
Christoph Karrer war ein vielseitiger deutscher Musiker, der vor allem als Gitarrist der Krautrock-Band Amon Düül II bekannt wurde. Er starb mit 76 Jahren an den Folgen einer SARS-CoV-2-Infektion. Er wurde am 20. Januar 1947 in München geboren und in den späten 1960er-Jahren Teil der Münchner Kommune Amon Düül. Mit dieser Band feierte er in den 1970er-Jahren große Erfolge und prägte den Krautrock-Sound maßgeblich mit. Bekannte Alben mit seiner Beteiligung sind unter anderem Phallus Dei (1969), Yeti (1970) und Tanz Der Lemminge (1971). Er spielte unter anderem auch in den Bands Embryo und Passport und veröffentlichte mehrere Soloalben. Zudem arbeitete er als Komponist für Film und Theater. Auch nach seiner Zeit bei Amon Düül II blieb Karrer musikalisch aktiv. Er trat weiterhin live auf und veröffentlichte neue Musik.
Tony Clarkin, Gitarrist, kreativer Kopf und Haupt-Songwriter der britischen Rockband Magnum, ist am 7. Januar 2024 mit 77 Jahren verstorben. In einer Mitteilung heißt es: „Nach kurzer Krankheit ist Tony Clarkin verstorben. Mitte Dezember wurde bei ihm, dem Gitarristen, kreativen Kopf und Haupt-Songwriter der kultigen britischen Rockband Magnum, eine seltene und unheilbare Rückenmarkerkrankung diagnostiziert, an deren Folge er so schnell verstarb.“ Als Folge dieser Diagnose hatte die Band ihre für 2024 geplante Tournee abgesagt.
Anschließend gab auch Tochter Dionne Clarkin im Namen der Familie und tief bestürzt die traurige Nachricht bekannt:
„Ich weiß, dass Tony unzählige Menschen mit seiner Musik auf ganz unterschiedliche Arten berührt hat. Mir fehlen die Worte, um das auszudrücken, was er mir in diesem Moment bedeutet, denn die Trauer ist noch zu frisch. Wie viele wissen, hatte Tony eine besonders enge Beziehung zu Tieren. Die Familie beabsichtigt, in seinem Namen eine wohltätige Stiftung zu gründen, um in diesem Bereich zu unterstützen. Weitere Details hierzu folgen in Kürze. Wir bitten, von Blumen oder Karten abzusehen, da Tony es lieber gehabt hätte, für wohltätige Zwecke zu spenden. Es war eine Ehre, Tony meinen Vater nennen zu dürfen.“
Mit Bob Catley hatte Tony 1972 Magnum in der für seine lebendige Musikszene bekannten Stadt Birmingham gegründet und beide sollten die einzigen konstanten Mitglieder der Band sein. Zu der Zeit brachte Birmingham viele einflussreiche Hard Rock Bands hervor, darunter Black Sabbath und Judas Priest. Magnum entwickelten jedoch einen eigenen, melodischeren Stil innerhalb des Hard Rock. Clarkins Gitarrenspiel war das Herzstück von Magnums Sound. Seine melodischen Riffs, sein gefühlvolles Solospiel und seine Fähigkeit, eingängige Songs zu schreiben, prägten den Stil der Band. Er war der Hauptsongwriter von Magnum und verantwortlich für die meisten ihrer bekannten Songs. Wie sich das Ableben nun auf weitere Aktivitäten der Band auswirkt, kann noch nicht vorhergesagt werden. Die größten Erfolge verzeichneten Magnum in den 80ern, mit Alben wie On A Storyteller’s Night und Wings Of Heaven. Dabei war Tony Clarkin mehr als nur der Gitarrist von Magnum; er war die treibende Kraft hinter der Band. Sein Songwriting und sein Gitarrenspiel definierten den Sound von Magnum und trugen maßgeblich zu ihrem Erfolg bei. Bis heute haben Magnum zusammen mit Tony 22 Alben veröffentlicht, das 23. Here Comes The Rain wurde einige Tage nach Clarkins Tod veröffentlicht. Ironie des Schicksals. Inzwischen ist bekannt, dass Magnum im kommenden Jahr eine Hommage-Tribute-Show für ihren verstorbenen Gitarristen planen.
James Kottak wurde am 26. Dezember 1962 in Louisville, Kentucky, geboren. Seine musikalische Karriere begann in den 1980er-Jahren, in denen er in verschiedenen Bands spielte, darunter Kingdom Come, MSG, Warrant, Wild Horses und Axxis. Doch der Höhepunkt seiner Karriere kam 1996, als er der deutschen Hardrock-Band Scorpions beitrat. Für 20 Jahre war er ein fester Bestandteil der Scorpions und trug maßgeblich zu ihrem Sound und ihrer Bühnenpräsenz bei. Er war bekannt für sein kraftvolles und energiegeladenes Schlagzeugspiel sowie für seine exzentrische Persönlichkeit. Er wirkte auf zahlreichen Alben der Band mit, darunter Eye II Eye (1999), Unbreakable (2004) und Sting In The Tail (2010). Kottak hatte auch seine eigene Band namens Kottak. Mit dieser Band veröffentlichte er mehrere Alben und konnte seine musikalische Vielseitigkeit unter Beweis stellen. James war nicht nur ein talentierter Musiker, sondern auch ein unterhaltsamer Charakter. Seine humorvollen Einlagen machten ihn zu einem Publikumsliebling. Allerdings kämpfte er auch mit persönlichen Problemen, insbesondere mit seiner Alkoholsucht, die schließlich 2016 zu seinem Ausstieg bei den Scorpions führte.
James Kottak wird für seine Beiträge zur Rockmusik und seine Zeit bei den Scorpions in Erinnerung bleiben.
Wayne Kramer, Mitbegründer und Gitarrist der legendären Proto-Punk-Band MC5, ist im Februar im Alter von 75 Jahren in Los Angeles verstorben. Er erlag den Folgen einer Krebserkrankung der Bauchspeicheldrüse. Mit seinem Tod verliert die Musikwelt eine Ikone des Rock ’n‘ Roll. Der Einfluss von MC5 auf nachfolgende Generationen von Musikern war schon sehr groß. Ende der 60er gründete er zusammen mit Fred „Sonic“ Smith MC5 (Motor City Five), die mit ihrem Sound und ihren politisch angehauchten Texten den Grundstein für den Punkrock legten. Sie waren bekannt für ihre Live-Auftritte und ihre radikale Haltung, die sie zu einer der einflussreichsten Bands ihrer Zeit machte. Die Alben Kick Out The Jams und Back In The USA gelten heute als Meilensteine der Rockmusik.
Nach der Auflösung von MC5 im Jahr 1972 hatte Cramer mit persönlichen Problemen zu kämpfen. So war er eine Zeit wegen Drogenbesitzes im Gefängnis. Doch er kehrte immer wieder zur Musik zurück und veröffentlichte mehrere Soloalben. Kramer gilt als Aktivist, Rebell und eine Inspiration für viele. Sein Gitarrenspiel war geprägt von roher Energie und Leidenschaft, und seine Texte spiegelten oft seine politischen Überzeugungen wider.
Ein weiterer Großer des Krautrocks, Damo Suzuki, japanischer Sänger der Krautrock-Band Can, ist im Alter von 74 Jahren in Köln verstorben. Suzuki wurde am 16. Januar 1950 in Ōiso, Japan, geboren. 1970 stieß er durch einen glücklichen Zufall – er wurde von Holger Czukay und Jaki Liebezeit auf der Straße angesprochen – zu Can, die mit ihrem experimentellen und genreübergreifenden Sound Musikgeschichte schrieben. Von 1970 bis 1973 prägte Damo Suzuki mit seinem improvisierten, oft wortlosen Gesang den Sound der Band maßgeblich. Alben wie Tago Mago und Ege Bamyasi sowie Future Days gelten als Meisterwerke des Krautrocks und sind untrennbar mit Suzukis einzigartigem Gesangsstil verbunden. Nach seinem Ausstieg bei Can zog sich Suzuki zunächst weitgehend aus dem Musikgeschäft zurück, bis er 1983 mit seinem „Network“-Konzept zurückkehrte, bei dem er mit lokalen Musikern auf der ganzen Welt improvisierte und auftrat.
Suzuki kämpfte lange mit gesundheitlichen Problemen, darunter eine Krebserkrankung, die ihn jedoch nicht davon abhielt, seiner musikalischen Leidenschaft nachzugehen, bis ihn die heimtückische Krankheit letztendlich besiegte.
