Wacken – Hearts Full Of Metal

Deutschland 2026 – Regie: Cordula Kablitz-Post – Originalfassung: Deutsch, Englisch – Untertitel: Englisch – Länge: 87 Minuten

Zwischen Schlamm, Metal und Gemeinschaft: Wacken – Hearts Full Of Metal

Die Dokumentation Wacken – Hearts Full Of Metal ist mehr als nur ein Film über ein Musikfestival. Regisseurin Cordula Kablitz-Post zeichnet das Porträt eines kulturellen Phänomens, das aus einer kleinen (Kneipen-) Idee in einem norddeutschen Dorf zu einem der bedeutendsten Metal-Festivals der Welt geworden ist. Über rund 90 Minuten entfaltet sich eine ebenso emotionale wie energiegeladene Reise durch die Geschichte des berühmten Wacken Open Air.

Bereits im Mai feierte die Dokumentation beim DOK.fest München ihre Premiere und war in ausgewählten Kinos zu sehen. Ich hatte dabei die Möglichkeit, den Film im Rahmen des Festivals vorab per Stream zu sehen. Ab dem 4. Juni wird Wacken – Hearts Full Of Metal exklusiv bei MagentaTV verfügbar sein.

Die Geschichte hinter dem Mythos

Im Mittelpunkt stehen die Festivalgründer Holger Hübner und Thomas Jensen, die sehr persönlich von den Anfängen des Festivals erzählen. Dabei wird deutlich, dass hinter dem weltweiten Erfolg nicht nur Geschäftssinn steckt, sondern auch große Leidenschaft, Beharrlichkeit und eine enge Verbindung zur internationalen Metal-Szene. Besonders interessant sind die Rückblicke auf die frühen Jahre, als aus einer kleinen Veranstaltung Schritt für Schritt ein gigantisches Event mit Fans aus aller Welt entstand.

Große Namen und starke Live-Momente

Die Doku lebt von ihrer gelungenen Mischung aus Archivmaterial, Interviews und spektakulären Konzertaufnahmen. Künstler wie Doro Pesch, Mille Petrozza oder Mitglieder der Scorpions schildern, welchen besonderen Stellenwert Wacken innerhalb der Metalszene besitzt. Vor allem Doro Pesch sorgt mit ihrer offenen Begeisterung immer wieder für unterhaltsame Momente – bei ihr scheint wirklich alles rund um Wacken großartig zu sein, was sie mit ihrer typischen Mimik und emotionalen Art charmant vermittelt.

Beeindruckend sind zudem die Live-Sequenzen von Bands wie Iron Maiden, Motörhead oder Rammstein. Diese Szenen transportieren die gewaltige Atmosphäre des Festivals direkt auf den Bildschirm und zeigen, warum das Wacken Open Air für viele Fans längst Kultstatus erreicht hat.

Zwischen Kult und Kommerz

Interessant ist dabei auch, dass der Film sowohl für eingefleischte Wacken-Anhänger als auch für Metal-Fans sehenswert ist, die dem Festival eher kritisch oder distanziert gegenüberstehen. Denn genau darin liegt ein spannender Aspekt: Das gigantische Festival steht seit Jahrzehnten sinnbildlich für die weltweite Gemeinschaft der Metal-Fans, wirkt auf manche Metaller aber gleichzeitig auch wie eine Art Jahrmarkt oder Oktoberfest des Metals. Diese Ambivalenz schwingt unterschwellig mit, auch wenn die Dokumentation bewusst keine kritische Analyse sein möchte.

Stattdessen versteht sich Wacken – Hearts Full Of Metal klar als liebevolle Hommage an das Wacken-Universum. Der Film will die besondere Magie des Festivals zeigen und dessen Mythos stärken – was angesichts der emotionalen Bedeutung für viele Fans durchaus nachvollziehbar wirkt.

Wacken – Hearts Full Of Metal
Fazit zu Wacken – Hearts Full Of Metal
Wacken – Hearts Full Of Metal ist eine sehenswerte, emotionale, unterhaltsame und bildgewaltige Dokumentation über eines der größten Metal-Festivals der Welt. Der Film richtet sich nicht nur an eingefleischte Wacken-Fans, sondern auch an Metalheads und Nicht-Metalheads, die einmal einen Einblick in das Wacken-Imperium bekommen möchten. Die Doku ist natürlich eher unkritisch und feiert das Wacken-Universum spürbar. Sie vermittelt allerdings eindrucksvoll das Gemeinschaftsgefühl, die Leidenschaft und die einzigartige Atmosphäre, die Wacken seit Jahrzehnten für die Fans ausmachen.
Juergen S.
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