Wenn eine Band nicht in eine Schublade passt, baut sie sich eben ihre eigene. Genau das machen Angel Du$t auf ihrem sechsten Studioalbum Cold 2 The Touch und treiben ihr Spiel zwischen Hardcore, Indie, Punk und Pop weiter auf die Spitze.
Gegründet in Baltimore als Nebenprojekt von Justice Tripp (Gesang), entwickelte sich die Band schnell zu einer eigenständigen Größe. In der aktuellen Besetzung agieren weiterhin Steve Marino (Gitarre), Jim Carroll (Gitarre), Zechariah Ghosttribe (Bass) und Nick Lewis (Drums). Es ist ein Kollektiv, das hörbar von Hardcore-Roots lebt, aber stilistisch keine Grenzen akzeptiert.
Schon der Opener Pain Is A Must macht klar: Hier wird nicht gekuschelt. Druckvoll und direkt setzt der Track die Marschrichtung. Der Titeltrack Cold 2 The Touch knüpft daran an, aggressiv, riffgetrieben und mit jener Energie, die die frühen Tage der Band reflektiert. Doch Angel Du$t wären nicht Angel Du$t, wenn sie sich darauf beschränken würden. I’m The Outside überrascht mit poppigem Einschlag und eingängigem Refrain, während Jesus Head eine fast schon sanfte, bluesige Seite offenbart. Dieses ständige Wechselspiel zieht sich durch das gesamte Album, bei dem Hardcore auf Indie oder Melodie auf Kante trifft. Mit Zero und Downfall zeigt die Band ihre vielleicht spannendste Facette. Beides sind stilistische Grenzgänger, die Elemente von Thrash, Punk und sogar stadiontauglichem Rock miteinander verweben. Gerade Downfall glänzt durch seine Mischung aus Pop-Punk-Leichtigkeit und Hardcore-Wucht. Die zweite Hälfte bleibt ebenso unberechenbar. Du$t beginnt zurückhaltend, nur um später förmlich zu explodieren. Nothing I Can’t Kill setzt auf eingängige Melodik, während The Knife und The Beat als kurze, rohe Hardcore-Ausbrüche den Kreis schließen.
Produktionstechnisch bewegt sich das Album zwischen bewusst rauem Lo-Fi-Charme und moderner Klarheit. Genau dieser Kontrast sorgt für den besonderen Reiz, kann aber auch irritieren, denn klare Strukturen sucht man hier vergeblich.
Für Cold 2 The Touch wurden eine ganze Reihe Gaststars eingeladen. Gitarrist Jim Caroll macht sich in Zero bemerkbar, das auch den Gesang von Wes Eisold von American Nightmare und Cold Cave enthält. Downfall hat das Knurren von Patrick Cozens von Restraining Order, Man On Fire greift auf die britische Punklegende Frank Carter zurück und The Beat enthält kehlige Gastbeiträge von Taylor Young von Twitching Tongues und Deadbody.
Das Album erscheint digital im Download und Stream auf den üblichen Kanälen. Physikalisch gibt es eine CD im Juwel-Case sowie Vinyls in zwei Ausgaben. Neben der Standard-Rot gibt es noch eine limitierte „Red And Black Button Vinyl“.
Hier geht es für weitere Informationen zu Angel Du$t – Cold 2 The Touch in unserem Time For Metal Release-Kalender.



