Cradle Of Filth am 24.11.2025 in der Markthalle Hamburg

So leer, dass es nur etwas für harte Fans ist

Event: Splintered in Winter Tour 2025

Headliner: Cradle Of Filth

Vorband: Suffocation, Mélancolia, Naraka

Ort: Markthalle Hamburg

Datum: 24.11.2025

Genre: Death/Black Metal

Besucher: Vielleicht 200

Setlisten: Cradle Of Filth

Cradle Of Filth – Splintered In Winter 2025

Als ich in den Saal der Markthalle trete, schießt mir eine Frage in den Kopf: Wie kann sich das rechnen? Warum wurde dieses Konzert nicht abgesagt?

Es ist etwa acht Uhr, eigentlich sollte der Abend jetzt anfangen, aber tatsächlich haben schon zwei Bands gespielt: Mélancolia und Naraka. Ich schätze sehr, dass eine Band wie Cradle Of Filth viele Vorbands mitnimmt, die sich so einem internationalen Publikum präsentieren können. Aber wenn sie schon fertig sind, während offiziell erst der Einlass enden sollte, bringt das nicht so viel.

Suffocation – Hamburg – Splintered In Winter Tour 2025

Und jetzt komme ich in der Pause vor der letzten Vorband, Suffocation, an. Und während der Pause ist es gähnend leer. Die hinteren Ränge sind abgehängt. So leer habe ich die Markthalle noch nie erlebt, wenn ich zu einem Konzert kam. Oft genug komme ich gerade einmal über die Türschwelle, heute könnte ich mich in die erste Reihe stellen.

Zum Glück wird es deutlich voller, als Suffocation dann tatsächlich anfangen zu spielen. Die New Yorker spielen sehr technisch, sehr sauber, es klingt gut. Da ich ihre Texte nicht kenne, verstehe ich beim Growling kein Wort – es passt aber klanglich gut zum Rest. Leider nutzt der Sänger seine Stimme nicht im Klargesang, um Kontrast reinzubringen – in den Moderationen klingt seine Stimme interessant.

Suffocation machen ihren Job als Vorband gut, aber es sind einfach zu wenig Fans da – selbst bei Cradle Of Filth nur vielleicht 200 Leute. Und so entstehen nur Ansätze eines Circle Pits, es wird nie richtig gemosht. Hier wird zwar harter Death Metal gespielt – aber wer ein energiegeladenes Publikum, ausrasten und moshen will, muss beispielsweise zwei Wochen später zu Fiddler’s Green.

Und auch bei Cradle Of Filth, den Headlinern, bleibt es durchmischt. Hier fällt dann auch noch der Soundmix negativ auf: Die Schreie des Sängers Dani Filth stechen zwar wirklich beeindruckend hervor, aber gerade die melodischeren Teile schwächen. Beim eigentlich wunderschönen Nymphetamine Fix ist etwa die Stimme der Sängerin und Keyboarderin kaum zu verstehen.

Kurzum: Den Fans, die da sind, scheint es sehr gut zu gefallen. Als die Wiege des Drecks um 22:30 Uhr schon von der Bühne geht, werden sie sehr lange um eine Zugabe gebeten, die dann auch kommt. Aber sie klingen nicht besser als auf ihren Alben und die Stimmung ist nicht explosiv ansteckend. Wenn man kein harter Fan ist, dann gewinnt eindeutig der Montagabend gegen ihre Versuche, eine Party anzustacheln.

Cradle Of Filth – Hamburg – Splintered In Winter Tour 2025