Dortmund Deathfest 2026 am 31.07. und 01.08.2026 / Tag 1

Grandioser Auftakt des Dortmund Deathfest

Event: Dortmund Deathfest 2026

Bands: Deicide, Asphyx, Immolation, Benediction, Misery Index, Sanguisugabogg, Cryptopsy, Jungle Rot, 200 Stab Wounds, Beheaded, Blood Red Throne, Stillbirth, BRAT, Pighead, Carnal Tomb, Mutagenic Host, Embrace Your Punishment, Rise Of Kronos, Messticator, Fleshworks, Celestial Scourge, Omnivortex,  Voorhees, Unhallowed Deliverance

Ort: JunkYard, Schlägelstraße 57, 44145 Dortmund

Datum: 31.07. – 01.08.2026

Kosten: 120,00 Euro VVK beide Tage

Genre: Death Metal, Technical Death Metal, Old School Death Metal

Veranstalter: Dortmund Deathfest

Link: https://www.facebook.com/DortmundDeathfest

Der Weg führt uns auch 2026 wieder nach Dortmund in den Junkyard. Der Anlass ist natürlich das Dortmund Deathfest, das erneut zwei Tage lang die volle Breitseite des Death Metal auffährt. Während 2025 noch eine Pre-Party am Donnerstag den Auftakt bildete, konzentriert sich das Festival diesmal vollständig auf die beiden Haupttage. Das hochkarätig besetzte Line-Up macht die Reise für uns von Time For Metal erneut zur Pflichtveranstaltung.

Kollege Robin und ich haben uns extra freigenommen, um entspannt und ohne Zeitdruck anreisen zu können. Wie schon im vergangenen Jahr beziehen wir unser Quartier im Unique Pearl in der Dortmunder Nordstadt. Das Hotel, das in einer ehemaligen Kirche untergebracht ist, könnte atmosphärisch kaum besser zu einem Death-Metal-Festival passen. Zudem liegt der Junkyard nur wenige Gehminuten entfernt, also ideale Voraussetzungen für ein intensives Festivalwochenende.

Impressionen Tag 1, Dortmund Deathfest 2026, Pic by Big Simonski

Pünktlich zum Gig der ersten Band auf der Außenbühne, Blood Red Throne, erreichen wir das Festivalgelände. Sofort treffen wir auf zahlreiche bekannte Gesichter und genießen die familiäre Atmosphäre, die das Dortmund Deathfest bereits bei unserem ersten Besuch ausgezeichnet hat. Natürlich begrüßen wir auch Veranstalter Lukas, der das Festival nicht nur erneut hervorragend organisiert, sondern am zweiten Abend mit seiner Band Stillbirth selbst auf der Bühne stehen und das Wochenende gebührend abschließen wird. Dazu später mehr im Bericht zum zweiten Festivaltag.

Ebenso groß ist die Freude über das Wiedersehen mit unserem Freund und Fotografenkollegen Nova. Solche Begegnungen machen Festivals wie das Dortmund Deathfest neben der Musik zu etwas Besonderem und sorgen schon zu Beginn für die passende Stimmung.

Blood Red Throne – norwegische Urgewalt zum Auftakt

Blood Red Throne, Dortmund Deathfest 2026, Pic by Big Simonski

Den Auftakt auf der Außenbühne übernehmen die norwegischen Death-Metal-Veteranen Blood Red Throne und die machen vom ersten Ton an klar, dass sie nichts von Altersmilde halten. Mit einer kompromisslosen Mischung aus brutalen Riffs, wuchtigen Blastbeats und tiefen Growls sorgen sie bereits am frühen Nachmittag für die ersten Moshpits vor der Bühne. Über die Jahre hat die Band zahlreiche Besetzungswechsel erlebt. Von der ursprünglichen Formation ist heute nur noch Gitarrist Død an Bord, während insbesondere die Position am Mikrofon im Laufe der Bandgeschichte mehrfach neu besetzt wurde. Dennoch haben sich Blood Red Throne ihren charakteristischen Sound bewahrt und sind ihrem kompromisslosen Death Metal stets treu geblieben. Alte Klassiker fügen sich nahtlos neben neuerem Material ein und zeigen eindrucksvoll, warum die Norweger seit Jahrzehnten zu den festen Größen der europäischen Death-Metal-Szene zählen. Ein kraftvoller Festivalauftakt, der die Messlatte für das weitere Wochenende bereits hochlegt.

