Baphomet’s Blood – Metal Damnation (Re-Release)

24.07.2026 – Speed Metal – Dying Victims Productions – 37:34 Minuten

Als Metal Damnation 2009 erstmals über High Roller Records und Iron Bonehead Productions erschien, hatten sich Baphomet’s Blood bereits einen festen Namen im europäischen Speed-Metal-Untergrund erspielt. Am 24.07.2026 bringt Dying Victims Productions den dritten Longplayer der Italiener nun erneut in den Handel. Das Re-Release erscheint als CD sowie auf Black Vinyl und Ultra Clear/Blue Splatter Vinyl (inklusive Patch).

Rohe Energie statt Perfektion

Wer moderne Hochglanzproduktionen erwartet, ist bei Baphomet’s Blood an der falschen Adresse. Das Quintett setzt auf einen bewusst rauen Sound, der mehr nach verschwitztem Proberaum als nach sterilem Studio klingt. Gerade diese ungeschliffene Produktion verleiht den Songs ihren besonderen Reiz. Jeder Schlag aufs Schlagzeug, jedes sägende Gitarrenriff und jede kratzige Gesangslinie wirken unmittelbar und ehrlich – genau so, wie traditioneller Speed Metal klingen sollte.

Nach einem kurzen atmosphärischen Einstieg bricht die Band beim Opener Devil’s Night mit voller Wucht los und entfacht einen Sturm aus messerscharfen Riffs, treibender Doublebass und druckvollen Soli. Ohne große Umwege folgt der Titeltrack Metal Damnation, der kompromisslos nach vorne marschiert und besonders durch den markanten, rauen Gesang überzeugt. Die Stimme weckt Erinnerungen an klassische Rock’n’Roll-Legenden (RIP Lemmy), besitzt aber genügend Eigenständigkeit, um niemals wie eine bloße Kopie zu wirken.

Geschwindigkeit als Programm

Das eigentliche Markenzeichen des Albums ist jedoch seine Konsequenz. Baphomet’s Blood halten das Tempo über nahezu die komplette Spielzeit hoch, ohne dabei eintönig zu werden. Songs wie Midnight Patrol oder We Don’t Care leben von ihrer ungezügelten Energie und transportieren genau jene rebellische Haltung, die den klassischen Underground-Metal seit Jahrzehnten auszeichnet. Hier geht es nicht um Trends oder technische Perfektion, sondern um Leidenschaft, Spielfreude und ehrlichen Heavy Metal.

Mit Italian Steel (inkl. italienischen Spoken Words als Intro) lockert die Band das Geschehen durch einige rhythmische Variationen auf, ehe Evilbringer und The Ironbonehead wieder kompromisslos auf das Gaspedal treten. Besonders die Gitarrenarbeit überzeugt über das gesamte Album hinweg. Die Riffs besitzen ordentlich Biss, während die Soli immer wieder kleine Höhepunkte setzen, ohne sich unnötig in den Vordergrund zu drängen.

Den Abschluss bildet das gelungene Cover Ready For Hell (im Original von den Belgiern Killer), das sich nahtlos in den Charakter des Albums einfügt und den traditionsbewussten Ansatz der Band noch einmal unterstreicht.

Hier! geht es für weitere Informationen zu Baphomet’s Blood – Metal Damnation (Re-Release) in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Baphomet’s Blood – Metal Damnation (Re-Release)
Fazit zu Metal Damnation
Mit Metal Damnation veröffentlicht Dying Victims Productions ein Speed-Metal-Brett aus dem italienischen Underground als Re-Release. Baphomet’s Blood lieferten 2009 ein Album ab, das den Geist des klassischen Speed Metal authentisch einfängt. Die Mischung aus rauer Produktion, hohem Tempo, kernigen Riffs und einer gehörigen Portion Rock’n’Roll macht die Platte auch heute noch zu einem kurzweiligen Hörerlebnis. Das Re-Release über Dying Victims Productions beweist eindrucksvoll, dass kompromissloser Underground-Metal nicht vom Zeitgeist abhängig ist. Wer seine Musik lieber roh, laut und ehrlich als geschniegelt und glatt produziert mag, sollte sich diese Neuauflage nicht entgehen lassen.

Anspieltipps: Metal Damnation, Italian Steel und Evilbringer
Juergen S.
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