Event: Rock ob’e Hütt 2026
Bands: Möwenmuddär, Wasteland Wankers, 5Punkt1, 2 Dirty Dudes, Pay Pandora, Burnt Paradise, Rauschflut, Rockenbolle
Ort: Privatgelände, Kropp, Schleswig-Holstein
Datum: 23.06.2026
Kosten: 20,- Euro VVK, 25,- AK, Parken und Camping frei
Zuschauer: etwa 400 (grob geschätzt)
Genre: Rock, Hardrock, Rock Cover
Veranstalter: Hauke Drews
Link: https://rohfestival.de/
Setlisten:
- Oldschool Rock
- Peacemaker
- Fear In My Balls
- Blitzkrieg Bop
- Love Is War
- Great Balls
- Shoot You Down
- Sweat, Blood, Rock´n´Roll
- Speedrock
- The Rabbit
- Nichts Ist Für Die Ewigkeit
- Roadcrew
- Way Of Life
- Never Too Old
- Killmister
- R.A.M.O.N.E.S.
- Moonwalk
- Satellit
- Albatros
- Not My Circus
- Elvis War mal Blond
- Miststück
- Gib Mir Meinen Kaffee Und Niemand Wird Verletzt
- Doch. Oh!
- Brauner Fleck
- Beckerfaust
- Pullerisieren
- Lass Moshen Gehen
- Follow Me Voice
- Banshee
- Thats What You Get
- Take Off
- Enemy
- (Das Ist Die) Perfekte Welle
- No Bet
- Satisfied
- Without You
- I Love Rock´n´Roll
- Good In Bad
- Come What May
- Never Again
- Everything Will Be Fine
- Hold On
- Today
- Beyond Shoreline
- Celebrate
- Three Years One Day
- Love Is Stronger Than Hate
- Against Myself
- Cut It Up
- Head Up High
- It´s Okay
- New Divide
- All The Small Things
- Bad Moon Rising
- Tage Wie Diese
- Whiskey In The Jar
- Word Up
- Kryptonite
- Westerland
- Sexy
- Cordula Grün
- Seven Nation Army
- Basket Case
- Auf Gute Freunde
- Learn To Fly
- Meine Sache
- Skandal Im Sperrbezirk
- Country Roads
- Whatever You Want
- Lithium
- Mexiko
- König Von Deutschland
- Hier Kommt Alex
- Kompliment
- 51 Tigers
- Pfefferminz
- Creep
Zugabe: - Rebel Yell
- Komplett Im Arsch
- Karaffe
- Sieglinde
- Salz
- Kommerziell
- Alles Tut Mir Weh
- Möwe Martha
- Anorak
- Stroh Rum
- Apfeluhr
- Kutterpunk
Zugabe: - Sieglinde (Reprise)
- Intro
- Are You Ready
- Wrong Side
- Boys
- Blast
- Word Up
- Monkey
- Take It Easy
- Hound Dawg
- Catch Me
- Fight For Your Right
- Suddenly
- Rock´n´Roll City
- Cowboy Joe
- Wanking Wasteland
- Nice Boys
Zugabe: - Are You Ready
- Verdamp Lang Her

