Die beiden ostfriesischen Death-Metal-Lunatics Jens Finger und Bernd Reiners sind die Personen hinter der Band Slaughterday. Da Bernd, der den Gesangsakrobaten gibt, auch Schlagzeug spielen kann, kann man das Songwriting auch zu zweit vornehmen. Seit dem Jahre 2010 sind sie nun dabei, frönen dem old schooligen Death Metal und ziehen ihr Ding gnadenlos durch. Mittlerweile spielen sie auch viel live, sodass man sagen kann, dass sie mit zur Speerspitze des deutschen Undergrounds gehören. Zwei EPs, eine Split und vier Alben hat man im Gepäck und die Gemeinde wartet auf neues Material. Das letzte Album Tyrants Of Doom erschien im Jahre 2022 bei FDA Records. Nun konnte man einen Deal mit dem aufgestellten Label Testimony Records ergattern. Wieder ein Schritt in die richtige Richtung. Um den frisch unterzeichneten Plattenvertrag zu feiern, haben sie eine spezielle 7-Zoll-EP mit dem Titel Terrified am 21. November 2025 auf transparentem gelb-schwarzem Splatter-Vinyl herausgebracht.
Grindcore-Nostalgie
Die ersten Töne freuen einen alten Grindcore-Recken wie mich, machen aber auch klar, dass es hier etwas anderes zu hören gibt.
Ashes Of The Innocent geht zurück zu der Zeit, als Repulsion, Napalm Death oder Extreme Noise Terror die Welt in Schutt und Asche gelegt haben. Ja, und für jemanden wie mich, der in seiner Radiosendung eine Rubrik namens Grindattack abfeiert, ist so etwas natürlich ein gefundenes Fressen. Die beiden halten sich stark an die Originale und feiern sie hiermit total ab. Der Sound ist auf alt getrimmt, aber absolut transparent und nachvollziehbar. Die Vocals von Bernd sind tief und aggressiv zugleich, so wie es damals eben gehandhabt wurde, und das Songwriting ist total auf diese Zeit abgestimmt. Keine Ahnung, warum es nicht noch mehr machen, denn ich feiere es total ab. Der Song hätte definitiv auch damals erscheinen können. Die Gitarre spielt vor, die Drums betonen und dann geht es ins grindige Uptempo. Ein Wechsel in ein langgezogenes Riff, welches treibend vorgetragen wird, so wie man es auch von Terrorizer kennt, und dann wieder ab in den Grind. Hier wird nichts dem Zufall überlassen. Der Gesang von Bernd zum Beispiel – hervorragend. Immer so drei, vier Wörter hintereinander schnell vorgetragen. Geil. So muss das. Tempo wieder raus und dann dieses typische grindige Rhythmus-Gegroove. Macht ja auch kaum noch jemand heutzutage vernünftig. Ja, das ist natürlich Musik für Ewig-Jung-Gebliebene, aber davon gibt es noch sehr viele, zum Glück. In knappen 150 Sekunden werden hier viele Nostalgietränen vergossen. Und dann dieses im Midtempo groovige Tempo, welches dann noch einmal ein Stück langsamer vorgetragen wird und wieder groovt. Das macht Bock auf mehr. Dann noch einmal die volle Grindattacke inklusive des langgezogenen Riffings und fetten Screams und am Ende groovt man sich im Sinne der alten Napalm Death den Wolf.
Fleshtorn Future lockt einen auch erst später aus der Reserve. Der Song wird langsam aufgebaut, der Bass brummt und drückt, und so steigert man sich immer weiter in den Song hinein, bis man eben zur Midtempo-Uftata kommt und dann die Grindattacke fährt. Zwischen groovigem Grind und Geballer geht es dann hin und her, bis man dann ein Break rausholt, dann einen Obituary-Part zum Mittanzen anbietet und diesen mit einem langgezogenen Riff kombiniert. Herrlich. Die Doublebass darf auch einmal durchrasseln und mit dem Obituary-Part lässt man es einfach ausklingen. Jawohl!
Zu Terrified haben die Burschen ein Video gemacht, und was soll man sagen, hier werden die alten Trademarks auf den Punkt gebracht. Terrorizer-Anfang mit Basssolo und ab ins Geprügel, Tempoverschleppung, Growls und Hintergrundscreams. Herrlich. Und wieder ab ins Geballer. Dann die grindige Uftata im schnellen Midtempo-Groove. Ach ja, das kann alles so einfach sein. I love it. Dieses Hin und Her erzeugt Freude, und hinzu kommt, dass das Riffing einfach nur sitzt und Spaß macht. Am Ende drückt sich Bernd noch ein kotzendes Terrified heraus und fertig ist der Repulsion/Terrorizer-Song.
Und nun kommen wir zur traurigen Nachricht. Es folgt nur noch ein Song, allerdings macht dieser genauso viel Sinn und Spaß.
Chained To Oblivion groovt zu Beginn ohne Ende, wird kurz schneller, groovt. Tempo raus, Break und ab in Terrorizer-lastiges Geballer mit Tempoverschleppung. Ich mag so was ohne Ende. Und so geht es auch wieder hin und her, am Ende noch einen druckvollen Doublebass-Part, und der Spaß hat leider ein Ende.
Neues Album im Jahr 2026
Die beiden Burschen haben auch einen Podcast (P.A.G.A.N.) und wer diesen verfolgt oder sich mal mit den Burschen unterhalten hat, weiß, dass besonders Bernd ein riesiger Repulsion-Fan ist. Und so wundert es mich nicht, dass diese EP zustandegekommen ist, obwohl man natürlich erst einmal ein Old-School-Death-Metal-Brett erwartet hat. Mittlerweile haben sie aber einen neuen Song draußen und mitgeteilt, dass am 13.02.2026 das neue Album namens Dread Emperor erscheinen wird.
Hier geht es für weitere Informationen zu Slaughterday – Terrified in unserem Time For Metal Release-Kalender.



