Metalacker Festival am 28.08. und 29.08.2026 in Schramberg-Tennenbronn

Waldbrand, Gewitter und wechselhaftes Wetter können die Stimmung nicht bremsen

Eventname: Metalacker Tennenbronn 2026

Bands: Accvsed, April Art, Brothers Of Metal, Dark Tranquillity, Dominum, Fearless V, Fiddler’s Green, Hackneyed, Obscurity, Ruin Rising, Skytribe, Surrender The Crown, Vicious Rain

Ort: Open Air Gelände Trombachhöhe, 78144 Schramberg / Tennenbronn

Datum: 28.08.2026 – 29.08.2026

Kosten: 2-Tages-Ticket: 82,00 € VVK, Campingticket extra

Genre: Heavy Metal, Power Metal, Modern Metal, Metalcore, Folk Metal, Death Metal, Melodic Death Metal, Deathcore

Besucher: 3.000 (ausverkauft)

Veranstalter: R.o.S.T-Event UG

Link: https://www.metalacker.de/

Das letzte Wochenende im August steht wieder an und erneut ruft der Metalacker in Tennenbronn die Fans zum Feiern. Die Region um Tennenbronn und Schramberg dürfte diesen Sommer auch außerhalb der Metal-Community bekannter geworden sein, da hier aufgrund der diesjährigen Temperaturen und der einhergehenden Dürre ein großer, flächendeckender Waldbrand die süddeutschen Medien beherrschte. Auch für die Organisation des Festivals war diese Brandkatastrophe eine Herausforderung, ist das Festivalgelände doch in unmittelbarer Nähe der Flammen beheimatet. Viele der auf dem Fest tätigen Helfer sind auch in ihren heimischen Feuerwehren aktiv und somit mit der Brandbekämpfung ausgelastet. Glücklicherweise hatte Mutter Natur aber ein Einsehen und schickte etwa eine Woche vor Festivalbeginn den hilfreichen Regen und somit stand dem Metalacker 2026 nichts mehr im Wege.

Impressionen, Metalacker 2026, Foto: Alex. W.

Das Metalacker-Festival besteht bereits seit dem Jahr 2012 und ist dieses Jahr mit 3.000 zahlenden Gästen wieder ausverkauft. Bei dieser Größe soll das kleine Festival auch nach Aussage der Veranstalter bleiben, so bleibt der familiäre Aspekt erhalten und das Event kann so auch weiterhin von den vielen freiwilligen Helfern und den Vereinen gestemmt werden.

Für mich und viele Stammgäste ist es mittlerweile zur Tradition geworden, den Festivalsommer auf dem Metalacker in Tennenbronn zu beenden. Dieses Jahr habe ich mich entschlossen, schon Donnerstag in den Schwarzwald zu fahren, um am Abend schon eine Runde über den Zeltplatz zu drehen und beim Warm-up von Alcohollywood, einer lokalen Coverband, etwas zu bekannten Hits zu feiern. Leider muss die Band ihren Auftritt nach nur zwei Songs wegen eines aufziehenden Gewitters beenden. Das nehmen wir zum Anlass, den Abend bei Freunden im Ort fortzusetzen und später dort auch zu beenden. Wie wir über Social Media erfahren, haben auch Alcohollywood nach nur kurzer Unterbrechung ihren Auftritt fortgesetzt, da das Unwetter glücklicherweise doch abdrehte. (dg)

Obscurity, Metalacker 2026, Foto: Alex. W.

Nachdem bei einem Hagelschauer am Freitagmorgen einige Autos beschädigt wurden, wird der Metalacker 2026 pünktlich um 17:00 Uhr eröffnet. Die erste Band, Surrender The Crown aus Saarbrücken, beginnt um 17:30 Uhr ihr Set vor den ersten Besuchern. Derzeit ist der Andrang vor der Bühne noch verhalten, die meisten Besucher stehen noch oben am Hang bei den Merch- und Getränkeständen und decken sich mit Artikeln ein. Von diesem Punkt aus hat man aufgrund des abfallenden Geländes auch einen schönen Blick auf die Bühne. Das ist die Besonderheit am Festival in Tennenbronn. Dadurch, dass die Bühne im Tal steht, hat man auf dem amphitheaterähnlichen Hang von überall einen guten Blick auf die Bühne.

