Watcher – Mistress Of Our Time

25.09.2026 – Heavy Metal, NWoTHM – Dying Victims Productions – 48:30 Minuten

Seit 2023 existieren Watcher aus dem schwedischen Skövde und präsentieren mit Mistress Of Our Time bereits ihren zweiten Longplayer und den Nachfolger von Key To The Unbreachable, der über das hauseigene Label als erfolgreicher Versuchsballon auf die Metalheads losgelassen wurde. Das klingt nach einer Newcomer-Band, die es wissen will, oder?

Mistress Of Our Time von Watcher ist ein neuer Name, aber kein Newomcer

Wer sich etwas in der NWoTHM-Szene auskennt, dem dürften bei den Protagonisten Bands wie Master Massive oder Lethal Steel (Sänger Viktor Gustafsson und Gitarrist Max Warnby) ins Auge springen. Bei Lethal Steel hätten wir den Link zu zum Beispiel Century und Sweven. Die schwedische Metalszene ist umtriebig und liefert immer wieder interessante Platten.

Watcher sind kein Abklatsch von Master Massive, die mit White Shadows ebenfalls 2026 eine neue LP veröffentlichten. Während Master Massive experimentierfreudig im Dreieck Heavy Metal, Progressive Metal und Doom agieren, ist Watcher eher das Gegenteil. Gradlinig mit Tempo legt uns das Quintett eine mehr als würdige NWoTHM-Platte auf den Tisch. Doch der Reihe nach.

Der Auftakt Sorceress liefert genau die Trademarks, die die Fanbase von klassischem Material bevorzugt. Saubere Saitenarbeit, erdige Produktion und nach vorne gehendes Tempo. Mit Utvalda Svärdets Natt bleiben die Protagonisten gradlinig, setzen aber auf die lokale Sprache, was der Nummer ein zusätzliches Alleinstellungsmerkmal verleiht. Der Wechsel bleibt und der speedige Metaller Out of Your Sight schaltet die Sprache zurück auf Englisch.

Der Titel Down From The Skies Divine klingt bereits komplex und die Laufzeit ist mit über fünf Minuten keine schnelle Kost. Watcher verbinden verschiedene Stilelemente und variieren das Tempo. Verspielt kommt die Nummer rüber, aber von progressiv kann noch keine Rede sein.

Das weitere Material wie Chalice Of Light, 2084 oder Cult Of Andromeda sortiert sich zu den bereits angesprochenen Aspekten, bietet aber wenig hervorstechende Punkte. Hervorstechend ist die Laufzeit vom Finale The Raven mit mehr als acht Minuten. Spätestens hier ist der Einfluss von Doom und Master Massive mehr als deutlich zu hören, wobei das Intro zu The Raven eher dunkel und melancholisch rüberkommt. Im weiteren Verlauf präsentieren Watcher einen abwechslungsreichen und vielseitigen Metaller, der gut gemacht ist und zu den Highlights auf der Platte gehört.

Hier geht es für weitere Informationen zu Watcher – Mistress Of Our Time in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Watcher – Mistress Of Our Time
Fazit zu Mistress Of Our Time
Watcher liefern mit Mistress Of Our Time ein starkes Heavy-Metal-Album, das im Schatten der Konkurrenz steht. Das Jahr 2026 hat derart viele Hochkaräter anzubieten, dass Mistress Of Our Time zwar das Prädikat „gutklassig“ bekommt, aber nicht „herausragend“. Der Mut, der beim Finale The Raven rüberkommt, fehlt in anderen Passagen, wobei die Protagonisten ihre Master-Massive-Einflüsse bewusst reduzieren. Trotz der Kritik ist Mistress Of Our Time absolut hörenswert und stellt diverse Altvorderen problemlos in die Ecke. Nur schläft die Konkurrenz nicht, egal ob Iron Cobra, Triumpher oder Kerrigan.

Anspieltipps: Sorceress, Down From The Skies Divine und The Raven
Jürgen F.
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