auch nicht neu, kommt aber ganz fett. Nach zwei Minuten ist der einleitende Spaß dann aber vorbei, nach einem Break ertönt ein Scream und die Gitarre spielt vor, um eben eine Ankündigung zu machen, dass es jetzt so richtig losgeht. Und dieser Ankündigung lassen Cutthroat dann auch Taten folgen. Die Gitarre bleibt teilweise alleine im Raum stehen, aber dann bricht das Ungewitter über einen herein. Schnell und erbarmungslos, und sie erinnern teilweise an Zeiten, als Genre-Denken und Schubladenkategorisierungen noch nicht so aktiv waren. Der Sound könnte meines Erachtens ein wenig klarer sein, aber ich mag es auch, wenn er eben dreckig ist, man muss sich dann doch immer nur ein wenig interessieren. Das Tempo wird schön variabel gestaltet und so geht es von Midtempo bis Uptempo hin und her. Wie gesagt, erinnert mich ein wenig an die Anfänge, als die Grenzen zwischen Thrash Metal, Speed Metal und Death Metal noch nicht definiert waren. Als Beispiel kann man da wohl die Band Possessed nennen und auch gesanglich werden bei mir Erinnerungen an Jeff Beccera wach. So treibt man es zerstörerisch, und nach einem wilden Solo und einem kleinen Break darf noch einmal die Gitarre vorwegzaubern und man startet das Rennen quasi von vorne. Gitarrenquietscher werden dezent eingesetzt und der Gesang kommt schön kreischend und brüllend. Das Tempo wird dann herausgenommen und ein melodisches Solo erledigt den Rest, und so reitet man in den irischen Sonnenuntergang.

Die Ruhe hält natürlich nur kurz, denn mit Invoking Terror wartet schon die nächste Attacke auf, und wieder befindet man sich mitten in einer Reise in die Vergangenheit. Der Gesang wird etwas rauer gestaltet und nach kurzer Zeit erfolgt gleich der Refrainpart Invoking Terror. Alte Kreator kommen einem da in den Sinn. Wild und unverfroren attackiert man die Gehörgänge der Metalgemeinde, zeigt sich aber absolut fit an den Instrumenten. Verspielte Riffs werden mit eingebaut, sodass man weit davon entfernt ist, stumpf zu klingen. Vorspieler und ein Solo müssen natürlich auch mit rein. Klingt aber tatsächlich alles ein wenig durcheinander und nach purem Chaos, aber dafür absolut intensiv und ehrlich. Der Refrainpart sticht für mich absolut heraus. Kann man so machen.

Azathoth’s Lair kommt in 150 Sekunden über einen gerollt, macht keine Gefangenen und hat wieder diesen alten Vibe inne. Das ist alles nicht neu oder einfallsreich. Das soll nicht heißen, dass hier alles abgekupfert wird, aber man sitzt schon im DeLorean und würdigt die vergangenen Zeiten. Und dieses ist definitiv nichts Schlechtes, denn Riffs und Soli bringen es wieder einmal auf den Punkt, und ehe man sich versieht, ist der Song auch schon vorbei. Nicht so intensiv, wie die ersten beiden Songs, aber trotzdem ganz geil.

Das fast siebenminütige Werk Morbid Rites kommt dann gleich brachial aus den Boxen und geht ab in die Vollen. Die Gitarre heult auf und weiter geht es. Break und wieder Attacke. Thrash Metal mit einem D‑Beat-Feeling und alles im alten Soundgewand. Schön intensiv. Nicht innovativ, aber auf den Punkt kommend. Morbid Rites wird dann mehrstimmig vorgetragen und so jagt man durch den Song und hat Angst, dass es kein Morgen mehr gibt. Zumindest versprüht man dieses Gefühl. Dieser groovige Abgehpart in der Mitte des Songs hat es absolut in sich und verbreitet derbe Laune.

Mit Life Beyond The Grave entlassen uns die Iren und hauen noch einmal alles rein. Ich liebe es, wenn die Klampfen vorspielen und danach das Chaos ausbricht. Der recht schnelle Gesang ist passend zur Geschwindigkeit, welche am Ende des Parts immer reduziert ist. Ein langsamer, hektischer Part wird mit eingebaut und man baut den Song irgendwie wieder auf und lässt das Riffing für sich sprechen. Auch hier ist man treibend unterwegs und vor allem wild, und man hat das Gefühl, da sind ganz viele Hummeln im Hintern. Man baut aber immer wieder kurze Reduzierungen mit ein, und mit einer quietschenden Gitarre und einigen Drumschlägen endet dann diese nostalgische Reise.

Hier geht es für weitere Informationen zu Cutthroat  Invoking Terror in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Cutthroat – Invoking Terror (EP)
Fazit zu Invoking Terror
Die jungen Iren von Cutthroat laden uns nach zwei Demos auf ihrer ersten EP via Dying Victims Productions auf eine Reise in die Vergangenheit ein, welche ich gerne angenommen und vor allem genossen habe. Diese wilde Mischung aus Speed, Thrash und Death Metal erinnert an die Achtziger und an Bands wie Possessed – eben an eine Zeit, in der man nicht klar lokalisieren konnte, um welche Musikrichtung es sich handelt. Die Produktion ist dementsprechend auch auf alt getrimmt und diese fünf Songs sind eine Art Huldigung und machen einfach nur Spaß. Sie wollen das Rad nicht neu erfinden, schaffen es aber, dieses am Laufen zu halten. Gerade für die alte Garde ein Heidenspaß, aber auch für die jüngere Generation empfehlenswert, um zu hören, woher die Musik stammt, die man heutzutage konsumiert. Eine gelungene EP, und ich bin gespannt, wohin die Reise der Band geht. Hier und da klingt das alles noch ein wenig nach Chaos, aber nach einem, welches gute Laune verbreitet. Unbedingt im Auge und Ohr behalten

Anspieltipps: March Of The Damned und Invoking Terror
Michael E.
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