Tyrann – Tyrann Forever

29.05.2026 – Heavy Metal – Electric Assault Records / Dying Victims Productions – 29:21 Minuten

Es gibt neues Material von den ehemaligen Enforcer-Musikern um Joseph Toll und Tobias Lindquist, die mit ihren bisherigen Veröffentlichungen Djävulens Musik und Besatt einigen Staub aufwirbelten. Auf den bekannten Undergroundfestivals gehörten die Schweden zu den gefeierten Acts. Wer sich in der Vita von Joseph Toll auskennt, der weiß um seine sonstigen Aktivitäten, unter anderem bei Tribulation und neuerdings auch mit einem Release als Solokünstler. Umso erfreulicher, dass trotzdem noch Zeit für Tyrann bleibt. Wie bei den bisherigen Releases teilen sich Dying Victims Productions und Electric Assault Records die Aufgabe bezüglich der Hardware. Stürzen wir uns in knapp 30 Minuten Tyrann Forever.

Tyrann Forever kommt in knapp 30 Minuten zum Punkt

Acht Songs, keiner länger als gute vier Minuten. Tyrann fassen sich auch 2026 kurz und kommen auf den Punkt. Einfach und schnörkellos heißt es Born For Hell zum Einstieg und holt die raue Attitüde des klassischen Metalls hervor. Strophe, Chorus und Saitenarbeit wie in den 80ern. Tyrann machen genau dort weiter, wo die Truppe mit Besatt aufhörte.

Die ersten Töne von Tyrann Forever überraschen. Keyboard und ein Hauch AOR täuschen aber. Der erste Ohrwurm ist der Titeltrack, der in gut drei Minuten genau das liefert, was ein klassischer Metaller im 80er-Jahre-Style benötigt. Nach der fröhlichen Atmosphäre lassen Tyrann die Düsternis herein. Demonomania vermischt verschiedene Ansätze, von Punk über Thrash und eine Prise Black Metal. Die Nummer fällt etwas aus dem üblichen Tyrann-Rahmen und dürfte nicht in jeden Gehörgang passen.

Bathory I? Nach dem Heavy-Punk-Thrash-Black-Metal-Gemisch nun episches Schwarzmetall? Ganz im Gegenteil. Der Rhythmus ist ein echter Banger, nur der Höhepunkt im Rahmen eines Chorus entfällt. Dafür setzen Tyrann auf Saiten, sodass Bathory I den Ansatz von Demonomania und den bekannten Ohrwürmern vermengt.

In eine ähnliche Kerbe schlagen die nachfolgenden Kom Armageddon, Natten Då De Döda und Allt Ska Brinna. Eingängig, old school und jederzeit zum Headbangen geeignet präsentieren sich Tyrann auch anno 2026. Bathory II setzt den Schlusspunkt unter knapp 30 Minuten Tyrann Forever, wo mit Epik und einer getragenen Melodieführung die Platte über die Ziellinie gebracht wird.

Hier geht es für weitere Informationen zu TyrannTyrann Forever in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Tyrann – Tyrann Forever
Fazit Tyrann Forever
Tyrann und Tyrann Forever liefern unterm Strich genau die Musik, die von der Truppe erwartet wird. Old-School-Material, gradlinig und schnörkellos, aber mit dem einen oder anderen stilistischen Schlenker. Es gibt auch mal richtig auf die Zwölf mit Demonomania, AOR-Einfluss ergänzt den Titeltrack, und mit einer guten Prise Epik und Bathory II dreht sich die LP dem Ende entgegen. Trotzdem schließt Tyrann Forever nahtlos an die bisherigen Veröffentlichungen an und wird die headbangende Meute, die um neue Räder einen großen Bogen macht, erneut vollauf zufriedenstellen.

Anspieltipps: Tyrann Forever, Kom Armageddon und Bathory II
Jürgen F.
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