Event: Area 53 Festival
Bands: Ad Infinitum, Agathodaimon, All Will Know, Apis, Arch Enemy, Bleed From Within, Brutal Sphincter, Cavalera, Dirkschneider, Enter Infinite, Firewind, Hiraes, Igel Vs Shark, In Flames, Jazz Gitti, Kontrust, Matter Of Taste, Never Obey Again, Pain, Patriarcha, Saxon, Self Deception, Temptations For The Weak, The Devastation, Vinegar Hill, Visions Of Atlantis, Voivod, Watch Them Fail
Ort: Leoben, Österreich
Datum: 16. Juli – 18. Juli 2026
Kosten: Festivalticket ab ca. 149,00 €, Wohnmobilticket/Caravan ab 55,00 €
Genres: Heavy Metal, Melodic Death Metal, Metalcore, Rock, Death Metal, Black Metal, Power Metal, Symphonic Metal, Modern Metal
Besucher: ca. 4.000 pro Tag
Veranstalter: VAZ-Schladnitz
Link: https://area53festival.at/
Der erste Tag des Area 53 konnte uns ebenso wie die meisten angereisten Besucher auf ganzer Linie überzeugen. Für mich persönlich war es aufgrund des Line-Ups auch der Tag, auf den ich mich im Vorfeld am meisten gefreut hatte. Nun bleibt abzuwarten, was der zweite Festivaltag bereithält. Die meisten der heutigen Bands sind für mich noch Neuland oder ich habe sie zumindest bisher noch nicht live erleben dürfen.

Der zweite Festivaltag startet pünktlich um 12:30 Uhr mit Enter Infinite aus Graz, die mit ihrem Progressive-Metalcore den Auftakt gestalten. Die Combo konnte beim diesjährigen Bandcontest den zweiten Platz belegen und sich damit die Chance erspielen, ihre Musik den Frühaufstehern des Festivals zu präsentieren. Obwohl es noch früh am Tag ist, ist der Platz bereits deutlich besser gefüllt als gestern zur gleichen Uhrzeit. Die Anwesenden zeigen sich von Beginn an begeistert, feiern die Band und jubeln gemeinsam mit Sänger Georgi. Die gelungene Mischung aus Progressive Metal und Deathcore kommt beim Publikum hervorragend an, sodass das Quartett nach 30 Minuten unter großem Applaus einen überzeugenden Auftritt beendet.

Zeit für die Gewinner des Bandcontests: The Devastation betreten die Bühne. Von den Veranstaltern erfahren wir, dass die Jungs und Mädels gerade einmal zwischen 14 und 17 Jahre alt sind. Die Youngsters spielen nach eigener Aussage „Occult Metal and Hard Rock“. Bereits beim Soundcheck wird deutlich: Da kommt etwas auf uns zu. Dem jungen Quartett ist der Spaß an der Musik förmlich anzusehen, auch wenn es bei seinem ersten Song auf der Bühne noch etwas Zeit braucht, um richtig aufzutauen. Mit jeder Minute legen sie ihre anfängliche Nervosität jedoch mehr ab und rocken sowie posen, was das Zeug hält. Inzwischen hat sich auch der Platz gut gefüllt. Grob geschätzt wollen sich rund 400 Besucher den Auftritt der Youngsters nicht entgehen lassen. Sogar einen ansehnlichen Circlepit zaubern die Kids auf das Infield. Eine starke Performance der jungen Musiker aus Wien.

