Area 53 Festival 2026 vom 16.07. bis 18.07.2026 in Leoben, Österreich – Donnerstag

Das Area 53 ruft und wir kommen gerne

Event: Area 53 Festival

Bands: Ad Infinitum, Agathodaimon, All Will Know, Apis, Arch Enemy, Bleed From Within, Brutal Sphincter, Cavalera, Dirkschneider, Enter Infinite, Firewind, Hiraes, Igel Vs Shark, In Flames, Jazz Gitti, Kontrust, Matter Of Taste, Never Obey Again, Pain, Patriarcha, Saxon, Self Deception, Temptations For The Weak, The Devastation, Vinegar Hill, Visions Of Atlantis, Voivod, Watch Them Fail

Ort: Leoben, Österreich

Datum: 16. Juli – 18. Juli 2026

Kosten: Festivalticket ab ca. 149,00 €, Wohnmobilticket/Caravan ab 55,00 €

Genres: Heavy Metal, Melodic Death Metal, Metalcore, Rock, Death Metal, Black Metal, Power Metal, Symphonic Metal, Modern Metal

Besucher: ca. 4.000 pro Tag

Veranstalter: VAZ-Schladnitz

Link: https://area53festival.at/

Area 53 Festival 2026

Leoben, do sammer wieder!

Matter Of Taste, Area 53 Festival, Pic. by Alex. Wahl
Matter Of Taste, Area 53 Festival, Pic. by Alex. Wahl

Nachdem wir das letzte Jahr aufgrund persönlicher Gründe leider ausfallen lassen mussten, freuen wir uns dieses Jahr umso mehr, dass wir dem Ruf der Berge und des Area 53 erneut folgen konnten. Verbunden mit einem erholsamen Urlaub gibt es wenig Schöneres, um sich vom stressigen Alltag abzulenken. Bereits einen Tag vor offiziellem Beginn des Festivals schlagen wir unser Lager auf einem der insgesamt drei Campingplätze auf und genießen das Festivalflair, bevor es dann ab Donnerstag tatsächlich richtig losgeht.

Pünktlich um 12:30 Uhr eröffnen Matter Of Taste aus der Steiermark die achte Ausgabe des Area 53 Festivals. Die sieben Mann starke Combo spielt melodiösen Prog-Rock im klassischen 70er-Jahre-Stil, mit zwei Synthesizern. Die etwa 100 Besucher, die schon zu dieser frühen Stunde auf dem Gelände sind, genießen die melodiöse Einstimmung. Mich erinnern die Klänge stark an Uriah Heep und Konsorten.

Patriarcha, Area 53 Festival, Pic. by Alex. Wahl
Patriarcha, Area 53 Festival, Pic. by Alex. Wahl

Nach 30 Minuten ist die erste Band dann auch schon fertig, und wir haben während des Umbaus etwas Zeit, uns das teilumgebaute Festivalgelände anzuschauen. War das Gelände schon bisher gut wegen der großen Asphaltfläche auf Regen eingestellt, gehören Schlamm und Matsch nun endgültig der Vergangenheit an, da nun sowohl der Chillout-Bereich als auch der Toiletten-Bereich vollflächig mit Betonplatten ausgelegt sind. Wir werden sehen, wie sich das bei der herrschenden Hitze auf die Füße der Besucher auswirken wird. Generell lässt sich auch dieses Jahr sagen, dass die Veranstalter ihrem Credo treu bleiben, in jeder Edition eine Verbesserung einzubauen. Der Bierindex liegt mit 6,50 €/0,5 l und 5,50 €/0,3 l im oberen Bereich. Allerdings gibt es aufgrund der Nähe zur Brauerei leckeres Gösser Hopfenschorle, was den Preis etwas vergessen lässt. Für die anti-alkoholische Abkühlung sorgt wie die Jahre zuvor ein an die Wasserleitung angeschlossener Zapfhahn, der bei den hohen Temperaturen auch unglaublich wichtig ist und dementsprechend frequentiert sein wird.

Um 13:20 Uhr starten die Black-Death-Metaller von Patriarcha mit ihrem Set. Schwarz ist bei ihnen auch outfitmäßig Programm, sind die Musiker doch komplett in schwarzes Tuch gehüllt, inklusive Facemaske. Lediglich Sänger Cikindeles zeigt sein Gesicht, für viele kein unbekanntes, ist er doch in den sozialen Medien aufgrund seiner Memes bekannt wie ein bunter Hund 😉. Mit fortschreitender Spieldauer füllt sich das Gelände zunehmend. Nach einer halben Stunde verklingen die slowakischen schwarzmetallischen Klänge und es ist Zeit für eine spezielle Veranstaltung.