Nach einer kurzen Umbaupause starten Obscurity mit ihrem Melodic Death Metal. Mit ihren starken Viking-Metal-Einflüssen erinnern sie mich an die guten alten Equilibrium-Alben wie Sagas oder Rekreatur. Im Bereich vor der Bühne wird bereits zu dieser „frühen“ Stunde ordentlich gefeiert, während der Hang noch Platz für weitere Besucher bietet.

Fiddler’s Green, Metalacker 2026, Foto: Alex. W.

Nach diesem starken Beginn stellt das Intro Nelly The Elephant von den Toy Dolls die Weichen, in welche Richtung es gleich weitergeht – weniger hart, aber dafür mit viel Spaß und Partystimmung. Die Irish-Folk-Veteranen Fiddler’s Green bringen die Menge gleich zu Beginn in Schwung. Die Instrumente der Truppe aus Erlangen sind auf dem Metalacker tatsächlich nicht allzu häufig vertreten, herrschen hier doch zumeist schwere E-Gitarren und Bässe, aber weniger Fiedeln, Flöten und Akkordeons vor. Dass man mit vorgenannten Instrumenten aber eine Menge Spaß haben kann, stellen die Folk-Punks zur Genüge unter Beweis. Shantys machen halt einfach Spaß.
So springen die Besucher munter zur Irish-Folk-Musik des Sextetts und transformieren den Metalacker kurzerhand in ein gigantisches Irish Pub unter freiem Himmel, sozusagen einen „Folk-Acker“. Das Bier fließt in Strömen, es wird getanzt und gesungen. Die anfänglichen Bedenken der Fiddlers, dass sie ihrer Meinung nach nicht in das Line-Up passen würden, werden durch den warmen Empfang und die feiernden Metalheads komplett zerschlagen. Es ist einfach eine Riesenparty.

April Art, Metalacker 2026, Foto: Alex. W.

Eigentlich wäre es jetzt Zeit für den Top-Act des heutigen Tages. Aufgrund von Schwierigkeiten bei der Anreise der Brothers Of Metal mussten allerdings die Slots getauscht werden und so stehen April Art jetzt auf der Bühne und performen einfach mal so, als seien sie von Anfang an als Headliner gesetzt gewesen. Die Hessen wissen, wie sie die Massen in Bewegung versetzen. Ein Blick auf die Ränge lässt vermuten, dass der Acker mittlerweile voll besetzt sein dürfte. Die ersten Surfer machen sich auf den Weg, während die selbstbetitelte Sport-Rockband Vollgas gibt. Ein kleines Johann Sebastian Bach/Star Wars Intermezzo gibt es in Form eines Gitarrensolos, technisch sauber, aber meiner Meinung nach auf einem Festival nicht unbedingt notwendig. April Art verkünden, dass sie dieses Jahr ein neues Album veröffentlichen werden, natürlich inkl. zugehöriger Tour. Da diese auch im LKA Longhorn in Stuttgart haltmachen wird, schauen wir uns das vielleicht auch mal an. Bisher haben wir die Hessen immer nur auf Festivals erleben können und das war schon immer ein Mega-Abriss.
Sängerin Lisa springt wie ein Flummi über die Bühne und ballert ihre überschüssige Energie in den Acker, welche dieser wie ein Schwamm aufsaugt. Die eingestreuten Master-Of-Puppets-Parts bei Not Sorry, bringen zum Abschluss dann noch mal alle Anwesenden zum Headbangen. April Art bedanken sich beim Metalacker für diesen grandiosen Abschluss ihrer Festivalseason.

Brothers Of Metal, Metalacker 2026, Foto: Alex. W.

Nach dem vorgenannten kurzfristigen Slot-Tausch warten wir nun auf den eigentlichen Top-Act Brothers Of Metal. Die Schweden starten mit zehn Minuten Verspätung und in veränderter Besetzung. Die beiden etatmäßigen Gitarristen Dawid und Christian fehlen, dafür haben sie als Ersatz Jimi Mästerbo von der Band Methane dabei. Mit „nur“ zwei Gitarren startet das Set. Ein Teil der Truppe ist wortwörtlich aus dem Van direkt auf die Bühne gesprungen. Geschminkt und umgezogen haben sie sich während der Fahrt im Transporter. Die fehlende Einstimmung und Vorbereitung merkt man dem Auftritt der Schweden leider an. Nicht jeder Akkord sitzt, manche Abstimmung funktioniert nicht und der Sound ist großteils übersteuert und viel zu laut. Das Acker-Publikum feiert die Performance gerade zu Beginn trotzdem. Das Gesangstrio gibt alles, aber leider, es tut mir in der Seele weh, da ich die Truppe wirklich liebe, muss ich sagen, dass dies der mit Abstand schlechteste Auftritt der Truppe aus Falun ist, den ich bisher gesehen habe. Im Pit vor der Bühne ist zwar ordentlich Bewegung, aber das Festivalgelände leert sich trotzdem merklich. Bedauerlicherweise kann nicht mal der sonstige Gänsehaut-Garant Yggdrasil das Ruder herumreißen und so verkommt der ersehnte Auftritt im Schwarzwald leider zu einer besseren Probe. Ich freue mich aber trotzdem schon auf den nächsten Auftritt der Schweden.