Fritz Puppel wurde 1944 geboren und war ein herausragender deutscher Musiker und Mitbegründer der legendären Rockband City. Mit Hits wie Am Fenster, Wand An Wand und Glastraum prägte er die Musiklandschaft der DDR und darüber hinaus. Sein virtuoses Gitarrenspiel und seine Kompositionen bewegten sich oft am Rande des in der DDR Erlaubten und berührten Millionen Menschen. Fritz Puppel war nicht nur Gitarrist und Komponist, sondern auch der inspirierende Motor der Band, die er zusammen mit Klaus Selmke 1972 in Ost-Berlin gründete. Über fünf Jahrzehnte hinweg führte er City durch Höhen und Tiefen, bis zum Abschiedskonzert am 30. Dezember 2022. Die Band City verabschiedete sich mit den Worten: „Fritz, wir danken dir für deine Inspiration, deine Kraft, deinen Mut und deine Musik.“
Brit Turner, Schlagzeuger und Gründungsmitglied der amerikanischen Southern-Rock-Band Blackberry Smoke, ist im März von uns gegangen. Er wurde nur 57 Jahre alt und erlag den Folgen eines Glioblastoms, einer Form von Hirntumor. Er gründete die Band zusammen mit seinem Bruder, dem Bassisten Richard Turner und dem Sänger und Gitarristen Charlie Starr in den frühen 2000er-Jahren. Mit Blackberry Smoke veröffentlichte er mehrere Alben und tourte bis 2022 ausgiebig, wobei sie sich mit einer Mischung aus Southern Rock, Blues und Country eine treue Fangemeinde erspielten. Trotz des Verlustes sind Blackberry Smoke weiterhin aktiv.
Ein weiterer Bassist zieht in den Musikerhimmel ein. Der einflussreiche und exzentrische T.M. Stevens, verstarb im Schlaf, in einem Pflegeheim in New Jersey, in dem er seit 2017 aufgrund seiner schweren Demenz lebte. Bekannt war er für seinen Heavy Metal Funk-Stil, der für viele Musiker und Fans inspirierend war. So spielte er u. A. für James Brown, Miles Davis, Tina Turner, Billy Joel und Cyndi Lauper und etablierte sich schnell als gefragter Session-Musiker, da er die Elemente aus Funk, Rock, Metal und Jazz vereinte. Nicht nur im Studio, sondern auch live wurden seine komplexen Basslinien, Slapping-Techniken und die kraftvolle Bühnenpräsenz geschätzt. Er war auch bei einigen Bands festes Mitglied, darunter bei Shocka Zooloo und The Pretenders, wobei die Auftritte oft spektakulär waren, da er mit schrillen Kostümen, afrikanischer Kriegsbemalung und Sonnenbrille als Markenzeichen auftrat. Erst ab 2017 musste er seine Berufung aufgeben und wurde in dem Pflegeheim versorgt. Trotz seiner Krankheit bleibt sein Einfluss auf die Musikwelt unbestritten. Er inspirierte Generationen von Bassisten mit seinem innovativen Spiel und seiner einzigartigen Persönlichkeit.
Steve Harley war der charismatische Frontmann der britischen Glam-Rock-Band Cockney Rebel. Ebenfalls im März ereilte ihn das Schicksal, das uns allen bevorsteht. Mit 73 Jahren erlag er einer, wie so häufig, Krebserkrankung. 1951 wurde er als Steven Nice geboren und gründete Anfang der 1970er-Jahre die Band Cockney Rebel. Motor des Ganzen war Harley, der mit markanter Stimme, theatralischem Auftreten und poetischen Texten den Sound der Band prägte. In den 70er-Jahren hatten sie große Erfolge mit Hits wie Sebastian, Judy Teen und vor allem Make Me Smile (Come Up And See Me) bis sie sich Ende der Siebziger auflösten. Danach versuchte sich Steve als Solokünstler, veröffentlichte einige Soloplatten, u. a. mit Sarah Brightman und war auch als Schauspieler tätig. Auch in den letzten Jahren war Steve Harley musikalisch noch aktiv und tourte regelmäßig. Seine geplante Tournee im Herbst 2023 musste er jedoch aufgrund seiner Erkrankung absagen. Sein Tod markiert das Ende einer Ära für viele Musikliebhaber, die mit seinen eingängigen Melodien und seiner unverwechselbaren Stimme aufgewachsen sind.
Und noch ein Bassist geht von uns. Chris Cross, bekannt von der einflussreichen britischen New-Wave-Band Ultravox, ist mit 71 Jahren verstorben. Sein Bandkollege und Frontmann von Ultravox, Midge Ure, hatte zuvor in einem emotionalen Social-Media-Post Abschied von dem langjährigen Bandkollegen genommen. Cross stieg erst in den späten Siebzigern bei Ultravox ein, von seinen früheren Jahren ist so gut wie nichts bekannt. Die Band orientierte sich zunächst stark am Glam Rock und Proto-Punk, bis sie sich mit dem Einstieg Midge Ures zum Synthesizer-basierten New Wave hinwendete. Diese Transformation bescherte Ultravox ihren Erfolg, wobei Cross eine entscheidende Rolle im charakteristischen Sound von Ultravox zufiel. Sein präzises und melodisches Bassspiel bildete das Fundament für die komplexen Synthesizer-Arrangements und Ures markanten Gesang. Unvergessen die Hits wie Vienna, Hymn und natürlich Dancing With Tears In My Eyes. Cross war nicht nur musikalisch wichtig, sondern er galt als ausgleichende Kraft in der Band und Midge würdigte ihn als, „der Klebstoff, der die Band zusammenhielt“.
Nach der Auflösung von Ultravox in den späten 1980ern trat Chris Cross kaum noch in der Öffentlichkeit in Erscheinung. Er blieb der Musik jedoch verbunden.
Kein Musiker, aber doch eine wichtige Persönlichkeit, die es verdient hat, hier ausführlicher betrachtet zu werden. Horst Franz, Begründer der Festivals Rock Of Ages und Bang Your Head, hat den jahrelangen Kampf gegen eine schwere Herzerkrankung und Krebs verloren. Er war eine Legende in der deutschen Rock- und Metal-Szene, denn mit seiner Leidenschaft und seinem Engagement schuf er zwei Festivals, die sich international einen Namen machten und zu festen Größen im Festivalkalender wurden. Horst Franz war nicht nur ein Veranstalter, sondern ein echter „Rocker mit Herz“, wie er oft beschrieben wurde. Er lebte für die Musik und schuf mit seinen Festivals unvergessliche Erlebnisse für Tausende von Fans. Er holte zahlreiche internationale Stars auf die Bühnen seiner Festivals und bot gleichzeitig auch Nachwuchsbands eine Plattform. Trotz seiner gesundheitlichen Probleme in den letzten Jahren gab Horst Franz die Organisation seiner Festivals nicht auf. Mit ihm sterben beide Events und hinterlassen eine große Lücke in der Festivallandschaft Deutschlands. Er wird nicht nur für seine Verdienste um die Rock- und Metal-Musik in Erinnerung bleiben, sondern auch für seine Menschlichkeit und seine Leidenschaft.
Im April ist der legendäre Gitarrist, Sänger und Songwriter der Allman Brothers Band, Dickey Betts, im Alter von 80 Jahren verstorben. Auch ihn haben der Krebs und eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung besiegt. Mit seinem Tod geht eine Ikone des Southern Rock und einer der einflussreichsten Gitarristen seiner Generation von uns. Geboren 1943, zeigte er bereits in jungen Jahren ein großes musikalisches Talent und lernte autodidaktisch Gitarre spielen. 1996 schloss er sich mit Duane Allman zusammen und gründete die Allman Brothers Band, die mit ihrem innovativen Mix aus Blues, Rock, Country und Jazz den Southern Rock maßgeblich prägte. Betts trug dabei wesentlich zum Sound der Allman Brothers Band bei. Seine melodischen Gitarrensoli, oft im harmonischen Zusammenspiel mit Duane Allman, wurden zu einem Markenzeichen der Band. Nach dem tragischen Tod von Duane Allman im Jahr 1971 übernahm Betts eine noch größere Rolle als Gitarrist und Songwriter. Er schrieb einige der bekanntesten Songs der Band, darunter Ramblin‘ Man, Jessica und In Memory Of Elizabeth Reed. Er war ein Meister der Improvisation und sein Gitarrenstil zeichnete sich durch flüssige Läufe, bluesige Bendings und einen warmen, singenden Ton aus. Neben seiner Arbeit mit der Allman Brothers Band verfolgte Betts auch eine Solokarriere und veröffentlichte mehrere Alben. Er gründete auch seine eigene Band, Great Southern, mit der er fast bis zum Schluss tourte und Musik aufnahm. Nur wenige Monate sollte ihm Johnny Neel, ehemaliges Bandmitglied folgen
Wenn auch kein Metal, aber wer kennt Nights In White Satin nicht? „Schuld“ daran hat Mike Pinder, ein Gründungsmitglied der legendären Rockband The Moody Blues und Pionier des Mellotrons. Er ist mit 82 Jahren friedlich im Kreise seiner Familie verstorben. Schon früh zeigte er Begeisterung für Musik und erlernte das Klavierspiel. In den frühen 60ern schloss er sich mit anderen Musikern zusammen und gründete 1964 die Moody Blues. Aus dem anfänglichen Rhythm and Blues wurde mit dem Einstieg von Justin Hayward und John Lodge Psychedelic Rock. Damit begann eine neue Ära für die Band, wobei Mike Pinder eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung des charakteristischen Sounds der Moody Blues spielte. Er war einer der ersten Musiker, der in der Rockmusik das Mellotron, ein elektromechanisches Tasteninstrument, das vorab aufgenommene Tonbandklänge abspielen konnte, einsetzte. Durch sein Spiel und seine Experimentierfreudigkeit erweiterte er die Klangpalette des Mellotrons und schuf atmosphärische Klanglandschaften, die den Sound der Moody Blues maßgeblich prägten. Mit den Alben Days Of Future Passed, In Search Of The Lost Chord und To Our Children’s Children’s Children wurden Meisterwerke des frühen Progressive Rock eingespielt. Das machte Moody Blues zu einer der erfolgreichsten Bands der späten 60er und frühen 70er-Jahre. 1978 verließ Pinder die Band und zog sich fast gänzlich aus dem Musikgeschäft zurück, bis auf einige wenige nicht mehr so erfolgreiche Soloalben.
