Eventname: Dark Troll Festival
Bands: Groza, Naglfar, Wolfheart, Clitcommander, Vætte, Frantic Amber, Ondfødt, Trold, Havamal, Severoth, XIV Dark Centuries, Enisum, Saturnebula, Weltenbrandt, Helgrindur, Lucifer’s Cold Embrace, Heimdalls Wacht, Obscurity, Skyforger, Gjallar, Barbarossa Pipes & Drums, Tylangir, Spere, Vanaheim, Zørza, Fejd, Vinterland, Arkona
Ort: Burg Bornstedt bei Eisleben, Sachsen-Anhalt
Datum: 14.05 bis 16.05.2026
Kosten: VVK 105,44 €
Genres: Pagan Metal, Folk Metal, Melodic-Black Metal, Melodic Death Metal
Besucher: geschätzt 1.000 Besucher
Veranstalter: In Fiction
Link: https://www.darktroll-festival.de/
Das Dark Troll wird 15 und das kann man ausgiebig feiern. Also holt man sich eine Band dazu auf die Burg: Clitcommander aus dem nahen Eisleben spielen als Überraschungsband auf und ballern den Festivalbesuchern, die für Pagan, Folk und Black gekommen sind, ihren Grindcore entgegen. Die feiern jedoch einfach zurück, denn die gute Laune schwappt von der Bühne herunter ins Publikum. Das ist beim Dark Troll übrigens jedes Jahr das Gleiche und anders als bei großen Festivals: Das Dark Troll ist ein Spartenfestival und die Fans kommen wegen genau der Musik, die sie mögen und auch geballt an drei Tagen bekommen. Während es bei großen Festivals die ersten Bands eher schwer haben, weil alle auf die teuren Headliner warten, die darüber hinaus auch alle drei Jahre erneut auftreten, sich also in den frühen Stunden nur ein paar Mitleidszuschauer vor der Bühne sehen lassen und dazu noch viele Genres angeboten werden, die unterschiedliche Fankreise interessieren, gibt es dort immer sehr unterschiedliches Publikumsinteresse. Beim Dark Troll hingegen bleibt das Infield von der ersten bis zur letzten Band gut gefüllt. Es geht los und zack, die Leute sind da, interessiert und froh, ihre Musik abfeiern zu können.
Aber zuerst muss man den Aufstieg hoch zur Burg Bornstedt – oder Schweinsburg, wie sie auch genannt wird, bewältigen. Die Stufen, auch Treppen nach Cirith Ungol genannt, sind der ultimative Gradmesser für den fortschreitenden Alterungsprozess. Vor zehn Jahren bin ich, zumindest meiner Erinnerung nach, noch wie ein junger Legolas hinaufgehüpft. Jetzt schnaufe ich wie Gimli in seiner dicken Rüstung, wenn ich die Stufen mit meinem schweren Kamerarucksack nehme. Doch zurück zum gerade beginnenden Festival, dem Clitcommander gerade die musikalische Jungfräulichkeit genommen haben.
Donnerstag
Auch bei Vætte ändert sich nichts am Status der Zuschauermenge. Die Menge geht höchstens noch ein wenig weiter nach oben. Die Dänen spielen das erste Mal in Deutschland. Auch so eine typische Sache auf den Dark Troll. Jedes Jahr gibt es hier Bands, die zum ersten Mal in Deutschland live zu sehen sind. Vætte spielen Folk Metal. Die Band selbst ist noch sehr jung, 2022 gegründet, und bisher haben sie einige Songs und eine EP veröffentlicht.