Igel Vs Shark, Area 53 Festival, Pic. by Alex. Wahl
Igel Vs Shark, Area 53 Festival, Pic. by Alex. Wahl

Wetterpaulie, eine lokale Wetter-Koryphäe, darf das Wetter für die nächsten Tage live von der Bühne in die Fernseh- und Radiogeräte ansagen. Das Wetter wird laut seiner Aussage überwiegend sonnig mit gelegentlichen Gewittern. Das sind doch gute Aussichten für den weiteren Festivalverlauf.

Um 14:00 Uhr starten dann Igel Vs. Shark, eine Band, die bisher völlig an mir vorübergegangen ist. Mal schauen, was die so machen. Das Intro von The Good The Bad And The Ugly lässt schon mal auf Gutes hoffen. Dann schmettert uns das Trio klassischen Rock à la AC/DC um die Ohren. Speziell Bassistin Julia erinnert mit ihren Bewegungen und Sprüngen an Angus Young. Der gut gefüllte Platz feiert die Musik der Wiener Rocker, sind sie doch der erste Act, der es schafft, die Massen so richtig in Ekstase zu versetzen. Als die Wiener dann auch noch ein Medley aus Queens Bohemian Rhapsodie und Motörheads Ace Of Spades anstimmen, gibt es kein Halten mehr. Beim letzten Song formt sich dann auch zügig der erste vernünftige Circlepit des Festivals. Meine Fresse, was ein Energiefeuerwerk! Für mich jetzt schon die Überraschung des diesjährigen Area 53.

Heimatgefühle für uns als deutsches Magazin in nicht allzu fernen Landen kommen dann um 15:10 Uhr auf. Agathodaimon betreten die Bühne und ihre Mischung aus Melodic Death und Black Metal schallt aus den Boxen. Was für ein Kontrast zu der Power der zuvor spielenden Wiener. Die Mischung gefällt dem Publikum zwar, aber kein Vergleich zu der Energiegranate von zuvor, und so bin ich nicht unglücklich, als die Show nach 40 Minuten endet.

Firewind, Area 53 Festival, Pic. by Alex. Wahl
Firewind, Area 53 Festival, Pic. by Alex. Wahl

Am Horizont türmen sich inzwischen die angekündigten Gewitter auf, als Firewind sich auf ihren Auftritt vorbereiten. Um 16:10 Uhr ertönt mit Conquest Of Paradise das von Vangelis komponierte Intro aus den Boxen und die Menge grölt, als die Musiker einzeln die Bühne betreten. Die Truppe um Gitarrenvirtuosen Gus G. begeistert die Menge mit ihrem Power Metal und so wird ordentlich gesprungen, gemosht und gesungen. Der Gewittersturm zieht zwar vorbei, aber Firewind fegen über das Area 53 hinweg wie ein Orkan und die Menge genießt es. Gus G kündigt noch schnell ein neues Album mit zugehöriger Tour für nächstes Jahr an, bevor sich Firewind unter tosendem Applaus verabschieden.

Hiraes, Area 53 Festival, Pic. by Alex. Wahl
Hiraes, Area 53 Festival, Pic. by Alex. Wahl

Jetzt gibt’s wieder Vollgas mit Hiraes. Schon ab den ersten Tönen heizt Frontfrau Britta Görtz den Metalheads ordentlich ein. Die ersten fallenden Regentropfen tun der Stimmung keinen Abbruch und es wird fleißig zum Melodic Death Metal der Deutschen gemosht. Auf die Frage, wer Hiraes noch nie live gesehen hat, gehen gut 75 % der Hände in die Höhe. Das kann Britta so natürlich nicht stehen lassen, schnappt sich ihren Gitarristen, begibt sich mitten unter die Fans und startet den bisher größten Circlepit dieser Area-53-Edition. Mit ihren lockeren Sprüchen zwischen den energiegeladenen Stücken entsteht eine geniale Stimmungsmischung aus Humor und positiver Aggression. Was ein Abriss, Hiraes überzeugen das Publikum auf voller Länge, und die 3/4 der Besucher, die sie zuvor nicht kannten, werden sie sicher nicht wieder vergessen. Die Truppe hat mit ihrem Auftritt heute garantiert einige neue Fans dazugewonnen.