Vielen nicht so sehr bekannt, aber doch eine wichtige Persönlichkeit, wenn es um einen bestimmten Gitarrensound geht. Duane Eddy, der „King of Twang“, war eine Ikone der Rock ’n‘ Roll-Gitarre und ein Pionier des Instrumentalrocks. Mit 86 Jahren ist er nun verstorben und die Musikwelt verliert einen stilprägenden Musiker, dessen Twang-Sound Generationen von Gitarristen beeinflusst hat. Dazu zählen George Harrison, Bruce Springsteen, Jeff Beck, Mark Knopfler und John Fogerty, die ihn als wichtige Inspirationsquelle nennen. Charakteristisch für sein Spiel waren die tiefer gestimmten Gitarrensaiten, und mit viel Hall, und dem Spielen von Melodien auf den tiefen Saiten der Gitarre, erzeugte er den Twang-Sound. Er landete einige Hits wie Rebel Rouser, Peter Gunn, Because They’re Young und (Dance With The) Guitar Man und seine Musik wurde in Filmen, Fernsehsendungen und Werbespots gespielt. Auch in späteren Jahren blieb Duane Eddy musikalisch aktiv. Er veröffentlichte weiterhin Alben und tourte. 1994 wurde er in die Rock And Roll Hall Of Fame aufgenommen.
Nicht wirklich ein Metal-Musiker, aber doch einer, der es verdient hat, erwähnt zu werden. Richard Tandy war der langjährige Keyboarder des Electric Light Orchestra (ELO) und eine Schlüsselfigur für den charakteristischen Sound der Band. Mit 78 Jahren ist er nun verstorben, wie ELO-Mastermind Jeff Lynne über Social Media bekannt gab. Das Keyboardspiel von Tandy prägte die Musik einer ganzen Generation. 1948 in England, Birmingham, geboren, waren Tandy und Lynne seit ihrer Jugend befreundet und spielten zunächst in verschiedenen Bands zusammen. Lynn war bereits bei ELO, als 1972 auch Richard Tandy nach dem Ausstieg von Ron Wood dort begann. Tandys Keyboardspiel war ein wesentlicher Bestandteil des orchestralen Rocksounds von ELO. Er spielte eine Vielzahl von Keyboards, darunter Klavier, Synthesizer, Moog und das ikonische Wurlitzer-E-Piano, und trug so zu den komplexen und vielschichtigen Arrangements der Band bei. Unvergessen sind Klassiker wie Mr. Blue Sky, Livin‘ Thing, Evil Woman und Don’t Bring Me Down, bei denen Tandy nicht nur sein virtuoses Spiel zur Geltung brachte, sondern auch der musikalische Partner von Jeff Lynn war. Solange ELO aktiv waren, blieben auch Tandy und Lynn der Band erhalten. Später spielten beide weiterhin zusammen und Richard Tandy blieb auch nach ELO mit Jeff Lynne und dem Projekt Jeff Lynne’s ELO verbunden. Die enge musikalische Verbindung zwischen Lynne und Tandy erstreckte sich über Jahrzehnte und prägte die Musiklandschaft nachhaltig.
Mit Steve Albini verliert die Musikwelt eine Ikone des Indie- und Noise-Rock, einen Musiker, Toningenieur und Produzent, der mit 61 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben ist. 1962 in Kalifornien geboren, verschlug es ihn nach Illinois, wo er die Northwestern University besuchte und Elektrotechnik studierte, um dann in den frühen 80ern die Punk- und Noise Szene zu erkunden. Es gab einige einflussreiche Bands, bei denen er aktiv war. Dazu zählten Big Black, Rapeman und Shellac. Daneben war Albini ein gefragter Toningenieur und Produzent. Er arbeitete mit einer Vielzahl von Bands und Künstlern zusammen, darunter Nirvana, Pixies, PJ Harvey, Neurosis und vielen mehr. Damit hat er sich einen noch größeren Namen gemacht als mit seiner Beteiligung in den eigenen Bands.
Albini bezeichnete sich eher als Toningenieur und nicht als Produzent, da er sich gegen die gängige Praxis der Produzenten in der Musikindustrie aussprach. So wollte er im System den Einflüssen der Produzenten zulasten der kreativen Ausrichtung entgegenwirken. Stattdessen konzentrierte er sich darauf, den natürlichen Klang der Musik einzufangen und die Visionen der Künstler so authentisch wie möglich umzusetzen. Die schnellen und kostengünstigen Aufnahmemethoden in seinem Aufnahmestudio Studio Electrical Audio in Chicago, sprachen sich schnell herum und so wurde das Studio zu einem wichtigen Anlaufpunkt für Indie- und Alternative-Bands. Auch mit seinen direkten und oft kontroversen Ansichten über die Musikindustrie machte er von sich reden. An Musikjournalisten kritisierte er deren Art und Weise, wie Musik bewertet und vermarktet wird. Die großen Plattenfirmen bekamen auch ihr Fett weg. Die Ausbeutung von Künstlern war ihm ein Dorn im Auge, und er setzte sich für eine unabhängige und DIY-Ethik ein. Damit hat er einen wichtigen Beitrag gegen die schiere Übermacht der Plattenfirmen geleitet.
Mit dem Drummer Dennis „Machine Gun“ Thompson, verstirbt das letzte verbliebene Gründungsmitglied der US-Rockband MC5. Mit all den Jahren hat er sich nun einen Platz neben all den anderen Musikern im Himmel verdient. Er war einer der letzten Pioniere des explosiven Detroit Rock Sounds. Seit 1965 war er Bestandteil vom MC5, mit denen aber bis 1972 nur drei Alben entstanden. Die Auflösung war eine Folge von Drogensucht, ausbleibendem, kommerziellem Erfolg ihrer Platten und diverser persönlicher Probleme. Thompsons schon fast gewalttätiges Schlagzeugspiel war ein wesentlicher Bestandteil des rohen und kraftvollen Sounds von MC5. Dadurch wurde ihm der Spitzname „Machine Gun“ vergeben, auch, weil er der Musik eine unbändige Energie gab, und sein lautes und explosives Spiel passte einfach perfekt zum wilden Gitarrensound von Wayne Kramer und Fred „Sonic“ Smith.
Er und Mc5 sollten einen nachhaltigen Einfluss auf die Entwicklung des Punkrock, Hardrock und Alternative Rock haben. Bands wie The Stooges, The Clash, Ramones, Rage Against The Machine und viele andere wurden von MC5 beeinflusst. Thompson spielte nach 1972 in diversen anderen Bands und blieb der Musikszene Detroits bis zu seinem Ende treu. Sein Bandkollege Wayne Kramer starb nur einige Monate vor ihm und auch ihr Ex-Produzent John Sinclair verstarb dieses Jahr im Februar. Die diesjährige Veröffentlichung des letzten MC5 Albums Heavy Lifting wurde somit von keinem lebenden Vertreter der ursprünglichen Band mehr erlebt.