Schleswig-Holstein Festivalland. Kaum eine Gemeinde, in der nicht einmal im Jahr ein Festival stattfindet. Seit 2015, mit Ausnahme der Pandemiezeit, findet dieses kleine, nahezu private Newcomerfestival am Pfingstsamstag in der Nähe von Kropp zum neunten Male statt. Entstanden ist es aus einem Junggesellenabschied. Das Eventgelände ist beim Veranstalter Hauke Drews im Garten und als Bühne wurde früher die Dachterrasse auf der Holzhütte genutzt. So ist der Name Rock ob’e Hütt entstanden, der auch noch blieb, als die Bühne nach der Pandemie auf die Ebene Erde zurückgeholt wurde. International zu sehen war das Feld nebenan. Hier drehten Thundermother im September 2020 ihr Video zum Song Into The Mud.
Bereits am Vorabend findet eine Warm-up-Party im kleinen Rahmen statt. Mit Möwenmuddär aus Kiel sowie den Lokalmatadoren Wasteland Wankers aus Kropp wird das Gelände bei einem Hutkonzert schon einmal getestet. Bier aus dem Kasten gegen einen Euro, Sekt zwei. Der Imbisswagen hat auch noch nicht auf. Aber die Bands und Fans haben richtig Bock. Dazu unten mehr.
Der Ticketpreis für das Rock ob’e Hütt von 20 € (im Vorverkauf) ist schon seit Jahren konstant günstig. Für das leibliche Wohl sorgen die Gebrüder Räucherlich mit ihrer Imbissbude und der örtliche Sportverein TSV Kropp mit dem Getränkestand. Hier ist alles lokal tief verwurzelt. In diesem Jahr treten mit Burnt Paradise und dem Headliner Pay Pandora erfreulicherweise gleich zwei Female Fronted Bands auf. Es haben sich viele Metality-Member sowie Bekannte angekündigt, mit denen ich genug Zeit zum Quatschen haben möchte, bevor die Musik die Aufmerksamkeit auf sich zieht. So baue ich meinen Camper auf dem Feld gegenüber in ruhiger Position auf.

„Sechs waschechte Nordlichter haben mit Möwenmuddär einen gemeinsamen Kurs genommen, um mit ihrem Kutter Punk die waschechte Meute zu begeistern.“ Wie, sechs Nordlichter? Heute ist es nur ein Quartett. Neben dem charismatischen Sänger Klabauter Krause sind normalerweise am auffälligsten Gitarrist Bolle Beifang und das Mädel Chipsi an der Quetschkommode. Leider ist Bolle kurzfristig erkrankt und kann heute nicht dabei sein. Auch Axel am Schlagzeug kann sich nicht verstecken. Maskottchen ist die meist mit Zigarette abgebildete Sieglinde, die Silbermöwe. Das Sextett hatte erst am 12. September ihren ersten Gig auf dem Kieler Antennenfeldfestival. Heute stehen sie bereits zum fünften Male auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Gebt Chipsi mal eine Tüte Selbstvertrauen! Die Arme schämt sich ja schon fast für ihren Auftritt! Brauchste nich‘, mach mehr davon!

„Super Serious Rock ’n‘ Roll“ so ihre Selbstbeschreibung auf Facebook. Die Wasteland Wankers sind eine lokale Hard-Rock-Band aus dem Raum Kropp, die stark in der regionalen Musikszene verwurzelt ist. Sie organisieren diese Warm-up-Party und laden sich dazu immer eine Newcomer-Band ein. Hier steht nicht der Star im Vordergrund, sondern das gemeinsame Feiern. Motto: Wir haften für nix! So sind auch schon rund 100 Fans vor der Bühne versammelt und feiern gemeinsam den Rock ’n‘ Roll. Aber wieso stehen da nur drei auf der Bühne? Fehlt da auch jemand? Zur Zugabe Verdamp Lang Her, einem BAP-Cover, holen sie sich jedenfalls einen Freund als Sänger zusätzlich auf die Bühne.

Begann das Fest sonst erst um 18:30 Uhr, steht die Hardrockformation Rockenbolle diesmal schon um 17 Uhr auf der Bühne. Eigentlich waren die Hamburger Rock ’n‘ Roller als Headliner eingeplant, aber aus technischen Gründen stehen sie nun als Opener auf der kleinen Bühne. Sie sind die einzige Band, die ohne In-Ear-Monitoring spielt, und der Umbau auf die Technik dauert zu lange. Das Vollgas-Rocker-Trio präsentiert ihr neues Album Oldschool in der Besetzung mit Oliver „Olli“ Dietrich (Gesang und Bass), Kay (Schlagzeug) sowie Christian „Krille“ Pfichner (Gitarre und Gesang). Diese Besetzung ist seit ihrer Gründung 2005 unverändert. Sie spielen einen schnörkellosen Hardrock mit starken Punk- und Street-Rock-Einflüssen in den Stilen von Motörhead oder Rose Tattoo. Gitarrist Krille holt für einen Song seine Tochter als Sängerin auf die Bühne. Eine weitere Karriere für eine Female Fronted Rock Sängerin?