Den ersten Festivaltag beschließen dann Fearless V mit ihrem Set. Von der Truppe habe ich zwar bisher noch nichts gehört, aber die klassischen Power-Metal-Songs der Fünf zünden ordentlich bei den noch Anwesenden. Der Hang hat sich zwar merklich geleert, aber vor der Bühne feiert der harte Kern die Musik der multinationalen Gruppe. Der Auftritt auf dem Metalacker ist der erste Auftritt der Truppe, dafür klingt es erstaunlich satt und abgestimmt. Fearless V bestehen aus ehemaligen Mitgliedern von Primal Fear und Victory. Die Songs der Fünf sind gut, aber leider nicht gut genug, um die Leute um ein Uhr morgens noch vor der Bühne zu halten. Aber die Jungs und die Besucher, die noch da sind, haben Spaß und das ist ja das Wichtigste. Auch wir ziehen uns erst mal in unser Schlaflager zurück. Morgen geht es weiter.

Ruins Rising, Metalacker 2026, Foto: Daniel G.

Unser Samstag auf dem MAT2026 beginnt traditionell etwas abseits des Festivalgeländes im Tennenbronner Ferienpark, besser gesagt in der Schwarzwaldstube. Bei leckerem Essen und diversen Kaltgetränken stärken wir uns für den bevorstehenden Festivaltag. Hier noch mal ein großes Lob und Dank an Dirk und Synthia! (dg)

Musikalisch eröffnen Ruin Rising den Tag. Die Deathcore-Combo aus Österreich sorgt direkt für einen brutalen Einstand und obwohl es noch recht früh am Nachmittag ist, versammeln sich immer mehr musikbegeisterte Festivalbesucher vor der Bühne. (dg)

Der Samstagnachmittag gehört definitiv den Freunden des moderneren Metals und mit Accvsed steht die nächste Band aus dem Core-Bereich auf den Brettern der Metalacker-Bühne. Bei perfektem Festivalwetter sorgen die Wiesbadener für ordentlich Bewegung im Publikum. Nicht nur die Fans haben eine gute Zeit, auch die Band um Sänger Tino Mehlig gibt sich bestens gelaunt und sorgt somit für einen kurzweiligen Auftritt. (dg)

Skytribe, Metalacker 2026, Foto: Alex. W.

Weiter geht es mit Skytribe. Die vier Musiker haben sich den vier Elementen verschrieben, das spiegelt sich auch in den Outfits wider. Sängerin Dorothee symbolisiert das Wasser, Leadgitarrist Emanuel die Erde, während Rhythmusgitarrist Robin den Wind und Drummer Elias das Feuer darstellen. Die noch recht junge Band nimmt heute ihr drittes Musikvideo auf. Daher animiert Sängerin Dorthee das Publikum besonders mitzumachen. Das fruchtet beim zweiten Song Rising High auch ganz ordentlich und der Bereich vor der Bühne füllt sich. Trotzdem haben die Wahl-Schwarzwälder einen schwierigen Stand. Die ersten Bands waren mit Death Metal und Metalcore ordentliches Gebolze, da passt der Epic Metal des Quartetts nicht so ganz hinterher. Musikalisch finde ich Skytribe eigentlich nicht schlecht, aber irgendwie will der Funke nicht so ganz überspringen. Vielleicht wäre das in einer anderen Konstellation besser.

Hackneyed, Metalacker 2026, Foto: Daniel G.