Mit Jon Wysocki verstirbt mit gerade mal 53 Jahren ein bekannter Rockdrummer, der zu den Bands Staind und Soil gehörte. Was er vorher gemacht hat, ist nicht wirklich bekannt. 1995 tat er sich mit Sänger Aaron Lewis, Gitarrist Mike Mushok und Bassist Johnny April zusammen und daraus wurde eben Staind. Sein Spiel prägte die ersten vier Alben, vor allem das Erfolgswerk Break The Cycle aus dem Jahre 2001 katapultierte ihn und Staind an die Spitze der Rockcharts. 2011 verließ Wysocki Staind und wechselte zu Soil. Weshalb er ging, ist nicht offiziell bekannt, aber Gerüchten zufolge gab es musikalische Differenzen. Bei Soil blieb er dann auch bis zu seinem heutigen Tod. Einige Quellen berichten von Komplikationen mit der Leber, die letztendlich zum Ableben im Kreise seiner Familie führten.
Mit nur 57 Jahren geht Charlie Colin, ein Gründungsmitglied und ehemaliger Bassist der US-amerikanischen Rockband Train von der Bühne des Lebens. Er wurde 1966 in Kalifornien geboren und gründete 1993 zusammen mit Sänger Pat Monahan, Gitarrist Jimmy Stafford, Schlagzeuger Scott Underwood und Gitarrist Rob Hotchkiss die Alternative Rock Band Train. Bis 2003 veröffentlichte er drei Studioalben, wobei Drops Of Jupiter von 2001 den größten kommerziellen Erfolg brachte. Interne Spannungen und persönliche Probleme führten dann zum Ausstieg bei Train. Danach war er zwar noch musikalisch bei einigen anderen Bands aktiv, stand aber nicht mehr so im Rampenlicht. Die genauen Umstände von Charlie Colins Tod waren zunächst unklar. Berichten zufolge soll er sich zum Zeitpunkt seines Todes in Brüssel aufgehalten haben und dort, laut Medienberichten, die sich auf Aussagen seiner Mutter berufen, in der Dusche ausgerutscht sein. Die genaue Todesursache wurde jedoch nicht offiziell bestätigt.
Wer kennt das 17-minütige Psych Epos In-A Gadda-Da-Vida von Iron Butterfly nicht? Wohl kaum einer. Sänger, Keyboarder, Gründer und letztes Mitglied der 1966 in Kalifornien gegründeten Band war Doug Ingle, der nun mit 78 Jahren friedlich im Kreise seiner Familie verstarb. Mit ihrem zweiten Album In-A-Gadda-Da-Vida, einer verzerrten Version von In The Garden Of Eden, die nach dem Genuss einiger Weine eben zu In-A Gadda-Da-Vida wurde, erlangten sie mit dem Titelstück unsterblichen Ruhm. Der tiefe Gesang, das epische Orgelsolo sorgten dafür, dass das Stück zu einem Klassiker des Psychedelic Rock wurde. Ingle war in ihren frühen Jahren der Hauptsongwriter der Band und trug maßgeblich zu ihrem Erfolg bei. Seine Kompositionen zeichneten sich durch komplexe Arrangements, lange Instrumentalpassagen und psychedelische Einflüsse aus. Die nachfolgenden Alben konnten nie an den Erfolg von In-A Gadda-Da-Vida anknüpfen. Nach diversen Besetzungswechseln löste Doug die Band 1971 auf. Allerdings gab es immer mal wieder Tourneen und so konnte ich Iron Butterfly in den Neunzigern einmal in Kiel sehen. In der Zugabe wurde dann das Stück gespielt, auf das alle warteten, In-A-Gadda-Da-Vida. Doug Ingle und Iron Butterfly haben einen wichtigen Beitrag zur Rockmusik geleistet. In-A Gadda-Da-Vida gilt als eines der ersten Beispiele für Hard Rock und beeinflusste zahlreiche nachfolgende Bands in den Genres Hard Rock, Heavy Metal und Psychedelic Rock. Ingles Orgelspiel ist bis heute eine Inspiration für viele Musiker.
Einigen dürfte die schottische Band Stealers Wheel bekannt sein. Sie bestand aus Gerry Rafferty und Joe Egan. Der verstarb nun im Alter von 77 Jahren in Melbourne, Australien. Er hinterlässt ein bedeutendes musikalisches Erbe, insbesondere durch den Welthit Stuck In The Middle With You. Egan wurde am 18. Oktober 1946 in Paisley, Schottland, geboren. Er freundete sich bereits früh mit Gerry Rafferty an. Die beiden teilten eine Leidenschaft für Musik und begannen zeitig, gemeinsam Songs zu schreiben. Mit Stealers Wheel erlangten sie in den frühen 70ern große Popularität. Dieser Song, der oft fälschlicherweise mit Bob Dylan in Verbindung gebracht wird, erreichte weltweit die Charts und ist bis heute ein Klassiker der Popmusik. Er wurde auch in Quentin Tarantinos Film Reservoir Dogs verwendet. Obwohl Stealers Wheel nur von kurzer Dauer waren und sich nach zwei Alben wieder auflösten, hinterließ die Band einen bleibenden Eindruck.
Nach der Auflösung von Stealers Wheel verfolgte Egan eine Solokarriere, die jedoch nicht an den Erfolg der Band anknüpfen konnte. Er arbeitete aber weiterhin musikalisch und veröffentlichte eigene Musik. Er arbeitete auch noch einmal mit Rafferty für dessen Album On A Wing And Aa Prayer zusammen. Seit 2005 lebte er in Renfrewshire und betrieb von dort aus einen Musikverlag.
R.P.S. Lanrue, bürgerlich Ralph Peter Steitz, Mitbegründer und Gitarrist der legendären deutschen Politrockband Ton Steine Scherben, ist im Alter von 74 Jahren in Berlin nach schwerer Krankheit verstorben. Mit ihm verliert die deutsche Musiklandschaft eine prägende Figur, die mit ihrer Musik ganze Generationen beeinflusst hat. Lanrue wurde in Frankreich geboren und kam in jungen Jahren nach Deutschland. Er lernte Rio Reiser in Hessen kennen, und gemeinsam zogen sie nach Berlin, wo sie 1970 zusammen mit Kai Sichtermann und Wolfgang Seidel Ton Steine Scherben gründeten. Die wurde zu einer der wichtigsten Bands der deutschen 70er-Jahre. Mit ihrer sozialkritischen und politisch engagierten Musik, die Themen wie Hausbesetzung, soziale Ungerechtigkeit und den Kampf gegen das Establishment behandelte, prägten sie die linke Szene und die Jugendkultur. Während Reiser die Texte verfasste, war Lanrue maßgeblich für die Komposition der Musik verantwortlich. Songs wie Macht Kaputt, Was Euch Kaputt Macht, Keine Macht Für Niemand und Rauch-Haus-Song wurden zu Hymnen einer ganzen Generation. Ton Steine Scherben lösten sich 1985 auf und Lanrue blieb in Rio Reisers Liveband und verfolgte eigene Projekte. Nach Reisers Tod 1996 ging Lanrue mit einer großen Besetzung von Ton Steine Scherben erneut auf die Bühne und tourte. Dabei wurde er von zahlreichen Gastmusikern wie Frittenbude, Blumentopf, Madsen und Sebastian Krumbiegel unterstützt.
Lanrue lebte zeitweise in Portugal, wo er 2004 bei einem Waldbrand sein Hab und Gut verlor. Später kehrte er nach Deutschland zurück und lebte zuletzt in Berlin, wo er auch seinen letzten Gang antrat.
Mit Jerry Miller verliert die Musikwelt einen einflussreichen Gitarristen, Sänger und Songwriter, der vor allem als Gründungsmitglied der Psychedelic-Rock-Band Moby Grape zu Ruhm und Ehre kam. Mit 81 Jahren ist er nun in Tacoma gestorben. Miller wurde am 10. Juli geboren und seine musikalische Reise begann in den frühen 60er-Jahren in lokalen Bands wie The Frantics und The Rhythm Dukes. Der Durchbruch kam jedoch Mitte der 60er, als er nach San Francisco zog und 1966 zusammen mit Skip Spence, Peter Lewis, Bob Mosley und Don Stevenson Moby Grape gründete. Die Band stand für innovativen und vielseitigen Sound, der Elemente aus Rock, Folk, Blues, Country und Jazz vereinte. Jerry war bekannt für seinen flüssigen und melodischen Stil, der von Blues- und Country-Einflüssen geprägt war und sich nahtlos in die komplexen Arrangements der Band einfügte. Das 1967 selbst betitelte Debütalbum, das von Kritikern und Fans gleichermaßen gefeiert wurde, enthielt Klassiker wie Omaha und Hey Grandma. Trotz interner Spannungen und geschäftlicher Probleme hinterließen Moby Grape mit ihren ersten drei Alben einen bleibenden Eindruck in der Musikgeschichte, wobei Miller als einer der talentiertesten Gitarristen seiner Generation galt. Eric Clapton soll ihn sogar als den besten Rockgitarristen der Welt bezeichnet haben. 2010 listete das Musikmagazin Rolling Stone ihn unter den 100 größten Gitarristen aller Zeiten.