Es bleibt interessant. Frantic Amber aus Schweden sind eine reine Frauenband. Die Melo-Deather sind vom Stil her eher ein wenig Exoten, doch werden sie genauso begeistert vom Publikum gefeiert, wie andere Bands. Ihre Show ist druckvoll und energiegeladen. Wobei heute insgesamt drei Melodic-Death-Bands aufspielen. Es folgen nämlich noch Havamal und Wolfheart. Diese Häufung ist gar nicht mal so normal für das Dark Troll, wird aber super gut vom Publikum angenommen. Die Bands sind einfach alle gut. Die Show von Frantic Amber, die wegen Soundproblemen mit ein wenig Verspätung beginnt, überzeugt auf jeden Fall. Die Band gibt es seit 18 Jahren, nur Drummerin Akane ist erst in diesem Jahr dazu gestoßen. Die Besetzung ist dabei international: die Hälfte japanisch, ansonsten schwedisch und dänisch. Auf das Dark Troll kommen sie mit ihrem aktuellen Album Death Becomes Her, das sie vor einem Jahr veröffentlicht haben.
Beim folgenden Auftritt der Finnen von Ondfødt dreht sich alles um Black Metal. Sie sind damit die erste Band des Genres. Corpsepaint darf da nicht fehlen. Das Quartett um Sänger Owe Inborr, der nach Drums und Gitarre seit einigen Jahren am Bass zupft, hat vor gut einem Jahr mit Dimsvall ihr letztes Album vorgelegt. Schön, daraus etwas live zu hören. Interessanterweise singen die Finnen auf Schwedisch. Aber das kommt den wenigsten im Publikum spanisch vor.

Wir bleiben skandinavisch. Trold aus Dänemark sind folkiger. Sänger Allan Madsen macht zuerst einen auf Kapuzenmann, ehe er dann doch sein Gesicht zeigt. Der Gig macht Laune, die Songs sind eingängig und mitreißend. Da stört auch das kühle Wetter nicht, denn in diesem Jahr fallen Dark Troll und die Eisheiligen zusammen mit entsprechenden Temperaturen. Tagsüber lässt es sich zwar ganz gut aushalten, nachts sind jedoch Temperaturen von um die 6 Grad angesagt. Da heißt es: warm anziehen! Aber das nur nebenbei.
Heute ist nordischer Tag beim Dark Troll. Havamal aus Schweden spielen als Nächstes auf. Folkig angehauchter Melodic Death. Die Optik mit ihren schwarz bepinselten Oberkörpern und Gesichtern erinnert ein wenig an Finsterforst, aber musikalisch haben beide natürlich nichts miteinander zu tun. Die Band bringt ihr Album Age Of The Gods mit, das sie vor einem halben Jahr veröffentlicht hat, und spielt daraus einige Songs. Am Ende des Auftritts gibt’s noch den Publikumsliebling Berserker vom Debütalbum.

Es folgt mit Severoth ein ukrainischer Ausnahmekünstler. Das Projekt vergrößert sich auf der Live-Bühne um drei Musiker, schließlich müssen live auch Gitarren und Drums bedient werden. In den letzten 13 Jahren hat er mit ganzen sechs großartigen Alben überzeugt. Zuletzt erschien im Januar dieses Jahres ein Live-Album. Auftritte von Severoth sind rar, es ist also wieder einmal eine dieser besonderen Gelegenheiten, von denen das Dark Troll jedes Jahr welche bietet, indem es Bands und Künstler verpflichten kann, die man selten oder noch nie gesehen hat. Da macht das Team um Veranstalter Kelly immer einen super Job. Musikalisch geht es hier um Ambient Black Metal. Die Soundkulisse baut sich langsam auf, um in beeindruckenden Arrangements irgendwo zwischen düster, melancholisch und majestätisch zu changieren. Von seinen langen, komplexen Titeln bringt Severoth immerhin vier in der Setlist unter. Der Auftritt war ein großartiges Erlebnis.
Jetzt tritt die erste Band auf, die man als altgediente Dark–Troll-Band bezeichnen kann: XIV Dark Centuries haben hier schon den einen oder anderen Live-Auftritt hingelegt. Beim Dark Troll bitten sie gerne weitere Akteure mit auf die Bühne. Vor einigen Jahren, als sie schon einmal beim Dark Troll auftraten, waren es die Germanen-Reenacter, die jedes Jahr zuverlässig im oberen Teil der Burg mit ihren Zelten lagern und einen Schildwall auf der Bühne bildeten. Diesmal kamen die maskierten Sagengestalten der Schattenwelten Südharz zum Einsatz, um die Soundkulisse des Pagan Metal eindrucksvoll optisch zu untermalen. Die ebenso fantasievoll wie furchterregend kostümierten Mitglieder waren als Walking Act auch auf dem restlichen Festival zugegen, boten sich gerne als gruselige Fotomotive an und sorgten allenthalben für Hingucker.

