Vitamin X – Ride The Apocalypse 

13.03.2026 – Hardcore, Skate Punk – Svart Records – 28:05 Minuten

30 Jahre alt und kein bisschen ruhig. Immer wenn es etwas ruhig um die Amsterdamer Skate-Core-Combo Vitamin X wird, lassen sie mit einer neuen Veröffentlichung den Asphalt glühen. Mit Ride The Apocalypse setzen sie gleich 17-mal auf Attacke, indem sie konstant in Höchstgeschwindigkeitsmanier ihre Meinung über den verfallenden Status der Zivilisation herausposaunen. Dabei vereinen sie wie eh und je Hardcore- und Thrash-Metal-Elemente zu einer explosiven Mischung, die jeden Pit zum Überschäumen anheizt.

Basierend auf einem knackigen Bass-Sound, auf den Lemmy stolz wäre, kämpfen sich Vitamin X durch ihre neuen Songs. Die sind meist rasend schnell, mal aber auch im slambaren Midtempo. Viele wütende Crew-Shouts erhöhen dazu den Aggro-Faktor. Auch ist den Tracks eine sympathische 70er-Rock-Kante an den sechs Saiten eigen, während die Drums sich immer wieder mächtig in den Vordergrund poltern. Das klingt manchmal ein wenig nach Led Zeppelin, aber mit Iro und Bandana und Mittelfinger. Dasselbe gilt für die rohe und trockene Produktion, old school und doch zeitgemäß in die Fresse gedonnert.

Rollbrettfahren mitten in den Sonnen-Untergang von allem

Textlich kriegen stumpfe Mitläufer zu Recht ihr Fett weg, wird gegen unsinnige Genmutationen Stellung bezogen, fröhlich dem Weltuntergang entgegengeskatet und für mehr Eigenständigkeit eingestanden. Die Tiraden werden stilecht von Ur-Vocalist Marko Korac rausgebellt, wie ein süßer Schmusehund mit Tollwut. Hier und da mal ein lautes „Uh!“ und mal hingerotzt, das gehört dazu, wenn buchstäblich auf alle Trends gespuckt wird. Aber immer mit einem gesunden Schuss Ironie gewürzt. Kein Gepredige, keine ollen Kamellen aus der „guten alten Zeit“ und keine Besserwisserei. Absolut authentisch.

Kein Stück ist über zweieinhalb Minuten lang, die meisten sogar unter zwei. Vitamin X wissen, wie sie Hardcore ohne blödes Gelaber, übercoole Mosh-Parts oder so ein hippes Zeug auf den Punkt bringen. So wird ein Moshpit aufgemischt. Und nicht anders. Bei all der Kürze liegt die Stärke des Vierers darin, so viel Abwechslung wie möglich in die unterschiedlichen Songs zu bringen. Chop Chop Chop ist ein mitreißender Midtempo-Kracher, der von seinem Chop Chop Chop lebt. Siren’s Call ist ein Punkrocker mit britischem Stil, während sich Devolution/Devilution als Thrasher par excellence in den Kopf drillt, einem nicht nur den Atem raubt, sondern auch als Tribut an Motörhead durchgeht.

Hier geht es lang für weitere Informationen zu Vitamin X – Ride The Apocalypse in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Vitamin X – Ride The Apocalypse 
Fazit zu Ride The Apocalypse
Mit Bands wie damals Man Lifting Banner, NRA, Seein’ Red und jetzt The Shining oder Citizens Patrol sind die Niederlande bereits seit den frühen 80ern ein heißes Eisen in Sachen DIY-Hardcore mit Attitüde. In dieser Aufzählung haben Vitamin X ihren festen Platz. Das beweist Ride The Apocalypse. 17 Songs, die weder Metal Hardcore noch Hardcore Metal sind, sondern schlicht und ergreifend pure, unverfälschte Hardcore-Energie. Aggression, Haltung, Spaß und DIY‑Spirit sind die Grundpfeiler der knappen halben Stunde, die die Amsterdamer Formation herausknallt. Den Fehler, ins Business einzusteigen, haben Vitamin X nie begangen, vielleicht ist das der Grund, warum sie immer noch so sehr für ihre Musik, für Hardcore brennen.

Anspieltipps: Devolution/Devilution und Siren's Call
Kristian H.
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