Nach der Auflösung von Moby Grape verfolgte Jerry Miller Soloprojekte und spielte in verschiedenen Bands weiter, darunter die Jerry Miller Band. Er trat auch immer wieder mit reformierten Versionen von Moby Grape auf.
Mit stolzen 90 Jahren ist John Mayall, ein Wegbereiter des britischen Blues und Mentor zahlreicher Musiklegenden in Kalifornien, friedlich im Kreise seiner Familie verstorben. Der legendäre Godfather Of British Blues wurde am 29. November 1933 in England geboren und bereits früh entdeckte er die Leidenschaft für den Blues. Inspiriert durch die Musik amerikanischer Bluesmusiker wie Lead Belly, Blind Willie McTell und Big Bill Broonzy gründete er in den frühen 60er-Jahren die Bluesbreakers. Diese Bluesbreaker sollten zum Sprungbrett diverser großer Namen der Rockmusik werden. Eric Clapton, Peter Green, Mick Taylor und Jack Bruce sind nur einige der Musiker, die in der Talentschmiede entdeckt wurden. Mit Eric Clapton wurde dann auch ein Meilenstein des Bluesrock eingespielt. Blues Breakers with Eric Clapton von 1966 beeinflusste Generationen von Gitarristen durch den legendären Beano Sound.
Mayall war jedoch nicht nur ein Entdecker und Förderer von Talenten, sondern auch ein herausragender Musiker. Er spielte Gitarre, Keyboard, Mundharmonika und sang mit einer rauen, authentischen Stimme. Seine Diskografie umfasst über 70 Alben, die seine unermüdliche Kreativität und seine tiefe Verbundenheit zum Blues widerspiegeln. Ende der 60er zog Mayall nach Los Angeles, wo 1979 ein Feuer sein Haus und wertvolle Filmaufnahmen, sowie kostbares Porzellan und seine Tagebücher vernichtete. Musikalisch blieb sich Mayall treu und als der Bluessound nicht mehr so gefragt war, ging er mit den Bluesbreakers auf Tour, um dem entgegenzuwirken. 2001, zu John Mayalls 40-jährigem Jubiläum, spielte er mit diversen Rockgrößen das Album Along For The Ride ein. Dabei waren u. a. Gary Moore, Chris Rea und Otis Rush. 2019 veröffentlichte er das Album Nobody Told Me, zu dem er Joe Bonamassa, Larry McCray, Todd Rundgren, Alex Lifeson, Steven Van Zandt und Carolyn Wonderland eingeladen hatte. Ab 2021 verzichtete er auf das anstrengende Touren und war nur noch in der Umgebung von Los Angeles unterwegs.
John Mayall war mehr als nur ein Musiker; er war eine Legende, ein Pionier und ein Mentor. Er hat den Blues in Großbritannien populär gemacht und Generationen von Musikern beeinflusst.
Mit Michael „Mick“ John Underwood geht ein umtriebiger Drummer mit einer beeindruckenden Karriere von uns. 1945 in England geboren, begann er mit 14 Jahren Schlagzeug zu spielen. Dabei bekam er Unterstützung von Jim Marshall, dem Erfinder der berühmten Marshall-Verstärker und Lautsprechertürmen. Während dieser Zeit lernte Underwood den noch jungen Ritchie Blackmore kennen, mit dem er dann in der Band The Dominators zusammen spielte. Anekdoten zufolge wurde Underwood aus der Band geworfen, weil er „zu laut“ spielte – ein Zeichen für seine energiegeladene Spielweise. Danach ging es bei den The Outlaws weiter, zu denen später auf seine Empfehlung hin erneut Ritchie Blackmore stieß. Auch danach war Underwood mit Blackmore in diversen anderen Bands zusammen, unter anderem in The Lancasters. Später ging Mick zu The Herd, bei denen er Peter Frampton kennenlernte. Nur von kurzer Dauer war diese Konstellation, denn es zog den jungen Drummer zu James Royal, der Begleitband von Johnny Cash, mit denen er durch Amerika tourte und wertvolle Erfahrungen sammelte.
Eine weitere interessante Episode in Underwoods Karriere ist die Geschichte, wie er beinahe bei der Gründung von Led Zeppelin dabei gewesen wäre. Peter Grant sprach mit ihm über eine mögliche Rolle in einer Band, die Jimmy Page gründen wollte. Bevor das jedoch über die Bühne gehen sollte, erhielt er ein Angebot von Ian Gillan, bei Episode Six einzusteigen. In der Band spielte auch Roger Glover Bass und so ging Mick zu Episode Six. Mit Gillan blieb Underwood auch weiterhin verbunden. So war er mit seiner Band The Strapps Vorgruppe auf der Ian Gillan Band Tournee und wurde später Drummer bei Gillan, mit denen er mehrere Alben aufnahm. Auch Whitesnake hatten Interesse an dem Drummer, aber Ian Gillan bekam den Zuschlag.
Danach wird es etwas ruhiger und Mick Underwood besinnt sich auf andere Projekte, unter anderem Raw Glory, einer Blues-orientierten Band, und Mick Underwood’s Glory Road, einer Gillan-Coverband. 2023 wurde dann die fortschreitende Demenz bekannt gegeben und die musikalischen Aktivitäten reduzierten sich auf null.
Greg Kihn, bekannt durch seine Hits Jeopardy und The Breakup Song (They Don’t Write ’Em) ist im Alter von 75 Jahren in San Francisco an den Folgen einer Alzheimer-Erkrankung verstorben. Gregory Stanley Kihn war ein US-amerikanischer Musiker, dessen musikalische Karriere in den 1970er-Jahren in der San Francisco Bay Area begann. Er machte sich vor allem einen Namen in der lokalen Musikszene und unterschrieb 1976 seinen ersten Plattenvertrag bei Beserkley Records. Der Durchbruch gelang Kihn in den frühen 80er-Jahren mit dem Album Rockihnroll und der Single The Breakup Song (They Don’t Write ’Em), und erreichte damit die Top 20 der Billboard-Charts. Einen noch größeren Erfolg hatte er mit dem Album Kihnspiracy aus dem Jahre 1983 und der Single Jeopardy. Der Song erreichte Platz 2 der Billboard-Charts und wurde zu Kihns größtem Hit. Das Video lief auf MTV rauf und runter und trug dazu bei, den Song zu einem kulturellen Phänomen zu machen. Daneben war Greg Khin auch als Radiomoderator tätig. Er moderierte eine beliebte Radiosendung in der San Francisco Bay Area und zeigte auch hier sein Talent, Menschen zu unterhalten. Außerdem schrieb er mehrere Romane, darunter eine Mystery-Serie mit dem Titel Horror Show. Er tourte auch weiterhin, nur der große Erfolg aus den 80ern ließ sich nicht wiederholen. Bis zum Ende blieb er aber seiner Linie treu.
Jack Russell, die markante Stimme der Hard-Rock-Band Great White, ist im Alter von 63 Jahren im Kreise seiner Familie verstorben. Er litt an einer Lewy-Körper-Demenz, die ihn erst vor einem Monat zum Rücktritt aus dem Musikbusiness zwang. Russell wurde 1960 geboren. Seine musikalische Reise begann in den frühen 80er-Jahren in Los Angeles, als er zusammen mit Mark Kendall die Band Dante gründete, die später in Great White umbenannt wurde. Great White erlangten in den 80ern mit Alben wie Once Bitten und …Twice Shy (1989) internationalen Erfolg. Hits wie Once Bitten, Twice Shy und Rock Me katapultierten die Band an die Spitze der Charts und machten sie zu einer festen Größe der Hard-Rock-Szene. Russells raue und bluesige Stimme war ein wesentlicher Bestandteil des Sounds von Great White und trug zu ihrem Erfolg bei. Die 90er waren eher geprägt durch viele Besetzungswechsel und der Veröffentlichung einiger nicht mehr so erfolgreicher Alben. 2001 lösten sich Great White auf, wobei Russel sie unter dem Namen Jack Russell’s Great White weiterführte. Ein tragisches Ereignis überschattete die Karriere von Great White im Jahr 2003, als bei einem Konzert in einem Nachtclub in West Warwick, Rhode Island, ein verheerendes Feuer ausbrach. Bei der Katastrophe starben 100 Menschen, darunter auch der Gitarrist Ty Longley. Dieses Ereignis prägte das Leben von Jack Russell und den verbleibenden Bandmitgliedern nachhaltig. Im Nachgang sammelten sie bei Konzerten Spenden für die Angehörigen.