Mit dem Tages-Headliner Wolfheart kommen wir wieder zum Melodic Death zurück, was vielleicht nicht zur Kernausrichtung des Dark Troll gehört, doch worüber ich und ein großes Publikum aber froh sind, sie hier zu haben. Die Finnen rund um den sehr umtriebigen Tuomas Saukkonen haben seit 2013 schon sieben Alben und noch viel mehr Singles veröffentlicht. Den Status, den sie sich in dieser Zeit erarbeitet haben, kann man auch daran erkennen, dass sie am ersten Tag Headliner sind.
Wer Enisum kennt, weiß, dass die Band ein Garant für sich langsam vom Atmosphärischen bis ins Hochdramatische aufbauenden Klangwelten ist. Lange Songs mit getragen beginnenden Melodien, die sich immer weiter in der Intensität ihrer klagenden Harmonien steigern, beschließen nun auch den ersten Tag des Festivals. Die Italiener enttäuschen die Erwartungen nicht. Sie haben im März erst ihr neuestes Album veröffentlicht, jede Menge neues Material, das gespielt werden will. Man muss als Zuschauer nur Temperaturen von 5 bis 6 Grad Celsius aushalten können vor der Bühne, denn es ist sehr kalt geworden, seitdem die Nacht vor einigen Stunden hereingebrochen ist. Vielleicht wird es morgen gemütlicher.
Freitag
Den Freitag eröffnen Saturnebula und die sind eine richtige Entdeckung. Gespielt wird schneller, roher Black Metal. Die Band ist noch jung, im letzten Jahr gabs die erste EP, die auch hier auf dem Dark Troll das Publikum mit hasserfüllt ins Mikro gespieenen Texten verzückt. Bassistin und Sängerin Sepulchral Owl hat eine tolle Bühnenpräsenz und die Songs der Band sind kompromisslos klassisch.
Weltenbrandt bieten schon am Mittag eine Portion etwas ruhigerer Klänge. Aber keine Sorge, zu ruhig wird es mit den Österreichern auch nicht, ihr Post-Black-Metal enthält noch genug wilde Energie, damit keiner im Mittagstief versackt. Der Platz vor der Bühne ist anhaltend gut gefüllt.

Dass Helgrindur auftritt, ist logistisch leicht erklärt, gibt es doch mit Njalvar, Alex und Gia Überschneidungen mit der Besetzung von Obscurity. Und wenn man schon mal da ist, kann man auch gleich zwei Bands mit passender Musik auf die Bühne lassen, anstatt nur eine einzige. Die Musik ist mit Pagan Black auch nicht so weit entfernt vom Melo Black und Viking, den Obscurity sich auf die Fahnen geschrieben haben. Und Obscurity-Sänger Agalaz ließ es sich auch nicht nehmen, beim Song Bergisches Land (Lokalpatriotismus gibt’s in beiden Bands) zu singen.
Bei Lucifer’s Cold Embrace schlägt dann das Wetter unbarmherzig zu. Die Band performt im strömenden Regen, geschützt von der überdachten Bühne. Soviel zu meiner Wetterhoffnung von gestern. Die Zuschauer lassen sich den Auftritt trotzdem nicht nehmen und sind wettertechnisch vorbereitet. Dabei ist dies der erste Auftritt der Band, nachdem sie aus dem Soloprojekt von Gitarrist und Sänger Martin Van Beek zu einer vollwertigen Band wurden. Der Stil der Niederländer lässt sich am ehesten als melodisch angehauchte Mischung aus Black und Death Metal beschreiben, mit der ein ganz eigener Sound entsteht. Ein Live-Debüt, das sehr überzeugt.

