Am 25.09.2026 haben Brat ihr neues Album Manslayer über Prosthetic Records veröffentlicht. Erhältlich ist der zweite Longplayer der Band auf CD, Kassette und in verschiedenen Vinylvarianten.
Pinke Gewalt aus New Orleans
Hinter dem Extreme-Metal-Quartett Brat stehen Brenner Moate an der Gitarre, Liz Selfish am Mikrofon, Dustin Eagan am Schlagzeug und Ian Hennessey am Bass.
Nachdem ich Brat in diesem Jahr beim Dortmund Deathfest zum ersten Mal live erlebt und mich mit dem Quartett einige Zeit unterhalten habe, war ich entsprechend gespannt, wie sich diese Energie auf einem kompletten Album schlagen würde.
In Dortmund durften die Amerikaner den zweiten Festivaltag auf der großen Bühne des Junkyard eröffnen. Ein früher Slot, der sich ziemlich schnell als Glücksgriff erwies. Brat legten vom ersten Ton an ein Tempo vor, bei dem an gemütliches Ankommen nicht zu denken war. Death Grind, Hardcore und Old-School-Death-Metal krachten aufeinander, Liz Selfish dominierte die Bühne und vor der Bühne bildeten sich bereits am frühen Nachmittag die ersten Moshpits.

Dazu dieser völlig überdrehte Y2K-/Barbie-Look mit reichlich Pink – ein herrlich schräger Kontrast zu dem musikalischen Abriss. Spätestens dort wurde klar, dass „Bimboviolence“ bei Brat mehr ist als nur ein lustiger Begriff.
Death Metal trifft Barbie
Genau diese Mischung findet sich auch auf Manslayer wieder. Brat aus New Orleans schmeißen Death Metal, Grindcore, Hardcore und Thrash zusammen, treten einmal ordentlich drauf und lassen das Ergebnis anschließend auf die Menschheit los. Schön ist anders. Aber genau darum geht es hier auch nicht, denn wir wollen dreckigen Extreme Metal!
Die Songs sind meist kurz und knackig, kommen schnell auf den Punkt und lassen kaum Zeit zum Durchatmen. Trotzdem ist das Album wesentlich abwechslungsreicher, als die brutale Grundausrichtung zunächst vermuten lässt. Fette Death-Metal-Riffs treffen auf Hardcore-Brecher, Thrash-Einschübe und immer wieder ordentlich Groove. Dabei wirkt nichts unnötig aufgeblasen.
Liz Selfish übernimmt das Kommando
Über allem thront Liz Selfish. Ihre Stimme klingt giftig, wütend und stellenweise schlicht komplett durchgedreht. Kreischen, Fauchen, Growls und Schreie wechseln sich ab, ohne dass dabei die Intensität verloren geht. Songs wie Speculum Bleed, Botchtox und Trophy Hunting zeigen, dass Brat ihre musikalische Linie ordentlich erweitert haben.
Trophy Hunting gehört für mich zu den Stücken, die besonders gut funktionieren. Fetter Gitarrensound, ordentlich Druck von den Drums und diese Mischung aus Thrash und Hardcore sorgen dafür, dass der Song ordentlich nach vorne geht. Auch Asking For Hell bringt einen schönen Groove mit, während Heretic Burning mit seinem wuchtigen Basssound einen weiteren Akzent setzt.
Wut, Rache und schwarzer Humor
Thematisch wird ebenfalls nicht gekleckert. Weibliche Wut, Gewalt, Rache und die alltäglichen Zumutungen einer Männerwelt werden mit schwarzem Humor und einer ordentlichen Portion Horror verarbeitet. Brat drehen die Perspektive einfach um und lassen ihre Geschichten ordentlich bluten.
Ways To Kill Your Husband, Femicidal Vengeance und Bloody Mary sprechen da eine ziemlich deutliche Sprache. Nach dem Interlude zu Manslayer kippt die Stimmung endgültig in Richtung Vergeltung. Der Titeltrack Manslayer bringt diese Mischung aus brutaler Härte, schwarzem Humor und völlig überdrehter Energie ziemlich perfekt auf den Punkt. Manslayer durften wir uns bereits beim Dortmund Deathfest vor der Veröffentlichung des Albums anhören.
Für zusätzliche Farbtupfer sorgen David Davidson von Revocation bei Femicidal Vengeance und Candace Buckingham von Walls Of Jericho bei Blistered Tongues. Beide Gastauftritte passen hervorragend ins Gesamtbild.
Bimboviolence funktioniert
Und dann ist da natürlich noch die Optik. Wer Brat beim Dortmund Deathfest gesehen hat, weiß, dass die Band ihre Musik auch auf der Bühne konsequent lebt. Liz sorgte damals sogar mit einem spontanen Outfitwechsel für zusätzlichen Jubel und tauchte wenig später in Lack und Leder wieder auf, um Manslayer anzukündigen.
Was musikalisch nach dreckigem Extreme Metal klingt, wird visuell mit Y2K, Barbie und knalligem Pink konfrontiert. Eigentlich müsste das komplett bescheuert wirken. Tut es aber nicht. Gerade dieser Gegensatz macht Brat unverwechselbar und verleiht dem Ganzen einen eigenen Charakter.
Hier! geht es für weitere Informationen zu Brat – Manslayer in unserem Time For Metal Release-Kalender.