Nach diesem überraschenden Auftritt folgt nun der erste bekanntere Act des heutigen Tages: All Will Know stehen bereit zum Appell. Die Truppe aus Darmstadt und Mainz gibt mit ihrer Mischung aus Melodic Death und Metalcore direkt Vollgas und so fliegen von Beginn an die Haare in der Menge. Es wird gepogt und gecirclt. All Will Know machen mächtig Spaß und begeistern die Anwesenden. Pünktlich um 14:50 Uhr ist dann leider Schluss. Ein Blick auf die Schlange am Signing Point lässt vermuten, dass eine bekannte Band die Stifte glühen lassen wird, und tatsächlich geben sich die Headliner Arch Enemy des heutigen Abends bereits um 15:00 Uhr die Ehre und beglücken die wartenden Fans mit ihren Unterschriften, und auch wir nutzen die Chance, einen Smalltalk mit den einzelnen Bandmitgliedern zu halten, während sie unseren Festivalpass signieren.

Aufgrund der eingehenden Gewitterwarnung verpasse ich leider Temptations Of The Weak, da ich unser Camp gegen den Sturm sichern muss, der v. a. über das Hochfeld-Camping fegt. Die aufgestellten Dixis sind leider nicht gut gesichert und begeben sich daraufhin während des Sturms auf Wanderschaft. Auch einige Pavillons in der Nachbarschaft haben dem Sturm nicht genügend entgegenzusetzen und knicken ein. Aber kein Vergleich zu unserem letzten Besuch auf dem Area 53 im Jahr 2024, als das Festival sogar unterbrochen werden musste. Also noch mal alles gut gegangen.

Pünktlich um 16:10 Uhr stehe ich wieder auf dem Infield, die Alpenmetaller von Kontrust beginnen ihren Gig. Noch so eine Band, von der ich noch nie gehört habe, also lasse ich mich überraschen. Ok, wilde Mischung, Lederhosen, Dirndl, Bongos und Heavy-Metal-Instrumente, das ergibt eine Form von alpenländischem Crossover, der mich persönlich ein wenig an Reggae oder Ska erinnert. Der Musikstil findet bei der einheimischen Bevölkerung starken Anklang, es wird getanzt, gebangt und auch ein bis zwei Surfer machen sich auf den Weg zur Bühne. Die Truppe bringt die Massen ordentlich zum Feiern, trotz der inzwischen wieder gnadenlos scheinenden Sonne.
Um 17:20 Uhr sind dann Voivod dran, die Kanadier spielen Thrash mit Einflüssen aus Progressive Metal. Die Sonne brennt inzwischen wieder gnadenlos vom Himmel, und so fliehen die Besucher in den Schatten, der idealerweise direkt vor der Bühne ist. Dahinter dünnt es sich mittlerweile leider etwas aus, die Combo aus Jonquière schafft es leider nicht, den Großteil der Besucher zum Verweilen im steirischen Glutofen zu bewegen.

Nach diesem ernsten Geschrubbe ist es wieder Zeit für etwas weniger ernsthafte Musik. Self Deception stürmen die Bühne. Auffällig ist v. a. Bassist Patrick Halgren in seinem pinken Outfit. Ich würde es als Metalcore bezeichnen, was die Truppe aus Schweden performt, aber offiziell nennt es sich wohl Modern Rock. Den ersten Circlepit gibt es direkt zum ersten Song. Die Musik ballert die Stimmung direkt in den oberen Bereich der Skala, eine fette Party ist angesagt. Die Musik ist oft geprägt von 8-Bit-Sounds aus Arcadespielen und sonstigen Musik- und Sprachschnipseln und stellt den Fun-Fokus der Band heraus. Der Circlepit ist mittlerweile zum Rowpit mutiert und feiert die Songs der Jungs aus Stockholm. Nebenbei werden auch noch Lollis ins Publikum geworfen, der Pit wechselt munter von Circle zu Mosh, es wird mit Wasserpistolen ins Publikum geschossen, kurzum: Band und Besucher haben gemeinsam einfach mega viel Spaß.

