Phantom Corporation / Catbreath – Commando / Die By The Claw 

07.08.2026 – Thrash Metal, Crossover Thrash Metal – Label – 29:42 Minuten

Grün hinter den Ohren sind die neun Bengels von Catbreath und Phantom Corporation auf keinen Fall. An Band-Erfahrung mangelt es in beiden Bands mit Sicherheit nicht. Phantom Corporation haben bei den Veröffentlichungen zwar die Nase vorn, doch zeigen sich beide Kapellen auf dem Split-Release Commando/Die By The Claw auf Augenhöhe und auf der Höhe ihres Könnens. Je fünf Songs haut jede Band raus, was für einen explosiven Schlagabtausch sorgt, der jedem Thrash-Head vor ungebremster Tollheit den Verstand raubt. 

Mit jedem Track stacheln sich Catbreath und Phantom Corporation zu weiteren Rasereien an. Kaum vorzustellen, wären die zehn Stücke nicht durch das Umdrehen des Vinyls bzw. die unverrückbare Reihenfolge auf CD – für die Hartgesottenen schafft die Random-Taste Abhilfe – voneinander getrennt, sondern würden sich abwechseln, sich immer weiter pushen. Das Album würde uns einfach nur um die Ohren fliegen und wir wüssten nicht, wie uns mitgespielt wird. Ist leider nicht der Fall. Doch auch so gibt’s gehörig einen vor den Latz geknallt.

Zweimal Thrash Metal – zweimal totaler Wahnsinn

Mit dem Akustik-Klampfen-Intro Cursed Lands steigen Phantom Corporation vorsichtig ein, nur um eine Minute später mit When All Roads Lead To Hell die Hölle losbrechen zu lassen. Die Marschrichtung ist festgelegt: immer gnadenlos geradeaus nach vorne in die Fresse. Seit dem letzten Album Time And Tide hat der Thrash-Fünfer seinen Sound gefunden und verfeinert – nein, massiert diesen, wie ein MMA-Fighter vor seinen Kämpfen zu hart  zu trainieren pflegt. Die schonungslose Wucht von Deep Well haut einem die Kinnlade aus dem Kiefer. Selbst die kurzen, prägnanten Soli werden bei hohen BPM-Frequenzen rausgeballert. Auch sie bieten keine Verschnaufpause.

Auf den Punkt bringt der 50-Sekunden-Klopper World Of Hate das Ansinnen der Phantom Corporation. Mit einem brutalen D-Beat und hyper-aggressivem Gebrüll zermalmen sie jede Unzulänglichkeit im Sound, Songwriting oder der Instrumentierung, bis eine Lobeshymne wie Phantom Kommando zu einem wahrhaftigen Killer von einem Thrash-Metal-Song wird. Dazu die wilden Harmonien, die das Stück zu einem irrsinnigen Mahlstrom werden lassen, der einen hin und her schleudert und völlig ausgelaugt zurücklässt.

Von Thrash Metal zerfetzt

Diesem Thrash-Metal-Hurricane blasen die Katzenliebhaber von Catbreath ihren eigenen Orkan aus Thrash Metal und Hardcore entgegen. Wieder schicken sie die Straßenkämpfer-Katze Freddie los, den Abschaum in unseren Vierteln gemäß dem Motto Die By The Claw das Leben zur Hölle zu machen. Daher kommt der Vierer auch ohne Umschweife zur Sache, indem der Dreck da draußen mit mächtigem Nachdruck gemahnt wird: Stellt euch tot, Play Dead, bevor Freddie euch zu fassen bekommt.

Haben Catbreath auf ihrem Debütalbum Slice ’Em All noch knalligen Thrash Metal mit Hardcore-Versatzstücken aufpoliert, so sind die fünf neuen Tracks reiner Crossover-Thrash-Metal-Wahnsinn. Jedes Stück ist ein mitleidloser, unerbittlicher Schlag mit den mit tödlichen Krallen versehenen Pfoten. Rasend schnelle Riffs, druckvoller Beat, kraftvoller Bass, effektive Soli und Philipps röhrendes Organ lassen jeden Opponenten schon vom ersten Ton an aus Angst zu einer Salzsäule erstarren. Stand Up And Fight ist nicht nur der Aufruf, den Kampf nie aufzugeben, sondern obendrein mit seiner Rock-Kante ganz nah an den guten alten Bonehouse dran.

Hier geht es lang für weitere Informationen zu Phantom Corporation / Catbreat – Commando / Die By The Claw in unserem Time For Metal Release-Kalender

Phantom Corporation / Catbreath – Commando / Die By The Claw 
Fazit zu Commando / Die By The Claw 
Sollte das Leben tatsächlich ein Geben und Nehmen sein, dann steckt in Commando / Die By The Claw ganz viel tobendes Leben: ein Zerren zwischen ungebremstem Hochgeschwindigkeitswahn und der Essenz der ewigen Underdog-Mentalität des Thrash Metals. Catbreath und Phantom Corporation schaffen es, ein Thrash-Metal-Feuerwerk zu entfachen, das einen schlichtweg an die Wand klatscht und dort festnagelt. Warum muss ein Thrash-Metal-Song mit gefühlt 1001 Breaks ausgebremst werden, sodass die Orkanböen ihre Kraft nicht wirklich entfalten können? Keine der Bands verliert sich in Möchtegern-Strukturen, sondern dient ausschließlich der Kraft und Energie ihrer Songs. Die zehn Songs der beiden Kapellen zeigen unmissverständlich, zu welchen ekstatischen Energieleistungen Thrash Metal immer noch fähig sein kann. Einfach mal ein fieses Riff um die Ohren gefeuert, ein kräftiger Trommelschlag in den Magen geboxt und ein wütendes Wort in die Fresse gepfeffert. Punkt. Aus. Thrash fucking Metal! Aaarrg!

Anspieltipp: When All Roads Lead To Hell vs. Feline Fatality
Kristian H.
9.5
Leserbewertung0 Bewertungen
0
9.5
Punkte