Die Schweden von Methane gründeten sich im Jahre 2012 und nach zwei EPs erschien im Jahre 2017 das Debütalbum namens The Devils Own. 2021 folgte eine weitere EP und 2023 dann das Album Nummer zwei. Dieses hört auf den Namen Kill It With Fire. Ziemlich groovig ging man zur Sache und nun, auf ihrem dritten Album namens Demolate, schlagen sie einen neuen Weg ein, welcher vom Label Fireflash Records tatkräftig unterstützt wird.
Das Herz von Methane schlägt noch und wahrscheinlich kräftiger als zuvor. Mit kräftigen Herzschlaggeräuschen startet man in den Song 360° Of Destruction. Im Hintergrund erklingt eine Gitarre und so langsam beginnt die Zerstörung. Es hat sich einiges getan im Lager der Band und so klingt man meines Erachtens wesentlich schneller und härter als je zuvor. Ich hab das letzte Album aber nicht wirklich in Erinnerung, aber ich meine, mich erinnern zu können, dass das schon eher auf das Thema Groove ausgelegt war. Klaro, die groovigen Momente sind noch genauso vorhanden, aber man geht schon mehr in Richtung Thrash. Feinstes Bay-Area-Thrashing kommt einem aus den Boxen geflogen, mit ganz viel Drive und Pep. Das schockt wohl, auch wenn man das Riffing natürlich schon derbe oft gehört hat. Aber der Song geht gerade in die Hörmuscheln und erzeugt dort ein wärmendes Gefühl. Angriff ist noch immer die beste Verteidigung und so hört man zu Beginn gleich eine kurzfristige, dreschige Attacke, die es absolut in sich hat. Kann man so machen. Die Stimme hat einen gewissen Dreck und klingt absolut rau und passt dementsprechend zum Songwriting. Gefällt mir, dass man eben nicht nur auf Knüppelpassagen konzentriert ist, sondern auch den metallischen Tanzfaktor nicht außen vorlässt. Hinzu kommt eine absolut drückende Produktion, die das Ganze nicht nur unterstützt, sondern noch einen deutlichen Schritt nach vorne bringt.
Mit rauem Gelächter beginnt der Song Alcoholocaust und dann treibende Drums mit treibenden Riffs. Trommelbetonung und ab in den Groove. Zu den rauen Vocals gesellen sich Screams und doppelter Gesang. Ein melodisches Riff fügt sich nahtlos an und macht Spaß. Wieder ein Groove, der aber drückt. Break und lautes Alcoholocaust-Geflüster. Weiter geht es im tanzbaren Midtempo. Im Chor erklingt wieder Alocoholocaust, dann spielen die Gitarren vor und man wird ein bisschen fixer. Man bleibt im Midtempo, aber erhöht die Energie und auch das Tempo, besonders im Drummingsektor und dann ist auch schon wieder Ende im Gelände.
Research Chemicals kommt ebenfalls mit langsamem Riffing zu Beginn. Auch dieses kommt einem sehr bekannt vor, lädt einen aber absolut zum langsamen Bangen ein. Dann aber auch genug Pause und ab geht die Post. Im Uptempo galoppiert man jetzt durch die amerikanischen Wälder und wechselt so zwischen Bay Area Thrash Metal und der aggressiven Einheit des amerikanischen Hardcores hin und her und bietet dann noch ein absolut geiles Solo an. Kurzes Break und wieder Gummi. So mag ich das. Das ist nicht kompliziert oder technisch anspruchsvoll, obwohl man natürlich auch weit davon entfernt ist, stumpf oder langweilig zu klingen. Nach einem Break ertönt eine bedrohliche Stimme, man klingt düster und schleppt sich langsam vorwärts, um ein melodisches Lead anzuschließen. Aber hallo, das darf und kann man so machen.
Der Namensgeber des Albums, Demolate, fasst dann noch einmal alles zusammen, was die Burschen machen wollen, eben genau diese Härte aus dreschigem Metal und groovigem Hardcore. Zügig und dreckig geht man zu Werke und lässt die Bay Area hüpfen. Der Song ist eine absolute Abrissbirne und verbreitet so was von gute Laune. Seien es die geilen Vocals, das fette Drumming, die treibenden Riffs und die zerstörende Produktion – egal, was es ist, es sitzt auf jeden Fall. Selbst das vertrackte und verspielte Solo bereitet mir Freude, auch wenn es schon ziemlich lang ist und meines Erachtens ein wenig kürzer hätte sein können. Aber diese Mischung aus langsamen, groovigen Momenten und schnellen Uftata‑Angriffen hat es in sich.
Mit Karen hat man einen Napalm-Death-Gedächtnissong an Bord. Dieser geht nur zwei Sekunden. Kleines Schmankerl.
Manchmal kann Metal so einfach sein. Meines Erachtens sind die Herren von Methane auf einem sehr guten Weg und dass der Herr Tim Scott, der das Album Prophecies Of A Dying World (Revenant) mitgeschrieben hat, ein Meister seines Fachs ist, steht außerhalb jeglicher Diskussionsbasis. Enjoy.
Hier geht es für weitere Informationen zu Methane – Demolate in unserem Time For Metal Release-Kalender.