Bereits seit dem Brand hatte Jack Russel mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. 2006 firmierte Great White erneut, aber nur fünf Jahre später stieg Russel aus. Das zeichnete sich bereits 2010 ab, als seine Alkoholsucht ihn als Sänger untragbar machte. Jack belebte Jack Russell’s Great White wieder. Mike Kendall blieb bei der ursprünglichen Band und so existierten zwei Great White Ableger. 2017 erschien die letzte Platte von Jack Russell’s Great White, mit denen er bis 2024 unterwegs war.
Peter Kubik, bekannt als „PK“, der Gitarrist der österreichischen Black-Metal-Band Abigor, ist im September durch Suizid verstorben. Diese Nachricht wurde von der Band selbst bestätigt und verbreitete sich schnell in der Szene und löste Bestürzung aus. Kubik, Gründungsmitglied und Gitarrist von Abigor, prägte mit seinem Spiel den charakteristischen Klang der Band. Abigor wurden 1993 gegründet, in den 90ern zu einer der wichtigsten Bands des österreichischen Black Metals und erlangten darüber hinaus auch internationale Anerkennung. Kubiks Gitarrenarbeit war ein wesentlicher Bestandteil dieses Sounds. Er konnte technisch versierte, sowohl aggressive Riffs als auch melodische Passagen abliefern. Sein Beitrag zu Alben wie Verwüstung / Invoke The Dark Age, Nachthymnen (From The Twilight Kingdom) und Opus IV gilt als wegweisend für den symphonischen Black Metal. Abigor lösten sich 1999 auf, fanden aber 2006 wieder zusammen. Das aktuelle Album Fractal Possession wurde erst kurz vor seinem Tod veröffentlicht. Leider kann Kubik die Reaktionen auf das neue Album nicht mehr verfolgen. Nähere Umstände, warum Peter Kubik den Freitod wählte, sind nicht bekannt.
J.D. Souther war einer der einflussreichsten Songwriter des Country-Rock und West Coast Sounds der 70er-Jahre. Mit 78 Jahren ist er in seinem Haus in New Mexico verstorben. Er wurde vor allem als Songwriter bekannt und verband tiefgründige und emotionale Texte mit eingängigen Melodien. Das machten sich auch die Eagles zunutze und so sind einige ihrer Hits wie Best Of My Love, Heartache Tonight, New Kid In Town und Victim Of Love von ihm. Aber auch als Solist machte er sich einen Namen. Auch mit Linda Ronstadt arbeitete er eng zusammen. Er schrieb Lieder für sie und war zeitweise auch ihr Lebensgefährte. Seine Songs Faithless Love und Prisoner In Disguise, die von Ronstadt interpretiert wurden, wurden zu Klassikern, auch wenn sie nie den kommerziellen Erfolg der Eagles erreichten. Er war einige Male für den Grammy nominiert, bekam die Auszeichnung aber nie. Nur sein Song How Long, von den Eagles interpretiert, gewann diese Auszeichnung. Neben der Musik trat er auch in einigen Filmen als Schauspieler auf. Trotz dieser Tätigkeit wird er wegen seiner intelligenten Texte, harmonischen Melodien und einer melancholischen Grundstimmung in Erinnerung bleiben.
Freddie Salem war ein ehemaliges Mitglied der Southern Rockband The Outlaws. Er wurde in Ohio geboren und kam zunächst über die Jukebox in der väterlichen Kneipe mit der Musik in Berührung. Mit 16 begann er dann Gitarre zu lernen, trat 1977 der Band The Outlaws bei und war das erste Mal auf ihrer Livescheibe von 1978 zu hören. Bis 1982 war er festes Mitglied bei den Outlaws und gründete danach die Band Freddie Salem & The Wildcats, mit der er einige Platten aufnahm. Eine weitere und letzte Station war Freddie Salem & Lonewolf, bei der er bis zu seinem Ende blieb. Ihn ereilte wie so viele andere eine tückische Krebskrankheit, von der er sich nicht erholte. Er wurde 70 Jahre alt.
Ebenfalls im September verließ uns Pedro Sérgio Murad Passarell, besser bekannt als Pit Passarell, der argentinisch brasilianische Sänger, Songwriter und Bassist der Heavy-Metal-Band Viper. Die Band wurde in den 80ern gegründet und gilt als eine der wichtigsten Bands der brasilianischen Thrash-Metal-Szene. Zu den bekanntesten Alben mit Pit Passarell am Gesang gehören Soldiers Of Sunrise und Theatre Of Fate. Diese Alben werden oft als Klassiker des brasilianischen Heavy Metal angesehen. Auch sein jüngerer Bruder war in der Band und agierte dort als Gitarrist. Pit Passarell verließ Viper in den frühen 90er-Jahren. Nach seinem Ausstieg bei Viper war er in verschiedenen anderen musikalischen Projekten aktiv, stieß aber später wieder zu der Band. Die hatte in der Zwischenzeit eine längere Pause eingelegt, ist aber seit 2001 erneut aktiv. Ab 2012 bis heute blieb Pit als Bassist bei Viper.
Mit Kris Kristofferson verliert die Welt eine Ikone der Country-Musik, des Songwritings und der Schauspielerei. Mit 88 Jahren verstirbt Kris im Kreise seiner Familie auf Maui. Sein Lebensweg ist alles andere als konventionell. Der Sohn schwedischer Auswanderer wurde 1936 in Ohio geboren, bekam ein Rhodes-Stipendium in Oxford, diente in der US-Armee als Hubschrauberpilot und war in diesem Zusammenhang von 1962 bis 1965 in Deutschland stationiert. Nach dem Verlassen der Army arbeitet er auch als Hausmeister, bevor er sich voll und ganz seiner musikalischen Karriere widmete. Die vielfältigen Erfahrungen prägten sein Songwriting nachhaltig.
Kristoffersons Durchbruch kam in den späten 60er und frühen 70er-Jahren. Er schrieb einige der bekanntesten Countrysongs aller Zeiten, darunter Me And Bobby McGee (berühmt gemacht durch Janis Joplin), Sunday Mornin‘ Comin‘ Down (ein Hit für Johnny Cash), Help Me Make It Through The Night (erfolgreich interpretiert von Sammi Smith) und For The Good Times (bekannt durch Ray Price). Seine Texte brachen mit den Konventionen der damaligen Country-Musik und thematisierten offener Sexualität, Einsamkeit und die Suche nach Sinn. Unvergessen Sunday Morning Coming Down – einer dieser Songs, die immer wieder Gefühlsschauer über den Rücken jagen. Am liebsten in der Version von ihm selbst aus einer seiner vielen Millionen verkaufter Platten. Er war mit Johnny Cash, Willie Nelson und Waylon Jennings in der Gruppe The Highwaymen, die bereits zu Lebzeiten zu Legenden wurden.
Kris Kristofferson war nicht nur ein Musiker, sondern auch ein gefragter Schauspieler. Er spielte in zahlreichen Filmen mit, u. a. Pat Garrett Jagt Billy The Kid, A Star Is Born (an der Seite von Barbra Streisand), Convoy, Blade und Dolphin Tale. Seine Rollen zeigten seine Vielseitigkeit und sein Talent, komplexe Charaktere darzustellen. Kristofferson wurde für seine Tätigkeiten mehrfach ausgezeichnet, darunter mehrere Grammys und ein Golden Globe. Sein Einfluss auf die Musik- und Filmwelt ist unbestreitbar.
