Soulbound am 16.01.2026 im Forum Bielefeld

Party mit Freunden zum Release von "sYn"

Event: sYn Release-Party

Band: Soulbound

Vorband: Parasite Inc.

Ort: Forum Bielefeld

Datum: 16.01.2026

Zuschauer: 450

Genre: We Don’t Give A Fuck Metal, Melodic Death Metal, Heavy Metal

Link: www.soulbound.de

Freitagabend und wir sind auf dem Weg ins Forum Bielefeld. Heute ist endlich die langersehnte Release-Party des neuen Albums Syn von Soulbound. Seit gestern ist das Event offiziell ausverkauft und wir sind etwas nervös wegen der knappen Parkplätze vor der Location. Doch alles im Lot, wir stehen fast direkt am Eingang und aufgrund der frühlingshaften Temperaturen lassen wir sogar die Jacken im Auto. Die Schlange vor der Tür ist so kurz vor Einlass natürlich ordentlich lang. Später höre ich, dass die ganz eingefleischten Fans schon seit 17 Uhr gewartet haben. Sogar aus England, der Schweiz und Frankreich sind sie heute angereist, um die Bielefelder bei ihrem Heimspiel zu sehen.

Um 19 Uhr öffnen sich die Pforten und die Gäste strömen in die kleine, aber gemütliche Location. Der erste Blick fällt auf die Merchstände von Soulbound und Parasite Inc., die gut ausgestattet alles bieten, was das Fanherz höherschlagen lässt. Weiter hinten im Saal sehe ich auch die Banner von Metality, einem Verein, der ein weltweites Netzwerk von Metalheads geschaffen hat. Sie setzen sich für verschiedene gemeinnützige Aktionen ein, darunter Black Dog, ein Sozialprojekt, mit dem sie das Thema Depressionen in die Mitte der Gesellschaft holen wollen. Schön, dass sie auch heute hier dabei sind.

Parasite Inc. – 16.01.2026 – Forum Bielefeld

Die Party startet um 20 Uhr mit der Begrüßung durch Johnny Soulbound, und wer ihn ein wenig auf den sozialen Kanälen verfolgt, weiß, dass er es gerne perfekt durchorganisiert und funktionierend hat. Und als wollte der Abend ihm dieser Illusion gleich mal berauben, gibt es erst mal kein Licht auf der Bühne. Er nimmt es mit Humor und vielleicht fällt dadurch auch gleich die Anspannung ein wenig ab. Und mal ehrlich: Von solchen Momenten lebt doch so ein Event. Wenn jeder Abend gleich steril und durchgetaktet abläuft, wäre das doch echt langweilig. Für mich ist jede kleine Panne, die auf einer Bühne passiert, ein Zeichen, dass nicht nur ich mal Missgeschicke im Leben habe, sondern jeder um kleine Stolpersteinchen rumbalanciert, und das macht so eine Band nahbar und sympathisch. Außerdem erinnert man sich an ein Konzert, bei dem xy schiefging, tatsächlich eher als an eins, bei dem alles aalglatt läuft.

Wie es sich für einen Release-Abend gehört, wabert bei der Vorstellungs- und Dankesrede an die vielen Unterstützer diese herrlich aufgeregt-sentimental-erleichterte Stimmung von der Bühne. Endlich der Welt die neuen Songs zu präsentieren, allen Druck fallen zu lassen und den Applaus aufzusaugen, ist für die Künstler sicherlich der schönste Lohn für die harte Arbeit der vergangenen Monate.

Wir müssen uns noch etwas gedulden, denn zunächst kommen Parasite Inc., um uns ordentlich einzuheizen. Wir hatten sie auf der letzten Tour schon zusammen mit Soulbound im Kulturwerk Herford gesehen. Der Sound damals war nicht der beste, hier heute Abend ist es dagegen ein Genuss! Die Jungs starten mit First Born und ballern mit Vollgas durch ihre Songs. Für Abwechslung sorgen die Gastauftritte von Felix Soulbound an der Gitarre und Ersatz-Drummer Fabian „Fabi“ Schmidt, der Soulbound schon so manches Mal mit seinem Einsatz die Shows gerettet hat. Sehr euphorisch fordert Bassist Lucien Mosesku die Crowd zum Circlepit auf, muss dann aber zugeben, dass dieser eher armselig ist. Deutlich mehr Teilnehmer (also mehr als vier) lassen sich dann zu einer Wall of Death ermutigen und entschädigen ihn etwas. Irgendwie ist ja dieses ganze Wall of Death – Wall of Love – Hinhocken und Hochspringen und dies unsägliche Rudern inzwischen so oft zelebriert worden, dass es jetzt langsam auch wegkönnte. Circle- und Moshpit finde ich für meinen Geschmack ausreichend, und vielleicht erfindet ja noch mal jemand was Neues.

