Die Kolumbianer von Funeral Vomit, deren Member alle auch unter anderem noch bei Cadaveric Messiah tätig sind, gründeten sich im Jahre 2020 und sind seitdem fleißig am Werkeln. Ein Demo, zwei Splits und eine EP wurden schnell veröffentlicht und im Jahre 2023 folgte dann das erste Full Length namens Monumental Putrelence. Das spanische Label Xtreem Music brachte dieses heraus und ist nun auch wieder mit im Boot, denn kaum zwei Jahre später liegt mir schon Album Nummer zwei namens Upheaval Of Necromancy vor.
Und so bringen die Kolumbianer uns ihre Version des Death Metals etwas näher, und natürlich muss erst einmal ein bösartiges und dunkles Intro vorweg. Dieses passiert natürlich auch in Form des Stücks Intro (The Disentombment).
Los geht dann das Unterfangen mit dem Song Upheaval Of Necromancy, dem Namensgeber des Albums. Man beginnt mit einer sprachlichen Einlage und lässt dann dem Geschehen freien Lauf. Der Sound ist schon einmal auf alt getrimmt, aber gut differenziert. Kommt eben ein wenig dreckig rüber und das ist auch gut so. Die düstere Atmosphäre des Intros wird fortgesetzt und das Tempo ist eher schleppend und im mittleren Bereich angesiedelt. Tremolo-Picking beherrscht diese Reise ins dunkle Ungewisse, und man ist durchaus willens und bereit, diese Reise anzutreten, denn das Riffing ist sicherlich nicht neu, bleibt aber im Ohr hängen. Hier und da wird das Tempo dann angezogen und man agiert im old schooligen Uptempo-Bereich. Die Vocals sind natürlich aus dem Schlund des Gehörnten entliehen und man kann davon ausgehen, dass dieser sie wohl nicht wiederbekommt. Warum auch, denn ich denke, der Protagonist, der diese verwendet, agiert ganz in seinem Sinne, aber das ist natürlich nur reine Spekulation. Da bin ich mir nicht ganz sicher, im Gegensatz zu diesem Song hier, der einfach (und ich schreibe hier aus der Sicht eines Death-Metal-Fans, der den Krams schon vierzig Jahre hört) gute Laune verbreitet. Das Ganze klingt schon ein wenig chaotisch und man arbeitet mit vielen Wechseln, aber da passt am Ende doch alles. Wenn die Gitarre melodisch vorspielt und sie dann wie wild drauflosballern und dann ein Midtempo hinterherschicken – ja, das hat schon was.
Auch der nachfolgende Song Sulphuric Regurgitation beginnt mit einer Sprachsequenz und einer schnellen Midtempoattacke. Danach aber etwas ins Uptempo und wieder zurück und erneut ins Uptempo. Dann verlangsamt man das Tempo, schleppt sich ein wenig durch die Gegend, fügt ein krankes, melodisches Solo hinzu, geht wieder ins Midtempo und ballert danach wieder. Und so wechselt man auch hier innerhalb eines Parts und man weiß nie genau, was jetzt passiert. Ich mag so was, sehr geil. Dann Gitarre vorweg und wieder ab ins Geballer. Dieses Chaos, welches den Ohren entgegengeflogen kommt, ist aber absolut kontrolliert und das macht das Ganze extrem interessant. Hier geht es hin und her, aber man hält die Flagge des Extremen jederzeit fest und diese weht kraftvoll oben im Wind.
Der Sound füttert die Boshaftigkeit
Der Sound hat dieses gewisse Etwas. Dieses Feeling, dass das Album in den Neunzigern entstanden ist, aber trotzdem kann man alles nachvollziehen. Normalerweise lege ich da keinen besonderen Wert drauf bzw. erwähne ich es extra, aber in diesem Falle muss ich es einfach machen. Alles ganz roh und rau, die Instrumentalisierung verschwindet ein wenig in den Hintergrund, aber eben gleichmäßig. Die Vocals stehen dann im Vordergrund und manchmal die eingestreute Leadgitarre, aber eben nicht so, dass der Rest nicht vernehmbar ist. Klaro, ist das für eine moderne Band nicht so das Beste, aber hier knallt es ohne Ende. Mag auch an meinem Alter liegen, ich weiß es nicht.
Die Mischung aus doomigen Anfängen und Uptempo macht es aus
Aber nicht nur mit dem Sound, sondern auch mit der Musik können sie mich mitnehmen. Der doomige Anfang von Hematophagia z. B. und dann das Tremolo-Gespiele machen schon extrem Laune und Bock auf diese Art des Death Metals, wie sie Funeral Vomit zocken. Das Ding zieht sich dunkel und düster durch die Botanik und wandelt dann nach neunzig Sekunden die Strategie. Vorspieler, Geballer und wildes Solo und dann wieder alles auf Anfang, nur etwas schneller. Hier werden wieder alle Tempi angewendet und es finden viele Rhythmuswechsel statt. Sehr geil, denn das Teil ist extrem brutal, auch wenn hier wieder gefühlt das Chaos regiert. Vielleicht ist es auch so, denn nicht nur hier hat man das Gefühl, dass man einfach einen Part an den anderen setzt. Aber das ist mir echt schnuppe, denn für mich ergibt das alles Sinn und man erzeugt durchaus einen Fluss. Am Ende begibt man sich noch einmal in die doomigen Gefilde und lässt dann mit einem melodischen Lead und einer druckvollen Doublebass den Song ausatmen. Das Ende ist schon ziemlich lang, schockt aber absolut.
Songs wie Winds Of Exhumation (doomiger Anfang und dann ab in den brutalen Death Metal) oder die geile Uptempo-Nummer Altars Of Doom sprechen für sich. Gerade diese langsamen Momente und die weitere Entwicklung zu einer temporeichen Nummer, wie z.B. bei Cryptic Miasma Stench, machen das Album interessant.
Hier geht es für weitere Informationen zu Funeral Vomit – Upheaval Of Necromancy in unserem Time For Metal Release-Kalender.



