Event: Sigh – An Inferno Over Europe 2026
Bands: Sigh, Devil Master
Ort: Betty Music Club, Hamburger Berg 13, 20359 Hamburg
Datum: 11.09.2026
Kosten: VVK circa 33,70 €, AK 35 €
Zuschauer: ca. 120 Menschen
Genre: Avantgarde Metal, Black Metal, Progressive Metal, Death Rock, Black ’n‘ Roll
Link: https://betty.hamburg/
Setlist Sigh:
- Unputenpu
- Jigoku-Zoshi 1: Unkamusho
- Hail Horror Hail
- Shikigami
- Curse Of Izanagi
- Drum Solo
- Corpsecry – Angelfall
- The Transfiguration Fear
- Satsui – Geshi No Ato
- Gundali (with Guitar Solo)
- A Victory Of Dakini
- The Soul Grave
- Me-Devil
- Finale: Hangman’s Hymn / In Paradisum / Das Ende
- Black Metal

Es gibt Bands, bei denen sich leichter beschreiben lässt, welche Musik sie nicht spielen. Sigh aus Japan spielen auf jeden Fall keinen Mittelalterrock mit Dudelsack. Folk, zumindest japanischer Folk, ist aber dabei. Alle weiteren im Metal verorteten Genres dürfte die Truppe in ihrer mehr als 30-jährigen Karriere zumindest irgendwo berührt haben, wenn auch nur mit Nuancen.

Die Truppe, die auf der Bühne steht, bietet in 60 Minuten eine höchst intensive Show, in der Instrumente wie ein Saxofon, eine Trompete und eine Handtrommel, beides von den Kindern des Gesangsduos bedient, eine asiatische Geige, die der Pferdekopfgeige ähnelt und sich Shamison nennt, zum Einsatz kommen. Drums, Bass und Gitarre gibt es auch, aber auch einen Schwertkampf, gutturalen und klaren Gesang und eine Show, die irgendwo ein Mix aus ganz vielen musikalischen Elementen ist. Die Musik ist nicht eingängig, eher das Gegenteil, aber mitreißend.
Dr. Mikannibal und der Kontrast

Die Truppe hat gerade eine neue Platte namens Goh-Ka veröffentlicht. Wer nun glaubt, dass die aktuelle Platte im Scope ist, wird von Dr. Mikannibal und Co. eines Besseren belehrt. Es geht über zehn verschiedene Outputs und obendrauf covern Sigh Venom und Black Metal. Überhaupt Dr. Mikannibal: Das Outfit ändert sich komplett während der Show von schwarz auf weiß und die Kinder kommen mit zwei Büchern auf die Bühne, die zu A Victory Of Dakini Rauchzeichen von sich geben. Es passiert jeden Moment etwas Neues, und wer zehn Sekunden nicht konzentriert dem Dargebotenen folgt, verpasst eventuell das nächste Highlight. Die Show ist derart intensiv und abwechslungsreich, dass jeder Fan gegen 22.30 Uhr beseelt aus dem Laden kommt.
Eine Vorband gibt es auch, die genau das Gegenteil von abwechslungsreich ist und Motörhead als Black-Metal-Fassung präsentiert. Devil Master kommen aus Philadelphia und sind selbst große Sigh-Fans, wie sich beim anschließenden Konzert zeigt. 45 Minuten rumpelt sich das Trio durch sein Set, in dem gefühlt ein Track dargeboten wird, der von diversen Interludes vom Band unterbrochen wird. Klar, es ist eine Vorband und ein Kontrast zur Hauptband ist dabei nicht schlecht. Aber etwas anspruchsvoller hätte die Musik schon sein können.
Das Headcrash ist jetzt Betty
Kommen wir zur Location. Das Headcrash nennt sich jetzt Betty. Sonst ist fast alles wie gehabt. Freitag läuft nach dem Konzert Konserve und darauf war und ist der Laden ausgelegt. Es ist eine Bühne in einer Diskothek, die immer noch wenig Atmosphäre versprüht, auch wenn sich der Sound und die Lichtanlage verbessert haben. Aber in die Hitliste der beliebtesten Hamburger Clubs wird es das Betty vermutlich nicht schaffen. Gegen 22:30 Uhr ist der Konzertabend durch und das Partyvolk übernimmt die Regie.
Sigh ist weit mehr als ein Geheimtipp, wobei vor allem die Anhängerschaft von progressiver Musik ein Ohr riskieren sollte. Wenn Frank Zappa im Metal unterwegs gewesen wäre, dann wäre Sigh bestimmt eine Referenz.