Bis zu Heimdalls Wacht hatte sich das Wetter wieder gefangen. Die Band hat musikalisch wirklich einen hohen Output. Seit 2008 ganze acht Alben und dazu noch andere Veröffentlichungen. Zuletzt im letzten Jahr eine Compilation. Ihren Pagan Black bringen sie nicht nur musikalisch, sondern auch optisch hervorragend rüber. Die Setlist fährt gekonnt zwischen ganz alten Songs (Ekte Westfäölske Svatte Metall, Des Nordens Stern) und neueren (Jeder Abschied Atmet Den Tod) hin und her und zeigt damit einen kleinen Querschnitt ihres Schaffens. Bei Zeit für sieben Songs muss man sich natürlich auf ein paar Highlights beschränken. Sind ja auch alles Brecher von bis über sieben oder acht Minuten Länge.
Mit Obscurity kommt die zweite Band auf dem Festival, die man hier als Serientäter bezeichnen kann. Oft gebucht, ist ihnen jedes Mal der Jubel des Publikums sicher. Die deutschen Viking-Metal-Heroen sind einfach eine Größe in ihrem Subgenre. Die Band kommt mit aktuellem Material, ihr Album Ascheregen ist erst vor wenigen Monaten erschienen und sie präsentieren daraus auch einige Songs beim Konzert. Dass Obscurity hier ein Selbstläufer sind, muss man nicht mehr erwähnen.
Skyforger sind eine lettische Größe im Pagan Metal. Die Band hat sich in den ersten Jahren ihres Bestehens mehrmals umbenannt, existiert aber schon seit 1989. Ein wahres Urgestein! Ihr letztes Album Teikas ist letztes Jahr nach zehn Jahren ohne neues Album erschienen, spielt aber in der heutigen Setlist gar keine so prominente Rolle. Dafür sind auf ihren bisher sieben erschienenen Alben zu viele andere hochklassige Songs, die auch gespielt werden wollen.

Es ist mittlerweile dunkel und damit kommt die richtige Zeit für Groza. Die Band inszeniert ihre Auftritte immer in Dunkelheit, Nebel und mit geheimnisvoller Beleuchtung, sodass ein Konzert im Sonnenschein auch viel von der damit verbundenen Atmosphäre wegnehmen würde. Zum Glück haben sich Groza in den letzten Jahren weit nach oben gespielt, was Klasse, Bekanntheit und Beliebtheit angeht, sodass sie ganz selbstverständlich den heutigen Headliner-Slot am späten Abend besetzen. Neben kapuzenverhüllten Bandmitgliedern darf auch der ikonische Weltenbaum am Mikro-Ständer nicht fehlen. In der Setlist wird das letzte, starke Album, das vor anderthalb Jahren erschien, nach und nach komplett gespielt.
Und wer jetzt noch nicht genug musikalische Höhepunkte hatte, für den kommen nun noch Gjallar. Nachdem Gjallar mit ihren Falkenbach-Interpretationen im letzten Jahr für Begeisterung gesorgt hatten, wurden sie auch 2026 wieder eingeladen und haben es auch gleich auf einen After-Headliner-Slot geschafft. Die Falkenbach-Tribute-Band bedient gekonnt den Wunsch vieler, den Sound von Falkenbach live zu hören. Auch wenn der Meister selbst es ablehnt, seine Werke live zu spielen, so machen doch Gjallar ihre Sache sensationell gut. Das auch so spät noch volle Infield auf der Burg bestätigt diesen Eindruck.
Samstag
Und schon ist wieder der letzte Tag auf der Burg Bornstedt angebrochen und das Festival ist bald vorbei. Drei tolle Tage der Entspannung, des Auftankens und voll guter Musik liegen bald hinter uns. Doch zuerst wartet noch das Line-up für diesen Tag auf uns und bringt noch einige Höhepunkte.
Schon zweimal als Festival-Eröffnung eingeladen, sind die Barbarossa Pipes & Drums in diesem Jahr erst am letzten Tag dran. Mit gewohntem, beeindruckendem Dudelsack- und Paukenpomp ziehen sie in Reih und Glied mit schottischen Klängen in die Burg ein und nehmen vor der Bühne Aufstellung – dort, wo sonst das Publikum steht. Zum einen sind es viel zu viele Mitglieder, um auf die Bühne zu passen, zum anderen kann so viel besser mit dem Publikum auf Augenhöhe kommuniziert werden und die einzelnen Lieder, die sie spielen – meist traditionelle schottische Klänge. Dazu passen dann auch wieder die verwunschenen Gestalten der Schattenwelten Südharz, die sich auch mit unter die Musiker mischen.