Auch privat ging er seinen Weg. Drei Ehefrauen und viele Kinder zeugen davon. Er ließ sich ungern etwas sagen oder aufzwingen und so suchte er sich auch selbst die passenden Worte für seinen Grabstein aus: »Like a bird on the wire, like a drunk in a midnight choir, I have tried in my way to be free« (Leonard Cohen)
Dave Allison, der ehemalige Gitarrist der kanadischen Heavy-Metal-Band Anvil, ist mit 68 Jahren an einem Krebsleiden verstorben. Allison war mit Steve „Lips“ Kudlow und Robb Reiner 1978 Gründer von Anvil und spielte eine wichtige Rolle in den frühen Jahren der Band. Anvil entwickelten sich zu einer Schlüsselfigur in der Entwicklung des Speed- und Thrash Metal und beeinflussten zahlreiche nachfolgende Bands, darunter Metallica und Slayer. Bis 1989 gehörte Allison zu Anvil und war gerade bei den Alben Hard ’n‘ Heavy, Metal On Metal und Forged In Fire mit seinem Gitarrenspiel für den rohen und energiegeladenen Sound verantwortlich. Nach seinem Ausstieg aus Anvil zog sich Allison weitgehend aus dem Musikgeschäft zurück. Erst 2017 kam es bei einem Konzert zu einem überraschenden gemeinsamen Auftritt mit seinen ehemaligen Bandkollegen. Anvil Frontmann Steve äußerte sich zum Tod von Dave mit den Worten: „Ruhe in Frieden, Dave Allison, wir werden dich vermissen, Bruder!!“ Schlagzeuger Robb Reiner schrieb: „Die Nachricht hat mich gerade erreicht, Dave Allison ist verstorben. R.I.P.“
Mit Johnny Neel verliert die Allman Brothers Band neben Dickey Betts ein weiteres ihrer ehemaligen Bandmitglieder. Mit 70 Jahren verstarb der Musiker an einer nicht öffentlich bekanntgegebenen Ursache, vorausgegangen war aber ein Herzinfarkt, der ausgeheilt schien. 1954 in Delaware geboren, wurde er bereits früh mit der Musik warm. Bereits mit 12 nahm er seine erste Platte auf. Dickey Betts wurde auf ihn aufmerksam und so stieg Neel in seine Band ein. Bereits jetzt war der Keyboarder und Harmonikaspieler gefragt und so kam er letztendlich auf Anfrage von Gregg Allman zu der Allman Brothers Band. Sein seit der Geburt bestehendes Handicap (er war blind) schadete in keiner Weise. Dafür waren sein Gehör und sein Gespür für Melodien ausgeprägt. Der vielseitige Musiker, Sänger und Songwriter wurde nach den Allman Brothers gefragter Sessionmusiker und veröffentlichte auch diverse Soloalben. Neel war neben den Allman Brothers auch für Warren Haynes und Gov’t Mule, John Mayall und Todd Snider tätig. Die Nachricht von seinem Tod wurde von seinem ehemaligen Bandkollegen Warren Haynes in den sozialen Medien bekannt gegeben, der Neel als „wertvollen Menschen und Künstler“ würdigte.
Mit Curtis Beeson verstirbt im Alter von 60 Jahren, der ehemalige Drummer und ein Gründungsmitglied von Nasty Savage. Die Band wurde 1983 von Curtis Beeson, Ronnie „Nasty Ronnie“ Galetti, David Austin, Ben Meyer und Fred Dregischan in Florida gegründet. Der ganz große Erfolg wurde nie verbucht, auch wenn Sänger Ronnie mit spektakulären Einlagen von sich reden machte. Der ehemalige Wrestler zertrümmerte Fernseher auf seiner Brust und wälzte sich dann in den Scherben. 1990 verließ Beeson Nasty Savage, die sich ein Jahr später auflösten. Es gab noch einige Reunions, bei denen Cutis noch mal mit einstieg, bis er dann 2021 die Band gänzlich verließ. 2014 schlossen sich Nasty Savage erneut zusammen und existieren bis heute. Beeson war noch in Havoc Mass, Lowbrow, Denial Fiend, Massacre und Fierce Athmosperes tätig.
Mit Karl Näslung verstirbt mit nur 51 Jahren der ehemalige Gitarrist von In Flames. Das teilte sein ehemaliger Bandkollege Jesper Strömblad in einem Social-Media-Post mit. Näheres über die Todesursache ist nicht bekannt. Näslung spielte auf der ersten In-Flames-Platte Lunar Strain zusammen mit dem damaligen Sänger Mikael Stanne, der über Karl sagte: „Ein sehr talentierter Leadgitarrist! Heute leitet er einige Restaurants hier in der Stadt (Göteborg). Unsere gemeinsame Zeit bei In Flames dauerte nicht sonderlich lange.“ Karl war nur das eine Album bei In Flames. Weiter Stationen sind nicht bekannt.
Mit Paul Di’Anno geht eine Institution des NWoBHM. Mit 66 Jahren erlitt der Musiker einen Herzstillstand, der infolge einiger vorheriger Krankheiten die markante Stimme der frühen Iron Maiden zum Verschweigen brachte. Paul Andrews, wie Di’Anno mit bürgerlichem Namen hieß, wurde in London, geboren. Nachdem er in diversen Punkbands gesungen hatte, stieß er 1978 zu Iron Maiden und prägte mit seiner rauen, punkigen Stimme den Sound der ersten beiden Studioalben der Band. Unvergessen Iron Maidens Killers sowie die Live-EP Maiden Japan. Diese Alben gelten heute als absolute Klassiker des Heavy Metal und legten den Grundstein für den späteren Welterfolg von Iron Maiden, wobei Di’Annos Bühnenpräsenz und sein unverkennbarer Gesang maßgeblich zum frühen Image der Band beitrugen.
1981 musste er schließlich Bruce Dickinson weichen, da Drogen- und Alkoholprobleme und Stimmbandprobleme seine Karriere bei Maiden beendeten. Er gründete seine eigene Band und veröffentlichte 1984 das erste Album unter diesem Namen. Weitere Stationen sind seine ebenfalls gegründeten Bands Battlezone und Killers. Er konnte mit keiner dieser Truppen an den Erfolg bei Maiden anknüpfen. Trotzdem blieb er der Musik treu und tourte viel.
In den letzten Jahren hatte Di’Anno mit erheblichen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, die ihn zeitweise an den Rollstuhl fesselten. Trotzdem zeigte er immer wieder seinen unbändigen Willen und trat, so oft es ihm möglich war, live auf. Er war kein ganz bequemer Zeitgenosse, so ließ er sich von niemandem den Mund verbieten und wenn ihm etwas gegen den Strich ging, dann sagte er das schon sehr deutlich. Das mündete auch in Problemen bei Iron Maiden, da Steve Harris als Bandleader der uneingeschränkte Herrscher ist. Di’Anno wird aber für seine musikalische Leistung unvergessen bleiben.
Vielen dürften Grateful Dead bekannt sein. Ausufernde Jams und unendlich viele Konzerte machen diese amerikanische Band berühmt, nun ist Phil Lesh, der innovative Bassist und Gründungsmitglied der wegweisenden Rockband im Alter von 84 Jahren friedlich im Kreise seiner Familie verstorben. Die Nachricht löste weltweit Trauer unter Musikliebhabern und „Deadheads“ aus.
Philip Chapman Lesh wurde 1940 in Berkeley, Kalifornien, geboren. Er begann seine musikalische Laufbahn mit klassischer Musik und studierte Violine und Trompete. Erst viel später lernte er Bass spielen und entwickelte seinen einzigartigen, melodischen Spielstil, der das Klangbild der Grateful Dead prägte. Grateful Dead wurden 1965 von Lesh, Jerry Garcia, Bob Weir, Bill Kreutzmann und Ron „Pigpen“ McKernan gegründet. Ihre psychedelischen Klänge und ihre treue Fangemeinde machten sie schnell bekannt. Leshs Bassspiel war ein wichtiger und bestimmender Bestandteil des Sounds. Er spielte nicht nur die rhythmischen Parts, sondern fungierte oft als melodische Gegenstimme zu Garcias Gitarre. Nach dem Tod von Jerry Garcia lösten sich die Grateful Dead zunächst auf. Phil Lesh blieb jedoch musikalisch aktiv und gründete Phil Lesh And Friends, um das Erbe der Grateful Dead inform von Live-Auftritten und Interpretationen ihrer Musik weiterzuführen. Trotz einer Hepatitis C Erkrankung, einer daraus resultierenden Lebertranspiration im Jahre 1998, überstandenem Prostata – und Blasenkrebs verfolgte er stets seine musikalische Karriere und hielt das Erbe von Grateful Dead hoch. Nun kann er mit seinem ehemaligen Kollegen Jerry Garcia im Musikerhimmel weiter jammen.
Peter Apel war ein Gitarrist, der durch seine Arbeit bei Electric Family, einem Projekt, das aus verschiedenen Musikern bestand. Erst jetzt wird bekannt, dass er bereits Anfang Juni in seinem Studio mit Herzversagen gestorben ist. Neben der Gitarre war er auch mit Ukulele, Bass und Banjo unterwegs. Diese Instrumente beherrschte er so gut, dass er auch Unterricht gab. Er wurde 69 Jahre alt. Viel mehr ist über den Musiker nicht bekannt.
Die Musikwelt trauert um Hayden Lamb, den ehemaligen Schlagzeuger der bekannten christlichen Rockband Red. Die Nachricht wurde von der Band selbst bekannt gegeben. Es gibt auch einen GoFundMe-Spendenaufruf für seine Frau Nicole.
Lamb trommelte von 2006 bis 2008 bei Red und war auf den da entstandenen Platten zu hören. Die Band, gegründet 2004 in Nashville, Tennessee, erlangte Bekanntheit mit ihrem harten, melodischen Rocksound. Die Mischung aus Elementen des Alternative-, Hard- und christlichem Rock, gepaart mit emotionalen Texten kam gut an. Nach seinem Ausstieg bei Red im Jahr 2008 wurde Hayden Lamb von Joe Rickard ersetzt. Über seine weitere musikalische Karriere nach Red sind keine detaillierten Informationen bekannt.