Dirkschneider bringen ab 19:50 Uhr good old German Heavy Metal in die Steiermark. Die Sonne hat sich inzwischen hinter die Berggipfel verzogen und so füllt sich der Platz zusehends. Nach der exzessiven Partystimmung wird jetzt wieder klassisch das Haupthaar geschüttelt, allerdings primär direkt vor der Bühne. Der Rest des Publikums hält eher die Füße still. Dirkschneider spielen derzeit ihr Balls To The Wall Special-Set, somit ist der Auftritt gespickt mit Klassikern der Schaffenszeit von Udo Dirkschneider. Mich persönlich holt die Truppe um die deutsche Metalllegende leider nicht ab. Vielleicht aber auch, da dieser klassische Heavy Metal nach dem vorherigen Feuerwerk auf mich etwas monoton wirkt.
Das große Banner mit der Aufschrift „Pure Fucking Metal“ kündigt den heutigen Headliner an. Arch Enemy spielen zum ersten Mal auf dem Area 53. Die Schweden lassen sich allerdings etwas Zeit und eröffnen ihren Auftritt mit rund zehn Minuten Verspätung. Als Intro dient Motörheads Ace Of Spades, bevor die Band schließlich mit voller Wucht loslegt. Der kleine Zeitverzug tut der Stimmung jedoch keinen Abbruch. Besonderes Augenmerk liegt natürlich auf der neuen Frontfrau Lauren Hart, die in die großen Fußstapfen von Angela Gossow und Alissa White-Gluz tritt. Wie sie unserer Redakteurin Alex während der Signing-Session verriet, ist sie etwas aufgeregt. Schließlich ist es ihr erster Festivalauftritt und zugleich ihr erstes Konzert in Europa.

Wie so oft bei Premieren läuft allerdings nicht alles reibungslos. Bereits während des zweiten Songs fällt ein Teil der Technik aus. Statt Musik ist plötzlich nur noch Rauschen aus den Boxen zu hören, während sich die Band ratlos auf der Bühne umsieht. Lauren überspielt die ungeplante Pause jedoch souverän und unterhält das Publikum, während die Techniker fieberhaft an einer Lösung arbeiten. In gebrochenem, aber gut verständlichem Deutsch stellt sie sich mit den Worten vor: „Hi, ich bin Lauren. Ich bin neu.“ Spätestens in diesem Moment ist das Eis zwischen der Sängerin und den Fans gebrochen.
Die technische Panne scheint jedoch größer zu sein als zunächst angenommen. Für uns wirkt es, als hätte die Pyrotechnik einen Teil der Anlage außer Gefecht gesetzt. Nach rund 25 Minuten intensiver Reparaturarbeiten kann das Konzert glücklicherweise fortgesetzt werden.

Mit der wieder laufenden Show macht sich auch die erste Crowdsurferin auf den Weg Richtung Bühne. Für Arch-Enemy-Verhältnisse bleibt die Zahl der Surfer zwar überschaubar, dafür bildet sich ein großer Circlepit in der Mitte des Publikums. Dem Quintett merkt man stellenweise an, dass die Abläufe in der neuen Besetzung noch nicht vollständig eingespielt sind und sich die Musiker gelegentlich gegenseitig im Weg stehen. Im weiteren Verlauf entdeckt schließlich auch das steirische Publikum das Crowdsurfen für sich, wodurch die Security im Bühnengraben ordentlich beschäftigt wird. Die obligatorischen riesigen Ballons im Publikum dürfen zum Abschluss natürlich ebenfalls nicht fehlen.
Um 23:05 Uhr verabschieden sich die Melodic-Deather nach einem guten, wenn auch nicht perfekten Auftritt vom Area 53. Aufgrund der rund 25-minütigen Unterbrechung bleibt am Ende eine Nettospielzeit von knapp 60 Minuten. Für uns geht es anschließend zurück ins Camp. Morgen starten wir mit einer besonderen Künstlerin sogar noch früher in den Festivaltag als bisher.
Hier kommt ihr zu dem Bericht vom Donnerstag.
Für Time For Metal vor Ort: Oliver W. und Alexandra W.















