Auch die Schweizer von Tylangir sorgen für ein besonderes Erlebnis. Ihr Folk Metal wird mit jeder Menge – zumindest für den Metal-Bereich – ungewöhnlicher Instrumente wie Harfe, diversen archaischen Trommeln, Flöten, Rasseln, Hörnern als wesentliche Elemente angereichert. Das verstärkt den archaischen Eindruck ihres Folk Metals ungemein und verleiht ihm als ungewöhnliche Spielart ein Alleinstellungsmerkmal.
Nachdem um diese Zeit beim letzten Spieltag der dritten Liga auch feststand, dass Energie Cottbus wieder in die zweite Liga aufsteigt, ließ sich Fan Kelly dazu hinreißen, ein paar Fässer Freibier zu spendieren. Da kann man nur sagen: Gutes Timing von der Liga, ausgerechnet heute ihr letztes Spiel anzusetzen.
Spere ist ein noch junges deutsches Black-Metal-Projekt. Ihr Debüt erschien 2024. Dass man mit zwei Musikern nicht alle Klänge live erzeugen kann, liegt auf der Hand. So sind nur Drums, Gitarre und Gesang dem Augenblick entsprungen. Die Band mit Mitgliedern von Horn und Halphas mixt Black Metal mit Synthesizer-Klängen, was sich überraschend gut ergänzt und ineinander einfügt. Die Band erzeugt so intensive Klangwelten, die nachhallen.

Und wieder so eine Band, die mittlerweile irgendwie zum Dark Troll gehört: Die Niederländer von Vanaheim bringen Freude an der Show und Spaß am Interagieren mit dem Publikum mit. Ihre Mischung aus epischem Folk und Pagan bringt eingängige Songs hervor, die das Publikum mühelos mitreißen. Im September wird ihr nächstes Album erscheinen, aus dem sie schon einmal Songs wie De Overtocht und Eendracht Maakt Macht spielen.
Die Beispiele an besonderen Momenten reißen nicht ab. Mit Zørza betritt wieder eine Band die Bühne, die das erste Mal in Deutschland spielt. Die Post-Black-Metal-Band ist noch relativ jung, hat sich erst vor vier Jahren gegründet. In der Zeit haben sie aber schon eine EP und ein Album herausgehauen. Das zweite steht unmittelbar bevor und erscheint noch im Juni. Sehr motiviert! Interessanterweise wurde nichts aus dem kommenden Album Twilight Of The Golden Star gespielt, das scheint noch geheime Verschlusssache zu sein.