Weiter geht es mit Burnt Paradise aus der Region Husum in Nordfriesland. Seit ihrer Gründung 2020 kombiniert die Band Alternative-Rock-Elemente mit Grunge-Attitüde, Stoner-Einflüssen und eingängigen Pop-Melodien. Bereits ihre EP Cut It Up machte auf das Quartett aufmerksam, bevor mit dem Debütalbum Head Up High der nächste Entwicklungsschritt folgte. Heute überzeugen Burnt Paradise durch intensive Bühnenpräsenz, authentische Emotion und spürbare Spielfreude. Die Band um Sängerin Julia Fischer versteht es mühelos, das Publikum mitzunehmen. Egal ob ruhige Momente bis hin zu druckvollen Refrains, die kollektiv mitgesungen werden. Genau diese Dynamik macht ihren Reiz aus. Ihre Mitstreiter sind Sven Bielfeldt und André Höfer (Gitarren), Konstantin Ripken und Martin Fafo Sigel (Schlagzeug).

Die 2 Dirty Dudes aus Lübeck treten nicht auf der Hauptbühne auf, sie sind die musikalische Unterhaltung abseits der Bühne in einer kleinen „Musikbox“. Dicht gedrängt mit ihren Instrumenten ist in ihrem 2 × 2 × 2 Meter großen Container kaum noch Platz. Die beiden haben die undankbare Aufgabe, in den nachfolgenden drei Umbaupausen die Festivalgäste zu unterhalten. Sie bringen Rock-Klassiker, die es akustisch eher selten zu hören gibt, in ihrer ganz eigenen Interpretation auf die Bühne. Stets mit einem Schuss Humor und reichlich Rock ’n‘ Roll, vermischen sie auch schon mal Schlager (Udo Jürgens) mit Rock ’n‘ Roll (Bon Jovi). Das Publikum ist zwiegespalten, sehr viele machen den Spaß jedoch mit. In ihrem Repertoire finden sich Songs von AC/DC, Bon Jovi, Billy Idol, Edguy, Iron Maiden, Judas Priest, Kiss, Motörhead, Status Quo bis ZZ Top. Aber auch Sunrise Avenue, Rodgau Monotones, Neil Diamond und Johnny Cash gehören dazu.

Rauschflut spielen deutschsprachigen Brettrock und stammen aus Gnarrenburg zwischen Bremen und Hamburg. Seit 2014 stehen sie auf den Bühnen der Republik und verbreiten Spaß mit knallharten Tracks wie Gib Mir Meinen Kaffee Und Niemand Wird Verletzt, Miststück oder Elvis War Mal Blond. Spätestens beim letzten Song Lass Moshen Gehen ist heute der Bann gebrochen und der letzte Festivalbesucher singt mit. Schade, ihr Hit Früher War Mehr Lametta stand nicht auf der heutigen Setliste. Ihre letzte ausgedehnte Tour zum Album Kirmes Deluxe führte sie 2024 quer durch das Land. Zu Rauschflut gehören Rasco Hartig-Perschke (Gitarre und Gesang), Michael Klöckner (Bass und Gesang), Marko Butt (Gesang und Gitarre) sowie Matthias „Matze“ Bohling (Drums und Gesang).

