Mork am 10.10.2026 im Hafenklang, Hamburg

Thomas Eriksen und sein erster Besuch in Hamburg

Event: Mork – European Tour 2026

Bands: Mork, Soulburn

Ort: Hafenklang Hamburg, Große Elbstraße 84, 22767 Hamburg

Datum: 10.10.2026

Kosten: VVK circa 22 € plus Gebühren, 27 € AK

Zuschauer: ca. 200 Menschen

Genre: Black Metal, Death Metal, Doom Metal

Link: https://www.hafenklang.com/

Mork - European Tour 2026
Mork – European Tour 2026

Wenn es um Black Metal und Norwegen geht, dann werden die meisten Fans mit den bekannten Namen um sich werfen, wie Mayhem oder auch Darkthrone. Mit Darkthrone sind wir bei einer Band, die ihre Musik immer puristisch präsentierte. Die Einflüsse auf den Alben sind dagegen vielfältig. In einem ähnlichen musikalischen Spannungsfeld agiert Mork, oder besser Thomas Eriksen. Mork ist auf Platte ein Soloprojekt des in der norwegischen Stadt Halden beheimateten Musikers. Seit 2004 ist er aktiv und hat vor allem in den vergangenen Post-Covid-Jahren seine Frequenz deutlich erhöht. Mit Katedralen, Dypet, Syv und ganz aktuell Monolitt legte Eriksen gleich vier neue Alben auf den Tisch und verdoppelte seinen Output. Wie auch bei Darkthrone ist Black Metal die Basis, der aber mit Heavy-Metal-Riffs und nicht nur Blast-Beat-Geballer und stumpfen Gitarren daherkommt. Somit kann Eriksen bzw. Mork nicht nur im reinen Black-Metal-Umfeld Fans ansprechen. Auch Grenzgänger und Leute, die über den Tellerrand schauen, sind heute im Hafenklang zu finden.

Etwas überraschend teilt uns vorab der Veranstalter mit, dass es für die Band der erste Besuch in der Hansestadt ist und das bekannte Touristenprogramm am Nachmittag durchgezogen wurde. Da hoffen wir, dass sich Eriksen und Co. in der Hansestadt wohlfühlen und auch die touristischen Sehenswürdigkeiten gefielen. Fast gegenüber vom Hafenklang befindet sich eine der Sehenswürdigkeiten mit der Fischauktionshalle. Hier gibt es das Kontrastprogramm zum dunklen Metall. Das Oktoberfest macht auch vor Hamburg nicht halt. So laufen Dirndl und Lederhose nach dem Konzert in die schwarze Meute, sodass reichlich Kontrast – nicht nur farblich – bei der Abreise geboten wird. Eine spannende Frage: Was haben die Oktoberfest-Freaks von den Leuten mit Corpsepaint gehalten?

Soulburn sorgen für Melancholie

Soulburn – Hafenklang, Hamburg – 2026

Zurück zum heutigen Abend. Eigentlich sollten drei Bands auftreten. Arroganz sind wegen einer dringenden Familienangelegenheit ausgefallen. Um 20:30 Uhr eröffnen Soulburn aus Holland den Abend mit grundsätzlich düsteren Klängen, die aber mehr im Death- und Doom-Metal zu Hause sind und mit einer Prise Progressivität garniert sind. Wie Mork haben auch Soulburn eine neue Platte namens Quantifying Cosmic Doom am Start, wovon es gleich fünf Nummern und damit circa die Hälfte des Sets auf die Ohren der Fans gibt. Soulburn setzen auf Atmosphäre und Melancholie, die immer wieder in rasende Gitarren und Growl-Gesang ausbricht. Die je nach Definition circa 30 oder sogar 40 Jahre alte Band (die Ursprünge liegen bei Asphyx, wo Gitarrist Eric Daniels ab den frühen 90ern aktiv war) weiß Genrefans durchaus zu überzeugen, ist aber für die reinen Schwarzmetaller eher nicht der bevorzugte musikalische Ansatz. Sänger Twan van Geel ist mit einem Kapuzenshirt ausgestattet und sorgt für den düsteren Anstrich in dem düsteren Hafenklang-Ambiente. Bereits vor dem ersten Ton steckt er einige Räucherstäbchen an, um die entsprechende Atmosphäre zu erzeugen. Die Truppe kann in der circa 60-minütigen Spielzeit durchaus punkten, wenn nicht nur Black Metal im Scope steht.

Black Heavy Metal mit Mork

Mork – Hafenklang, Hamburg – 2026

Der Umbau ist im Hafenklang schnell erledigt. Da es aber einen klaren Zeitplan gibt, dauert es bis 22 Uhr, ehe Eriksen und seine Mitstreiter auf die Bühne kommen. War bei Soulburn mit der Technik alles okay, so kämpfen Mork nicht nur einmal mit einem fehlenden Kontakt bei den Saiten. Anfänglich ist der Gesang nicht zu hören, der fängt sich aber im Laufe des Gigs. Zumindest hat jetzt die Anhängerschaft von Corpsepaint und Blastbeats ihre Zeit, wobei gerade die Blastbeats weniger im Fokus stehen. Mork verstehen es, den Black Metal mit verschiedenen Einflüssen, allen voran aus dem Heavy Metal, zu kombinieren. Wenn die Saiten komplett da sind, donnert eine schwarze Melange aus den Boxen, die technisch stark und mit einer klaren Melodieführung rüberkommt.

War bei Soulburn die Beleuchtung gering, so setzen Mork noch mehr auf das Thema Dunkelheit. Die musizierenden Menschen sind nur schemenhaft zu erkennen. Gelegentlich erhellt Stroboskop die Bühne, aber hier nur in Teilen. Eriksen und seine Mitstreiter agieren im Verborgenen.

75 Minuten haben Mork und liefern den Hauptteil des Sets von ihrem aktuellen Album Monolitt mit insgesamt fünf Stücken. Aber auch die frühen Werke wie Det Svarte Juv oder Isebakke sind vertreten, die Eriksen als „sehr alte Lieder“ ankündigt. Schade um die Aussetzer der Technik am Anfang und während der Show. Trotzdem sind Mork eine Band, die nicht nur eingefleischte Schwarzmetaller anspricht. Die Vergleiche zu Darkthrone sind mehr als nur passend.

Nach dem Konzert sind beide Bands im Club unterwegs und stehen für Autogramme und Bilder zur Verfügung. Einige Minuten vor Mitternacht leert sich die Location und die bereits beschriebene Abreise beginnt mit dem Weg zur S-Bahn-Station Reeperbahn. Insgesamt ein mehr als lohnender Besuch, zumal das Hafenklang sich klar politisch positioniert und das Veranstaltungsteam entsprechende Patches oder T-Shirts gleich am Eingang aussortiert und ggf. verweist.