Deceptor – Reign Of Terror

21.08.2026 - Thrash Metal - Dying Victim Productions - 32:01 Minuten

Das amerikanische Trio Deceptor aus North Carolina zockt seit dem Jahre 2022 zusammen und ist fast nur in dieser Band tätig, bis auf Gitarrist Preston, der früher mal bei Summoned war. So kann man sich ganz auf die Band konzentrieren und das ist ja immer eine gute Sache. Nach einem Demo und einer EP hat man es nun geschafft, ein ganzes Album aufzunehmen. Dieses hört auf den Namen Reign Of Terror und wurde von dem deutschen Label Dying Victims Records veröffentlicht.

Red Dawn kommt erst einmal gechillt nervig auf einen zugeflogen. Ein Ton erklingt und die Gitarre raschelt im Hintergrund. Dann wird ein thrashiges Riff langsam zum Besten gegeben. Erinnert mich ein wenig an Anthrax. Aber nach knapp neunzig Sekunden ist es vorbei mit der Ruhephase und der Thrash-Metal-Knüppel wird geschwungen. Jo, jetzt schon geil, hehe. So mag ich das, auch wenn natürlich überhaupt nichts Neues präsentiert wird. Brauch ich auch nicht, um glücklich zu sein. Schon schnell geht es zur Sache. Feines, aber recht bekanntes Riffing und da geht er hin. Dann wird es wieder langsamer und groovig und dann wieder fix. Am Ende heult die Gitarre auf und man groovt noch einmal vor sich hin. Das Ding ist instrumental und dient wahrscheinlich mehr als Intro.

Groovig und zackig geht es auch zu Beginn von Human Cavity zu.Für eine Thrash-Metal-Band ist der Gesang recht tief, aber man ist weit davon entfernt, gesangstechnisch in den Death-Metal-Bereich abzudriften. So bleibt man groovig und variiert ein wenig und wechselt dann ins Midtempo. Dann wieder diese Vorwarnungen in Form eines vorgespielten Riffs. Schnelle, thrashige Attacke, die aber nur kurz andauert. Wechseln ins groovige Midtempo können sie, auch das langsamere Grooven haben sie drauf. Teilweise klingt es aber ein wenig aufgewärmt, macht aber Laune. Hm, und dann ist auf einmal Schluss. Da hätte ich gerne noch einmal eine Attacke oder so gehört.

Eine Attacke gibt es relativ schnell bei dem Song GI Joe Headstomp. Hier wechselt man am Anfang schön das Tempo und baut Stopps mit ein. Am Anfang ist gut, denn nach 85 Sekunden ist der Song schon vorbei. Okay, war ich nicht drauf vorbereitet, muss ich sagen.

Auch der nachfolgende Song Join Or Die schlägt sich mit keiner Überlänge herum, kann man sagen. Auch hier startet man gemäßigt und geht dann in den Knüppelpart über. Gitarre wieder kurz vorweg und ab ins groovige Midtempo. Gefühle an die wilden Achtziger wecken sie bei mir mit dem Song. Alte Tomb-Schläge zu Beginn und dann volle Attacke. Hier geht es absolut zur Sache. Schnell, ungestüm und dreckig. Eine Mischung aus Thrash und Death Metal. Der Gesang ist teilweise richtig schnell und die Gitarre ist am Rumheulen wie Sau. Der Sound ist auf richtig alt getrimmt. Eine richtig fette Reise in die Vergangenheit. In knappen neunzig Sekunden ist der Drops gelutscht.

Schleppend, drückend und groovig geht man dann wieder bei Combat Patrol zur Sache. In 47 Sekunden ist da alles gesagt.

Firing Squird kommt einem da in den knappen drei Minuten wie ein Orkan vor. Hier bleibt man von der ersten Sekunde an aggressiv. Von Geknüppel geht es über schnelle Midtempopassagen zu einem Break. Cleane und dann auch progressive Klänge gibt es kurz zu hören, bis man dann wieder den typisch thrashigen Groove für sich entdeckt hat. Am Ende noch einmal die volle Attacke und fertig. So einfach kann es manchmal sein.

Whammer hat mit seinen fünf Minuten ja schon quasi Überlänge, wenn man so will. Auch hier verarbeiten sie ihre Themen und wechseln die Geschwindigkeiten sach- und fachgerecht. Ein flottes und aggressives Stück. Gefällt mir eigentlich am besten. Die Trademarks werden hier geil ausgespielt und das Riffing hat es in sich. Davon gerne mehr.

Leider sind nicht alle Songs auf dem Album so stark wie Whammer, aber im Großen und Ganzen sind diese 32 Minuten sehr unterhaltsam.

Hier geht es für weitere Informationen zu Deceptor  Reign Of Terror in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Deceptor – Reign Of Terror
Fazit zu Reign Of Terror
Das amerikanische Trio haut auf seinem Debüt ordentlich einen raus, auch wenn man kompositorisch noch einige Baustellen hat. Spaß macht das Zuhören aber allemal. Diese Mischung aus Death und Thrash Metal dürfte Fans der alten Garde durchaus interessieren. Geht in Richtung Demolition Hammer, Protector, Ripping Corpse, ein wenig Possessed und alte Sodom. Man besinnt sich auf die Trademarks der Achtziger und Neunziger, auch im Soundbereich. So geht man mal gediegen und groovig, aber auch pfeilschnell und zerstörerisch vor. Uftata-Drumming und fetzige Riffs sind auch am Start. Es sind geile Songs am Start, aber es haut mich längst noch nicht vom Hocker. Die Band sollte man aber unbedingt im Auge behalten und live wird es super funktionieren, da bin ich mir ganz sicher:

Anspieltipps: Human Cavity und Whammer
Michael E.
6.9
Leserbewertung0 Bewertungen
0
6.9
Punkte