Elvenking – Rites Of Disclosure

22.05.2026 – Heavy Metal, Power Metal, Folk Metal – Reaper Entertainment – 49:35 Minuten

In den vergangenen Jahren lieferten Elvenking aus Italien eine Trilogie rund um Reader Of The Runes aus. Von 2019 bis 2025 hieß es Divination, Rapture und Luna. Jetzt folgt Rites Of Disclosure, die laut eigenen Angaben den Abschluss der Trilogie bildet. Offiziell weisen Elvenking die Veröffentlichung als EP aus. Besser gesagt als zwei EPs, wovon eine EP aus Coverversionen besteht. Resteverwertung oder ein echter Value?

Rites Of Disclosure – Resteverwertung oder ein echter Value?

Wie bereits bei der Trilogie sind von der einstigen Pagan-Ausrichtung nur noch die Violine und die gelegentlichen harschen Vocals geblieben. Vielmehr gibt es fröhlichen Power Metal mit folkigem Einschlag. Exemplarisch wäre The Past Is Forever zu nennen. Das Ding können Feuerschwanz direkt weiterverwursten und den Partysong komplett machen, wozu sich bestens das Tanzbein schwingen lässt.

Etwas getragener kommt The Moon And Magic daher, ohne dass die grundsätzliche Fröhlichkeit verlorengeht. Der Refrain lädt zum Schunkeln ein und der Ansatz reicht bestimmt für einen Supportslot auf dem nächsten Mittelalterfest. Unterm Strich also wenig Neues. Die Transformation zur Party- und Mittelalterband läuft, kann aber den Platzhirschen noch nicht gefährlich werden.

Party mit King Diamond?

Der zweite Teil bietet Coversongs. Arrival von King Diamond nach Party- und Schunkelnummern? Zumindest bringt die Musik endlich Schwung in den Laden. Die folkige Interpretation ist durchaus gelungen und sogar ein bekennender Fan des dänischen Diamantenkönigs muss anerkennen, dass es deutlich schlechtere Versuche bezüglich King Diamond gibt.

Iron Maiden als folkige Variante ist eine schräge Angelegenheit, was wenig Gutes für Children Of Bodom und Children Of Decadence erahnen lässt. Schräg trifft auf die Elvenking-Version zu, aber gerade bei den Vocals zeigt Damna seine fast vergessene Aggressivität vergangener Tage. Das akustische Man Of Iron (Bathory) ist eine nette Erinnerung an Quorthon (R.I.P.), bevor Salt On The Earth von Skyclad bereits von den Instrumenten gut zu Elvenking passt und an vergangene Tage der Band erinnert. Der Schlusspunkt haut tatsächlich auf die Zwölf. Venom made by Elvenking? Okay, wenn ich Tony „The Demolition Man“ Dolan am Gesang und Snowy Shaw (ehemals unter anderem King Diamond und Mercyful Fate) am Schlagzeug habe, dann funktioniert auch Prime Evil als Elvenking-Interpretation, mehr als ein Funktionieren ist es aber nicht.

Hier geht es für weitere Informationen zu ElvenkingRites Of Disclosure in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Elvenking – Rites Of Disclosure
Fazit Rites Of Disclosure
Hat jemand auf eine Elvenking-Interpretation von Arrival gewartet? Oder darf es ein Gemeinschaftsprojekt mit Venom sein? Elvenking liefern eine halbe Platte im Style ihrer aktuellen Ausrichtung und eine halbe Platte Cover-Versionen, die zum Teil ganz gut funktionieren. Aber seien wir doch mal ehrlich. Wer hat auf Coverversionen von metallischen Klassikern aus dem Hause Elvenking gewartet?

Mit dem Ansatz sitzt Rites Of Disclosure komplett zwischen den Stühlen. Die Partyfraktion wird mit den Klassiker-Covern wenig anfangen können. Umgekehrt haben King-Diamond-Fans kaum auf eine Arrival-Version von Elvenking gewartet, auch wenn die nicht schlecht gemacht ist. Unterm Strich wären eine separate EP plus eine Deluxe-Version von zum Beispiel der finalen Reader Of The Runes, wo die zweite EP mit den Cover-Versionen beiliegt, die bessere Wahl gewesen. Überspitzt trifft Venom auf Feuerschwanz, sodass die beiden Teile des Releases nicht zusammenpassen.

Anspieltipps: Die Coverversion von Arrival und als Kontrast The Past Is Forever
Jürgen F.
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