Visions Of Atlantis, Area 53 Festival, Pic. by Alex. Wahl
Visions Of Atlantis, Area 53 Festival, Pic. by Alex. Wahl

Erneuter Tempowechsel von Party Hard zu symphonischeren Tönen: Um 18:30 Uhr entern Visions Of Atlantis die Bretter des Festivals. Die steirischen Piraten waren schon einmal zu Gast auf dem Gelände. Die Songs sind dem Publikum wohlbekannt, daher wird schon ab dem ersten Song fleißig mitgesungen. Die Bühne gleicht der Brücke eines Piratenschiffs, flankiert von zwei Kanonen. Zu den harmonisierenden Stimmen von Clémentine Delauney und Michele Guaitoli schmeißt sich auch der erste Surfer in die Wogen und lässt sich durch die Mengen nach vorne tragen. Auch die erste Wall of Death formt sich auf Ansage von Michele, woraus sich ein ansehnlicher Moshpit formt! Die Symphoniker bedienen sich aus dem kompletten Pool der Publikumsspiele, und so darf natürlich auch ein Rowpit nicht fehlen. Um 19:30 Uhr endet dann die erfolgreiche Kaperfahrt der Freibeuter aus Österreich. Sie haben definitiv reiche Beute gemacht.

Cavalera, Area 53 Festival, Pic. by Alex. Wahl
Cavalera, Area 53 Festival, Pic. by Alex. Wahl

Weiter geht der bunte Genremix des ersten Tages: Die Death Metaller von Cavalera starten ihr Set ebenfalls pünktlich vor dem inzwischen proppenvollen Infield. Die brasilianisch-amerikanische Supergroup spielt, wie der Name schon nahelegt, Musik im Stil von Sepultura und Soulfly. Das wird von den Massen frenetisch gefeiert, ist aber leider so gar nicht mein Fall. Ein mächtiger Circlepit und ein Meer an klatschenden Händen zeugen aber davon, dass ich mit meiner Meinung ziemlich allein dastehe, was ja definitiv für die bunte Mischung des Festival-Line-Ups spricht. Die nächste Wall of Death liegt auch schon in der Luft und wird auf Ansage von Max Cavalera in den Asphalt zementiert. Die Brasilianer überzeugen mit einem starken Auftritt. Nach etwa einer Stunde ist das Set dann aber auch vorbei und es gibt eine etwas längere Umbaupause für den ersten Headliner des diesjährigen Area 53.

Saxon, Area 53 Festival, Pic. by Alex. Wahl
Saxon, Area 53 Festival, Pic. by Alex. Wahl

Saxon waren bereits letztes Jahr als Headliner angekündigt, konnten aber leider aufgrund der Krebserkrankung von Sänger Biff Byford die Festivalsaison 2025 nicht spielen. Umso schöner, dass sie dieses Jahr am Start sind. Mit fünf Minuten Verspätung starten die Veteranen dann ihren um ein Jahr verschobenen Auftritt. Saxon sind immer noch eine Macht im Heavy Metal und so feiert die Menge Songs wie Hell, Fire And Damnation und Power And The Glory mit lautem Singen und Klatschen. Fans schmeißen ihre Kutten auf die Bühne, welche die Metal-Urgesteine willentlich einsammeln. Ich hoffe, die gehen an die richtigen Besitzer zurück. Die Kutten werden dann erst mal gut eingetragen von Biff und Konsorten. Der Frontsänger schnappt sich noch eine der Mützen und schon ist das Saxon-Fanoutfit komplett. Es ist so schön zu sehen, wie der betagte Herr mit dem Publikum seine Gesangsspielchen spielt und offenbar wieder genesen ist. Für mich ein emotionales Highlight. Saxon verkünden auch, dass sie im Januar 2027 ein neues Album namens Gods Of Thunder veröffentlichen werden. Mit den All-Time-Favoriten Cruisader und Princess Of The Night verabschieden sich die Briten nach einem starken Auftritt. Auch für uns wird es Zeit, nach einem kurzen Abstecher auf der Aftershow-Party in der Tenne uns in Richtung Camper zu begeben und nach einem kleinen Schlummertrunk in die Koje zu klettern. Morgen am frühen Vormittag geht es weiter.

Für Time For Metal vor Ort: Oliver W. und Alexandra W.