Um 19 Uhr betritt mein Highlight des Festivalwochenendes die Bühne: Hackneyed! Zehn Jahre ist die Bandauflösung nun her, doch direkt mit dem Opener Raze The Curtain wird klar, dass die Metalacker-Fangemeinde Bock auf die Schwaben hat. Und was soll ich sagen? Songs wie Deatholution, Finger In The Trigger oder Feed The Lions funktionieren immer noch! Dazu die Ansagen von Phil und Fabi, die jedes Mal on point sind und beweisen, dass Death Metal nicht immer nur todernst sein muss. Nur in einer Sache gilt es, keine Späße zu machen: Kein Platz den Faschisten! Die Menge vor der Bühne tobt und bleibt auch über das komplette Set in Bewegung. Mit Gut Candy beenden Hackneyed diesen grandiosen Auftritt und ich hoffe, dass die Band auch nach diesen zehn Shows weiterhin aktiv bleibt! (dg)

Dominum, Metalacker 2026, Foto: Alex. W.

Zeit für die Invasion der Zombies und ihres Anführers Dr. Dead. Dominum entern die Bühne vor dem beschaulichen Waldstück. Auch der Dominum-Sänger lobt das MAT-Festival und das gemütliche Flair. Der Powermetal der Zombies kommt sehr gut an. Sowohl der Bereich zwischen FOH und Bühne als auch die Ränge sind voll besetzt. Dort wird die Show zwar eher im Sitzen genossen, aber auch hier wird munter mitgewippt. Auf die Frage seitens des Doktors, ob der Pit Spaß habe, antwortet dieser mit lautem Gejohle: „Haben die sitzenden Ränge auch Spaß?“ Erneuter Jubel. Die Untoten sind auf diesem Metalacker auf jeden Fall die stärkste Powermetal-Formation. Inzwischen wird sowohl unten wie oben munter gesprungen und die Zombies generieren den bis dahin größten Circlepit des diesjährigen Ackers. Nach ungefähr der Hälfte des Sets beginnt es leicht zu regnen, was einige wenige Besucher veranlasst, Zuflucht in ihren Zelten zu suchen. Es sind aber definitiv noch genug Besucher geblieben, um eine La-Ola-Welle über den Hang zu fegen. Was darf bei einer Zombie-Band nicht fehlen? Richtig, das Thriller-Cover von Michael Jackson. Der Acker feiert die Metalversion des Klassikers, ein wahrlich belebendes Erlebnis.

Dark Tranquillity, Metalacker 2026, Foto: Alex. W.

Mit Dark Tranquillity steht der letzte Headliner des diesjährigen Tennenbronner Festivals auf der Bühne. Die Schweden des letzten Tages spielen vor einem gut gefüllten Acker. Die Deathmetaller aus Göteborg kitzeln noch mal die letzten Energiereserven aus den Besuchern heraus. Frontmann Mikael Stanne war ja bereits letztes Jahr mit The Halo Effect zu Gast auf dem Metalacker und kennt somit die Location und das Flair. Er weiß, was er von den Besuchern der Show erwarten kann, und diese enttäuschen ihn nicht. Sie springen, jubeln und tanzen zu den Klängen der fünf Schweden. Die langsam aufkommende Kälte stört die Fans vor der Bühne nicht. Aber auf dem Hang lichtet sich langsam das Feld, vermutlich durch die Kombination aus frostigen Temperaturen und dem Sound, der leider schlechter ist als bei den zuvor spielenden Dominum. Es gibt zwar noch ein paar Surfer, die die kurze Strecke vom FoH bis an den Graben zurücklegen, aber der Acker leert sich zunehmend. Die Schweden sind zwar nominell Headliner, aber die echte Party ging, wie schon am Tag zuvor, bei der vorigen Band ab.

Den Rausschmeißer des diesjährigen Metalackers geben Vicious Rain mit ihrem Metalcore. Die Schweizer heizen den verbliebenen Besuchern ordentlich ein und so bildet sich direkt zu Beginn ein wilder Circlepit. Natürlich darf auch eine Wall of Death nicht fehlen. Optisch gehen die Schweizer leider in einem Konglomerat aus Nebel und rotem Licht komplett unter, was den inzwischen gefallenen Temperaturen trotzenden Besuchern allerdings wenig ausmacht. Für uns endet der MAT26 nun aber und wir verziehen uns in unseren Camper. Wir freuen uns aber bereits jetzt schon auf das nächste Jahr.

Ihr wollt noch mehr Bilder vom Metalacker Festival sehen? Kein Problem, die gibt es in Kürze hier und da :-).

Beteiligte Mitarbeitende