Über Fejd muss man ja eigentlich nicht mehr viel sagen. Die Schweden sind schon so lange eine feste Größe der Folk- und Pagan-Szene. Auch Fejd sind bekannt dafür, eine weite Varietät an traditionellen Instrumenten in ihrer Musik zu verwenden. Kuhhörner, Drehleier, Maultrommel, Dudelsack, Flöten, sowie diverse Saiteninstrumente sorgen für einen einzigartigen und typischen Sound, denn auf E-Gitarren verzichten sie gänzlich. Zwar haben sie ihr letztes Album schon 2016, also vor zehn Jahren, veröffentlicht, arbeiten jedoch an neuem Material, von dem sie auch Kostproben wie Älvagrimmar mit nach Bornstedt brachten.
Das Dark Troll neigt sich langsam dem Ende zu und jetzt kommt mit Naglfar noch ein richtiger Klopper. Die drei Schweden (+ Liveunterstützung) knallen dem nun wirklich zahlreich erschienenen Publikum ihr Brett aus Melodic Black Metal entgegen. Auf weitere Metalkonzert-Berichts-Plattitüden verzichte ich an dieser Stelle lieber. Perfekt zwischen Härte und melodischen Versatzstücken austarierte Songs zeigen natürlich gleich, welchen Stellenwert die Band sich in den vielen Jahren ihres Bestehens erspielt hat, und bringt das Infield zum Jubeln. Schönes Detail: Live-Bassist Alex „Impaler“ Friberg erinnert mit seinem T-Shirt an den unvergessenen L.G. Petrov. Wie oft ich seine letzte Band Entombed A.D. gesehen habe – die tourten quasi immer. Und dann war er plötzlich nicht mehr da. Naglfar jedoch schreiten heute weiter in ihrer großartigen Show voran, bis die Uhr gnadenlos heruntergezählt hat.

Die vorletzte Band, Vinterland, sie spielen ebenfalls Melodic Black, treten hier 30 Jahre nach der Veröffentlichung ihres ersten und bisher leider einzigen Albums Welcome To My Last Chapter an. Dieses Jahr haben sie sich plötzlich mit einer neuen EP zurückgemeldet und nun sind sie hier auf Burg Bornstedt. Und um das Album-Jubiläum zu feiern, spielen sie natürlich daraus jede Menge Stücke.
Die polnischen Black Metaller von Arkona beschließen das Dark Troll 2026. Die Band gibt es seit über 30 Jahren, ihr letztes Album, Stella Pandora, haben sie 2024 veröffentlicht. Und als die letzten Klänge verhallen, ist es schon wieder vorbei. Wie in jedem Jahr kommt das Ende dann doch schneller, als man es zu Beginn dachte, wenn all die schönen Erlebnisse auf der Burg noch vor einem liegen.
Das Wiedersehen mit alten Freunden und Bekannten, der Blick von den Burgmauern ins weite Land. In diesem Jahr war die Fernsicht sogar so gut, dass man ganz am Horizont den exakt 100 km entfernten Großen Inselsberg im Thüringer Wald sehen konnte. Direkt durch die Thüringer Pforte zwischen Schmücke und Hainleite. Wie immer hervorzuheben ist die gute und günstige Verpflegung, für die in Teilen die Vereine aus dem Dorf verantwortlich sind. Ansonsten gibt’s die Knobibrot-Bäckerei und Brathahn Statt Satan. Ebenso erwähnenswert ist die gute Zusammenarbeit mit Bornstedt und seinen Vereinen, denn das ist ein wichtiger Ankerpunkt dafür, dass das Dark Troll hier auf der Schweinsburg überhaupt stattfinden kann. Die Fußballer geben ihren Platz neben der Burg als Campingground her, im Dorf selbst werden verschiedene Freiflächen zum Zeltplatz umfunktioniert.
In diesem Jahr gab es außerdem noch eine weitere Fläche für die vielen Caravans, mit denen die Metalfans mittlerweile anreisen. Und wieder einen Shuttle-Bus, der auf Anruf Leute einsammelt und auf die Burg fährt. Es gibt eigentlich keinen sinnvollen Wunsch, den der Veranstalter nicht erfüllt, bei der Organisation des Dark Troll. Der Bierpreisindex steht bei noch recht fairen 5 Euro für 0,4l. Ich denke, es wird schwer, da noch eine Brauerei zu finden, die es günstiger macht. Und die Bierwagen-Crews sind wie immer fix beim Ausschenken. Gerne nächstes Jahr wieder!








































































































