Voorhees – Old School Death Metal mit Horror-Atmosphäre

Voorhees, Dortmund Deathfest 2026, Pic by Big Simonski

Direkt im Anschluss geht es für uns in die Halle, in der die Franzosen von Voorhees die Indoor-Bühne übernehmen. Das Quartett aus Metz setzt kompromisslos auf Old School Death Metal und verbindet diesen mit einer gehörigen Portion Horror-Atmosphäre. Schon der Bandname und das markante Logo lassen keinen Zweifel daran, dass hier die düstere Welt klassischer Slasher-Filme Pate steht. Musikalisch liefern Voorhees ein wuchtiges Brett aus sägenden Riffs, donnernden Drums und tiefen Growls, das perfekt zur morbiden Ausrichtung passt. Zwischen brachialer Härte und treibenden Grooves entwickelt sich schnell Bewegung vor der Bühne, und die ersten Headbanger kommen ordentlich auf ihre Kosten. Ein intensiver Auftritt, der eindrucksvoll beweist, dass traditioneller Death Metal mit einer gelungenen Horror-Ästhetik bestens funktioniert.

Beheaded – brutale Death-Metal-Wucht aus Malta

Beheaded, Dortmund Deathfest 2026, Pic by Big Simonski

Zurück auf der Außenbühne stehen mit Beheaded echte Veteranen des maltesischen Brutal Death Metal auf dem Programm. Für mich ist es nicht die erste Begegnung mit der Band – zuletzt konnte ich sie beim Deathfeast in Andernach erleben, wo sie einmal mehr ihre Live-Qualitäten unter Beweis stellten. Auch im Junkyard liefern die Malteser wieder eine beeindruckende Vorstellung ab. Trotz der ohnehin schon schweißtreibenden Temperaturen treiben sie das Thermometer gefühlt noch weiter nach oben. Vor der Bühne wird es zunehmend voller, die Fans rücken enger zusammen und der Moshpit kommt erstmals so richtig in Fahrt.

Mit ihrer gnadenlosen Mischung aus technischer Präzision, brutalen Riffs und unbändiger Spielfreude zeigen Beheaded eindrucksvoll, warum sie seit Jahrzehnten zu den Aushängeschildern der maltesischen Death-Metal-Szene gehören. Die Band wirkt bestens eingespielt und hat das Publikum jederzeit im Griff. Eine interessante Randnotiz: Bassist David Cachia ist der Cousin von Alan Briffa, dem Frontmann der ebenfalls aus Malta stammenden Death-Metal-Band Bound To Prevail.

Omnivortex – technischer Death Metal mit schwarzer Note

Omnivortex, Dortmund Deathfest 2026, Pic by Big Simonski

In der Halle übernehmen anschließend Omnivortex aus Helsinki das Kommando und zeigen eindrucksvoll, dass technischer Death Metal weder steril noch verkopft klingen muss. Das finnische Quartett verbindet rasante Tempowechsel mit schwarzen Einflüssen und einer beeindruckenden Präzision, ohne dabei die rohe Aggression aus den Augen zu verlieren. Die Band zaubert ein Klanggewitter, das die Zuschauer förmlich mitreißt. Ein intensiver Auftritt für Fans von kompromisslosem, modernem Technical Death Metal mit einer finsteren Note.

200 Stab Wounds – der erste große Abriss des Tages

Mit 200 Stab Wounds erreicht die Stimmung auf der Außenbühne den nächsten Höhepunkt. Die US-Amerikaner legen einen derart brachialen Auftritt hin, dass vor der Bühne endgültig kein Halten mehr ist. Der Moshpit wächst mit jedem Song. Selbst die hohen Temperaturen scheinen niemanden auszubremsen. Die Band verbindet klassischen Old School Death Metal mit einer modernen, unglaublich druckvollen Herangehensweise und verleiht den vertrauten Zutaten eine erfrischend eigenständige Note. Jedes Riff trifft wie ein Vorschlaghammer und die rohe Energie überträgt sich unmittelbar auf das Publikum. 200 Stab Wounds liefern eines der bisherigen Highlights des ersten Festivaltages ab und hinterlassen ein regelrechtes Schlachtfeld vor der Bühne.

200 Stab Wounds, Dortmund Deathfest 2026, Pic by Big Simonski

Hier beim Dortmund Deathfest bleibt kaum Zeit zum Durchatmen. Ein musikalisches Highlight jagt das nächste, sodass der ständige Wechsel zwischen Außen- und Innenbühne beinahe zu einem sportlichen Spagat wird. Kaum endet ein Auftritt, beginnt wenige Minuten später bereits der nächste auf der anderen Bühne. Trotzdem bleibt zwischen den Konzerten immer wieder Gelegenheit für die Momente, die ein Festival ebenfalls ausmachen: kurze Gespräche, bekannte Gesichter und neue Begegnungen.

Besonders freut mich das längere Gespräch mit den Jungs von 200 Stab Wounds. Trotz ihres furiosen Auftritts nehmen sie sich Zeit für einen lockeren Plausch, bei dem schnell klar wird, wie bodenständig die Amerikaner geblieben sind. Zum Abschied gebe ich ihnen mit auf den Weg, dass ich hoffe, sie schon bald auf einer eigenen Tour wiederzusehen.

