Mit Hum Of Hurt legen Converge nur wenige Monate nach Love Is Not Enough am 05.06.2026 über Epitaph / Deathwish bereits ihr zweites Album des Jahres 2026 vor. Beim Label wird es als CD und in verschiedenen Vinylvarianten verfügbar sein.
Das Brummen des Schmerzes
Für viele Bands wäre ein derart kurzer Abstand ungewöhnlich, doch die Hardcore- und Metalcore-Veteranen aus Massachusetts haben sich noch nie an Branchenregeln orientiert. Beide Alben entstanden während derselben kreativen Phase, verfolgen jedoch unterschiedliche Ansätze. Während der Vorgänger auf maximale Wucht und technische Eskalation setzte, wirkt Hum Of Hurt kontrollierter, atmosphärischer und emotional noch eindringlicher.
Der Titel verweist auf das sogenannte „Hum“-Phänomen – ein rätselhaftes, tiefes Brummen, das weltweit von einem kleinen Teil der Bevölkerung wahrgenommen wird. Converge nutzen dieses Phänomen als Metapher für unterschwelligen Schmerz, kollektive Traumata und die permanente innere Unruhe einer Welt, die zunehmend aus den Fugen zu geraten scheint.
Weniger Chaos, mehr Atmosphäre
Musikalisch überrascht Hum Of Hurt mit einer für Converge bemerkenswerten Zurückhaltung. Natürlich bleiben Converge unverkennbar Converge: Kurt Ballous Gitarrenarbeit ist kantig und bedrohlich, Ben Kollers Schlagzeugspiel dynamisch und präzise, während Nate Newtons Bass das Fundament bildet. Jacob Bannons Vocals entbehren jeder Beschreibung. Doch statt permanentem Chaos setzt die Band diesmal stärker auf Dynamik und Atmosphäre.
Der Opener Slip The Noose trifft mit voller Wucht. Der Song fühlt sich wie ein Schlag ins Gesicht an und vereint alles, was Converge seit Jahrzehnten auszeichnet: rasende Energie, schneidende Riffs und Jacob Bannons intensive Vocals. Mit Doom In Bloom folgt einer der Höhepunkte des Albums. Der Titel könnte beinahe als Beschreibung der Band selbst verstanden werden, die auch nach mehr als 35 Jahren kreativer denn je wirkt. Deutlich noisiger geht It Only Gets Worse zu Werke und verwandelt die unterschwellige Anspannung des Albums in ein beklemmendes Klanggewitter. Gleichzeitig zeigen Converge mit Stücken wie Detonator, wie viel Freude sie noch immer daran haben, Erwartungen zu unterlaufen und musikalische Grenzen auszuloten. I Won’t Let You Go ist die Neuinterpretation eines Songs, welcher ursprünglich für das Videospiel Cyberpunk 2077 aus dem Jahr 2020 aufgenommen wurde.
Persönlich und beklemmend
Mit Dream Debris findet sich ein Paradebeispiel für die Herangehensweise der Band auf diesem Album. Statt auf permanente Eskalation setzt der Song auf Spannung, Atmosphäre und einen langsamen Aufbau, bevor er schließlich mit voller Wucht explodiert. Das düstere It Used To Matter überzeugt als nachdenkliches Intermezzo und leitet stimmungsvoll zum Titeltrack über. Mit dem abschließenden Nothing Is Over setzen Converge einen passenden Schlusspunkt. Der Titel deutet bereits an, dass die aufgeworfenen Fragen und Konflikte weit über die Albumlaufzeit hinaus nachhallen.
Textlich gehört Hum Of Hurt zu den persönlichsten Veröffentlichungen der Band. Jacob Bannon verarbeitet Themen wie das Älterwerden, familiäre Verantwortung, generationsübergreifende Traumata und die Unsicherheit einer Welt im Dauerkrisenmodus. Diese Mischung aus persönlicher Reflexion und gesellschaftlicher Beobachtung verleiht dem Album eine außergewöhnliche Intensität.
Hier! geht es für weitere Informationen zu Converge – Hum Of Hurt in unserem Time For Metal Release-Kalender.