Pay Pandora, das ist Hard- und Heavy-Rock aus Heide. „Die haben sich doch aufgelöst“, denkt jetzt so mancher, aber nein. Nach fast genau zwei Jahren stehen sie in der Originalbesetzung Chiara Tahnee (Gesang), Thies Peters (Gitarre), Marek Brodersen (Bass) und Tommy Thomsen (Drums) wieder auf der Bühne und spielen nach der „Pause“ heute bereits ihren dritten Gig. 2016 wurden sie als beste Newcomerband ausgezeichnet, Sängerin Chiara überzeugte 2017 auch bei The Voice Of Germany die Jury und sie schafften es bis zum Wacken Open Air. Sie spielten mit The New Roses und Thundermother und eröffneten für Status Quo. Heute beweisen sie einmal mehr, warum sie solch einen Erfolg hatten. Neben wenigen alten Songs ihres Albums Hunt The Prey stehen hauptsächlich neue Songs auf der Setliste. Die Bühnenpräsenz der Band ist noch stärker geworden und die Stimme von Chiara wirkt frisch wie zu ihrer besten Zeit. Eine wilde Bühnenshow lässt so manchen Fan erstaunen. Grund genug, sich die nächsten Gigs herauszusuchen und mit dem eigenen Terminkalender abzustimmen.

5Punkt1 ist personell identisch mit Area 51 und ist die Geschwaderband des TaktLwG 51“I“, besser bekannt unter dem Namen Luftwaffengeschwader 51 aus Jagel. Die Band wurde 2019 nach dem Motto “von Soldaten für Soldaten“ gegründet und wurde für Feiern innerhalb des Verbandes gebucht. Aktuell besteht die Band aus fünf Soldaten, inklusive zweier Gründungsmitglieder. Aufgrund dienstlicher Veränderungen musste die Besetzung mehrmals gewechselt werden. „Wir covern nicht – wir spielen nach“ ist das Bandmotto. So wird der eine oder andere Klassiker der Musikgeschichte anders interpretiert oder mit Instrumenten bestückt, die im Original nicht vorhanden sind. Hierbei ist den Jungs das Genre total egal. Gespielt wird, was Spaß und Party macht. Ob Neue Deutsche Welle (Skandal Im Sperrbezirk) oder Punk-Klassiker (Hier Kommt Alex) der Toten Hosen, ob Status Quo, Rio Reiser oder Billy Idol bis hin zu ihrer eigenen Geschwaderhymne (51 Tigers) ist das Repertoire scheinbar endlos. Marius Müller-Westernhagen, Green Day, Papa Roach, Linkin Park bis Metallica, es ist alles bunt gemischt. Die Band darf bis Open End spielen. Nach einer halben Stunde verabschiede ich mich, sieben kurzweilige Stunden hinterlassen bei einem alten Mann ihre Spuren.
Alle kompletten Setlisten könnt ihr euch oben abrufen. Das Wetter bescherte uns einen warmen, sonnigen Pfingsttag, der so manche durstige Kehle produzierte. Günstige Preise, nette Leute, gute Musik und ein friedvoller Umgang miteinander machen diesen Abend zu einem rundum schönen Festivalerlebnis. Es gibt freies Parken auch für Wohnmobile und Wohnwagen auf der anderen Straßenseite. Ein befestigter und ebener Untergrund macht das Festival auch für Gehbehinderte mit Rollator und Rollifahrer erlebbar. Es ist an alles gedacht, was es auch bei großen Festivals gibt. Selbst Merch in einer kleinen Stückzahl ist vorhanden. „Wenn weg, dann weg“, ist das Motto. Es ist ein „Wie für mich gemacht“-Festival, denn neben der ausgezeichneten Auswahl an Bands ist es die Regionalität, die den Abend so angenehm macht. Man kennt sich – oder lernt sich kennen. Ein großer Dank geht an das ganze R.O.H.-Team, das das Fest ehrenamtlich unterstützt. Der Pfingstsamstag 2027 ist zur Jubiläumsausgabe jedenfalls schon einmal geblockt!







