Celestial Scourge – technische Präzision aus Norwegen

Celestial Scourge, Dortmund Deathfest 2026, Pic by Big Simonski

Zurück in der Halle übernehmen Celestial Scourge das Kommando und beweisen eindrucksvoll, warum sie derzeit zu den spannendsten Newcomern im Technical Death Metal zählen. Die Norweger präsentieren Material ihres Debütalbums aus dem letzten Jahr mit einer Präzision und Intensität, die kaum Wünsche offenlässt. Brutale Riffs treffen auf komplexe Songstrukturen und irrwitzige Tempowechsel. Die Band bringt eine brachiale Energie auf die Bühne, die sich unmittelbar auf die Zuschauer überträgt. Celestial Scourge liefern einen mitreißenden Auftritt ab und zeigen eindrucksvoll, dass sie das Potenzial haben, sich dauerhaft in der internationalen Szene zu etablieren.

Sanguisugabogg – moderne Brutalität aus Ohio

Sanguisugabogg, Dortmund Deathfest 2026, Pic by Big Simonski

Sanguisugabogg folgen nun auf der Außenbühne. Erst vor wenigen Monaten konnte ich die Band bei ihrer großartigen Double-Headliner-Tour mit Fulci im Kulttempel Oberhausen erleben. Die Truppe aus Ohio hat sich innerhalb weniger Jahre eindrucksvoll in der Spitzengruppe des modernen Death Metal etabliert. Frontmann Devin Swank betritt mit einem diabolischen Grinsen die Bühne, feuert seine tiefen Growls ins Mikrofon und hat das Publikum vom ersten Moment an fest im Griff. Die Gitarristen Ced Davis und Drew Arnold liefern sich ein beeindruckendes Wechselspiel aus tonnenschweren Riffs, schleppenden Grooves und explosiven Ausbrüchen, die immer wieder in gnadenlose Brutalität umschlagen. Es entwickelt sich eine Klangwand, der man sich kaum entziehen kann. Sanguisugabogg bestätigen eindrucksvoll ihren Ruf als eine starke Liveband.

Rise Of Kronos—Hamburger Death Metal mit voller Energie

Rise Of Kronos, Dortmund Deathfest 2026, Pic by Big Simonski

Rise Of Kronos locken zahlreiche Besucher vor die Bühne in der Halle und zeigen eindrucksvoll, warum sie sich in den vergangenen Jahren zu einer festen Größe der deutschen Death-Metal-Szene entwickelt haben. Die Hamburger um Frontmann Tom Robinson strotzen vor Spielfreude und präsentieren mit großer Selbstverständlichkeit Songs ihres gefeierten aktuellen Albums Slave Of Time. Die Band wirkt hervorragend eingespielt, was angesichts ihrer intensiven Live-Aktivitäten kaum überrascht. Druckvolle Riffs, präzises Zusammenspiel und eine enorme Bühnenpräsenz sorgen dafür, dass die Halle durchgehend in Bewegung bleibt. Besonders bei den neueren Songs zeigt sich, wie gut das aktuelle Material auch live funktioniert.

Benediction – britische Death-Metal-Institution in Bestform

Langsam neigt sich der erste Festivaltag seinem Ende entgegen, doch auf der Außenbühne wartet mit Benediction noch einmal ein echtes Schwergewicht des europäischen Death Metal. Die Band aus Birmingham – jener Stadt, die Metalfans unweigerlich mit Black Sabbath und dem viel zu früh verstorbenen Ozzy Osbourne verbinden – beweist eindrucksvoll, warum sie seit Jahrzehnten zu den Konstanten des Genres zählt. Viele Fans vermissen natürlich Dave Ingram, der die Band über Jahre mit seiner markanten Stimme und seiner charismatischen Bühnenpräsenz geprägt hat und aus gesundheitlichen Gründen derzeit nicht auf Tour gehen kann. Mit Dave Hunt steht jedoch ein Mann am Mikrofon, der bei Benediction alles andere als ein Unbekannter ist. Der frühere Sänger der Band und gleichzeitig Frontmann von Anaal Nathrakh fügt sich nahtlos ein und überzeugt vom ersten Song an mit kraftvollen Growls und einer enormen Bühnenpräsenz.

Benediction, Dortmund Deathfest 2026, Pic by Big Simonski

Musikalisch bieten Benediction genau das, was ihre Fans erwarten: schwere, bedrohlich walzende Passagen wechseln sich mit schnellen, gnadenlosen Attacken ab. Die Band zeigt, dass sie auch in dieser Besetzung nichts von ihrer Durchschlagskraft eingebüßt hat. Der Auftritt gehört ohne Zweifel zu den Höhepunkten des Tages.