Um 21 Uhr endet die Parasite Inc. Anheiz-Party und wir sind uns einig: Das war richtig gut! Die kurzen Klargesang-Momente von Sänger Kai fand ich ebenso stark, wie seinen Growl, und dass er die ganze Zeit mit einem Soulbound-Hoodie in dieser Hitze performt hat, zeigt noch mal deutlich die Verbundenheit der Bands.

Während der Umbauphase tummeln sich diverse Mitglieder beider Bands auf der Bühne, quatschen mit dem Publikum und haben sichtlich Spaß. Fannähe wird hier großgeschrieben und dieser gesamte Abend fühlt sich an, als wären wir auf einer Privatparty.

Soulbound – 16.01.2026 – Forum Bielefeld

Dann beginnt um 21:30 Uhr endlich der Auftritt des heutigen Hauptacts und das Publikum lässt sich nicht lange bitten. Ob bei March March, Addicted To Hell, Insane oder Saint Sinner – die textsicheren Fans feiern ihre Jungs, als gäbe es kein Morgen, und ich gönne es ihnen so von Herzen. Wie immer vergisst Johnny auch heute nicht, das Thema Depression auf die Bühne zu holen. Man merkt, wie wichtig es ihm ist, Hoffnung zu geben, zu ermuntern und aufzurütteln, damit dieses Thema endlich den Stellenwert in der Gesellschaft bekommt, den es leider verdient. Die starke Ansage gipfelt im Song Undone vom Album Addicted To Hell.

Nach Devil folgt eine weitere Ansprache, die sich mit dem Thema Genre-Diktatur in der Metal-Community auseinandersetzt, und Johnny spricht mir direkt aus der Seele. Ich hasse diese wichtigtuerischen erhobenen Zeigefinger, sobald etwas aus der Reihe tanzt, dieses alles zurechtstutzen wollen, diese ganzen Ist-Das-Noch-Metal-Beauftragten, die immer und alles, was anders ist, kritisieren. Für mich ist das Wichtigste, dass Musiker ihr Ding machen. Immer. Und sich nicht für Zahlen und Likes verbiegen. Und genau dafür stehen Soulbound für mich, und ich hoffe, sie bleiben sich da für immer treu und tun, worauf sie Lust haben. Ohne Rücksicht auf Kritiker. Was könnte an dieser Stelle passender sein als ihr neuer Song Not Metal Enough, in dem sie mit ihrem „We Don’t Give A Fuck Metal“ ordentlich mit dem Schubladendenken abrechnen?

Soulbound – 16.01.2026 – Forum Bielefeld

Wir hören Isolate, Cutting Diamonds und Unleashed Aporia, bewundern die wechselnden Bühnenoutfits, feiern die Konfetti-Bomben und sind einfach furchtbar zufrieden. Zwischendurch dürfen zwei junge Mädels auf die Bühne und mitrocken, auch die kleinen Neffen von Johnny gesellen sich ab und an dazu. Hier ist heute vielleicht nicht alles nach Drehbuch, aber alles mit ganz viel Herz und Sympathiepunkten. Schlagzeuger Mario gönnt sich mittendrin eine Pinkelpause, Sänger Kai von Parasite Inc. klaut Johnny das Mikro und übernimmt. Und nach Chaos & Amen und Alive liegen sich auf der Bühne alle glücklich in den Armen. Um 23:15 Uhr ist das Konzert zu Ende, aber die Party noch lange nicht. Johnny hat nicht umsonst angekündigt, dass sie den Saal bis 3 Uhr gebucht haben und die Zeit noch für das eine oder andere Bier und schöne Fanmomente nutzen wollen. Wir hingegen sehen zu, dass wir zum Auto kommen, denn der Babysitter wartet zu Hause. Aber wir sind uns sehr einig, dass dieser Abend rundherum grandios war. Danke Soulbound, danke Parasite Inc. – macht bitte genau so weiter!