Nach dem Konzert ergibt sich sogar noch die Gelegenheit, mich eine Weile mit Dave Hunt zu unterhalten. Natürlich dreht sich das Gespräch nicht nur um seine Rückkehr zu Benediction, sondern auch um seine Arbeit mit Anaal Nathrakh. Ein gelungener Abschluss eines beeindruckenden Auftritts.

Mutagenic Host – Old School trifft Hardcore-Einflüsse

In der Halle übernehmen anschließend Mutagenic Host das Kommando, spannende Newcomer der britischen Death-Metal-Szene. Ihr Sound wurzelt tief im klassischen Old School Death Metal, wird aber immer wieder von ruppigen Hardcore-Einflüssen aufgebrochen, was den Songs eine zusätzliche Portion Wucht verleiht. Schwere Riffs, ein gnadenlos treibendes Schlagzeug und aggressive Vocals sorgen dafür, dass sich auch vor der Indoor-Bühne schnell Bewegung entwickelt.

Mutanic Host, Dortmund Deathfest 2026, Pic by Big Simonski

Asphyx – Death Doom in seiner reinsten Form

Den Schlusspunkt auf der Außenbühne setzt mit Asphyx eine der ganz großen Institutionen des europäischen Death Metal. Rund um Frontmann Martin van Drunen zelebrieren die Niederländer ihren unverwechselbaren Mix aus schwerem Death Metal und erdrückendem Doom mit einer Selbstverständlichkeit, die nur jahrzehntelange Erfahrung mit sich bringt. Jeder Ton wirkt wie ein tonnenschwerer Schlag, jeder langsam aufbauende Part entfaltet eine bedrohliche Wucht, bevor die Band wieder gnadenlos das Tempo anzieht.

Asphyx, Dortmund Deathfest 2026, Pic by Big Simonski

Besonders freut es mich natürlich, mit Stefan „Husky“ Hüskens einen echten „Kowelenzer Jung“ hinter dem Schlagzeug zu sehen. Der ehemalige Desaster-Drummer ist seit 2014 fester Bestandteil von Asphyx und treibt die Band mit seinem präzisen und kraftvollen Spiel unermüdlich nach vorne. Vor der Bühne feiern die Fans jeden Song frenetisch. Asphyx liefern genau das, was man von einem Headliner ihres Formats erwartet: ein kompromissloses Death-Doom-Massaker, das den Junkyard erschüttert und einen würdigen Abschluss eines überragenden ersten Festivaltages bildet.

Pighead – ein besonderer Abschluss in der Halle

Doch Moment, den endgültigen Schlusspunkt des ersten Festivaltages setzen Pighead, die kurzfristig für Korpse eingesprungen sind, in der Halle. Für mich ist dieser Auftritt etwas Besonderes, denn mit Bassist Lommer steht nicht nur ein Kollege von Time For Metal auf der Bühne, sondern auch ein Musiker, den ich bereits aus seiner Zeit bei Cripper kenne. Auch am Schlagzeug gibt es eine weitere persönliche Verbindung: Simon Bröning kenne ich schon seit vielen Jahren, als er noch als junger Fan gemeinsam mit seinen Eltern Festivals wie das Deathfeast in Andernach besuchte. Nun sitzt er selbst schon einige Zeit hinter dem Drumkit. Während der Rest der Band schon den ganzen Tag hier ist, ist er erst vor dem Gig aus Wacken angereist und fährt anschließend auch wieder dorthin. Obwohl die Mitglieder heute über ganz Deutschland verteilt leben, präsentiert sich die Band als eine eingespielte Einheit. Pighead liefern einen kraftvollen Abschluss in der Halle und verabschieden das Publikum mit einer ordentlichen Portion Energie in die Nacht.

Pighead, Dortmund Deathfest 2026, Pic by Big Simonski

Fazit Tag 1

Der erste Tag des Dortmund Deathfest 2026 lässt kaum Wünsche offen. Das abwechslungsreiche Billing sorgt von der ersten bis zur letzten Band für ein konstant hohes Niveau, wobei sich Szenelegenden und aufstrebende Newcomer eindrucksvoll die Klinke in die Hand geben. Der Wechsel zwischen Außen- und Innenbühne verlangt zwar etwas Kondition, wird aber mit einer Vielzahl hochklassiger Auftritte belohnt. Hinzu kommen die familiäre Atmosphäre, die vielen Gespräche mit Musikern und Freunden sowie die perfekte Organisation, die das Festival erneut auszeichnen. Nach diesem starken Auftakt ist die Vorfreude auf den zweiten Festivaltag entsprechend groß, die Messlatte liegt bereits jetzt verdammt hoch.

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