Wie die ukrainische Band Drudkh über ihre sozialen Kanäle bekannt gab, ist ihr Drummer und Keyboarder Mykola Sostins, bekannt als Amorth, im Krieg gegen Russland gefallen. Der Musiker wurde nur 39 Jahre alt. Mykola Sostin war von 2004 bis 2006 Mitglied der Black-Metal-Band, und spielte unter anderem auch bei Astrofaes, Underdark und Soom. Drudkh, 2002 gegründet in Charkiw, ist eine international anerkannte Black-Metal-Band, die für ihre atmosphärischen und melancholischen Klänge bekannt ist. Ihre Musik ist oft von ukrainischer Folklore und Natur inspiriert.
Mit Edgar Brito verstirbt der Keyboarder der brasilianischen Band Tuatha De Danann, eine Folk-Metal-Band, die mit Einflüssen aus Celtic Folk, Heavy Metal und Progressive Metal spielen. Brito gehörte von 2003 bis 2010 zur Band, bevor er sich eine Auszeit nahm. 2013 kam er wieder zurück und blieb bei der Truppe bis zu seinem Tod. Mit Tuatha De Danann spielte Edgar 2005 auch in Wacken und auf einigen anderen Festivals in Frankreich. Die Band veröffentlichte folgendes Statement:
„Es war noch nie so schwierig, etwas in den sozialen Medien zu posten, Leute! Unser Bruder, „Meister“ Edgard, ist verstorben. Wir sind verzweifelt. Der Meister war sicherlich einer der besten Menschen, die auf der Erde wandelten, ein furchterregender Mensch, Partner, mutiger, loyaler Freund und von einem absurden und seltenen Talent. In den Tuatha schuf er fabelhafte Atmosphären, einzigartige Klimazonen, Soli und fantastische Themen, wie sie nur jemand vermochte, der am selben Tag wie Mozart geboren wurde. Es ist ein irreparabler Verlust nicht nur für Musik, Rock und Metal, die Welt verliert ein erleuchtetes Wesen!“
Die Gruppe beendete die Veröffentlichung mit der Botschaft: „Geh und ruhe in Frieden, Barde des Unendlichen. Wir lieben dich!“
Über die Todesursache wurde Stillschweigen vereinbart.
Nachdem im Mai Dough Ingle von Iron Butterfly verstorben war, ist mit Mike Pinera ein weiteres, wenn auch Ex-Mitglied von Iron Butterfly verstorben. Er war von 1970 bis 1971 bei dem „Eisernen Schmetterling“ und ist auf Metamorphosis zu hören. Pinera kam für den damaligen Gitarristen Eric Brann. Iron Butterfly löste sich bekanntermaßen 1971 auf, um sich dann später erneut zu formieren. Pinera erlangte ersten Ruhm mit der Band Blues Image und dem von Pinera mit komponierten und gesungenen Hit Ride Captain Ride. Damit erreichte die Band einen weltweiten Erfolg. Danach war Mike noch bei der Hardrock-Supergroup Cactus, in der unter anderem auch Carmine Appice (Vanilla Fudge) und Tim Bogert (Vanilla Fudge, Jeff Beck Group) spielten. Auch als Solokünstler mit den Alben Isla und Forever hatte Pinera einigen Erfolg, dessen Stil von Blues, Rock und Psychedelic Rock beeinflusst war. Er teilte oft Anekdoten aus seiner langen Karriere und erinnerte sich gerne an Jam-Sessions mit Musiklegenden wie Jimi Hendrix und Jimmy Page. Mike Pinera verstarb im Kreise seiner Familie.
Und es nimmt kein Ende. Nun verstarb Robert Nathaniel Cory Bryar, besser bekannt als Bob Bryar, der ehemalige Schlagzeuger der Rockband My Chemical Romance. Er wurde nur 44 Jahre alt. Bryar wurde tot in seinem Haus aufgefunden. Der Zustand der Leiche ließ auf ein bereits länger zurückliegendes Ableben schließen. Die genaue Ursache seines Todes ist nicht bekannt, aber es gab schon länger Suizidgedanken bei Bryar. Er wurde 1979 in Amerika geboren und ging 2004 zu My Chemical Romance, bei denen er bis 2010 am Schlagzeug saß. Er war somit fester Bestandteil der Band während ihrer erfolgreichsten Phase und spielte auf den Alben The Black Parade und Danger Days: The True Lives Of The Fabulous Killjoys. Dabei war gerade das Konzeptalbum mit dem Thema Tod und Sterblichkeit, The Black Parade, ein Meilenstein in der Karriere von MCR. Nach seinem Ausstieg (es gab keinen offiziellen Grund) zog sich Bob weitestgehend aus der Öffentlichkeit zurück. Er soll sich danach mit seinen psychischen Problemen auseinandergesetzt haben, was durch Aussagen von ihm selbst in Online-Foren bestätigt wurde.
Mick Moore, der ehemalige Bassist der britischen Heavy-Metal-Band Blitzkrieg, hat die Metal Gemeinschaft mit 65 Jahren für immer verlassen. Moore war nicht durchgängig bei der Band. So spielte er von 1980 bis 1981, von 1985 bis 1986 und 1991 bei Blitzkrieg. Damit war er aber in den wichtigsten Phasen zur Entwicklung und dem Sound der Band bei. Die Band wurde Ende der 70er-Jahre gegründet und erlangte vor allem in der NWoBHM-Ära Bekanntheit. Blitzkrieg erreichten nie den kommerziellen Erfolg anderet Zeitgenossen, gelten aber als Kultband vor allem innerhalb der Thrash-Metal-Szene. Moore war auch eine gewisse Zeit bei Avenger tätig. Über Mick Moores Leben außerhalb der Musik sind nur wenige Details öffentlich bekannt. Er wurde in Leicester geboren und spielte zunächst in einer lokalen Band namens Axe Victim, bevor er zu Blitzkrieg wechselte. Er hinterlässt eine Ehefrau und zwei Kinder.
Casey Chaos (bürgerlicher Name Karim George Chmielinski) ist an den Folgen eines Herzinfarkts gestorben. Seit langem hatte er bereits mit Herzproblemen, schlechter Durchblutung und viel zu hohem Blutdruck zu kämpfen. Casey wurde als Sänger und Gründungsmitglied der Hardcore/Punk-Band Amen bekannt. Er wurde 1975 in Trenton, New York geboren und gründete 1994 die Band. Er war all die Jahre über das einzige konstante Mitglied der Band, um die es in den letzten Jahren ruhig geworden war. Er selbst war aber nicht untätig, sondern spielte noch in Christian Death, Scars On Broadway und Disorderly Conduct. Außerdem bekam er eine Grammy-Award-Urkunde, für den Song B.Y.O.B. (Bring Your Own Bombs), den er als Songwriter für System Of A Dawn schrieb. Seine Band Amen teilte die Nachricht von seinem Tod mit den Worten:
„Voller Trauer müssen wir den Tod von Casey Chaos bestätigen, nachdem wir die kürzlich verbreiteten Neuigkeiten gesehen haben. Wie ihr euch vorstellen könnt, sind alle aktuellen und früheren Bandmitglieder am Boden zerstört. In den letzten fünf bis sechs Jahren tat sich bei Amen eine Menge, was wir aber nicht öffentlich machten. Casey liebte und schätzte eure Unterstützung. Er wollte immer warten, bis alles wirklich in trockenen Tüchern war, bevor er unfertiges Material teilte, das noch in Arbeit war. Der Rest von uns wird nun darüber nachdenken, wie wir Casey auf eine Art ehren können, die er verdient. Sein Genie, Talent und Herz sollen gefeiert werden, und die Welt und ihre Menschen sollen sie erleben und schätzen.“
Kurz vor dem Jahreswechsel gibt es noch einen bekannten Musiker, der im Alter von 78 Jahren das Jahresende nicht erlebt. Henk Bruysten, der legendäre Bassist und Mitbegründer den niederländischen Rock ’n‘ Roll-Band Hank The Knife & The Jets. Er verstarb Ende 2024 nach längerer Krankheit im Alter von 78 Jahren. Henk Bruysten wurde durch seinen „Twang“-Sound, erzeugt mit seiner Fender VI Sechs-Saiten-Bassgitarre, bekannt. Er prägte dadurch ihren unverkennbaren Stil. Er war nicht nur ein hervorragender Bassist, sondern auch durch und durch ein Frontmann und bekannter Songwriter. In den 70ern erlangten Hank The Knife & The Jets große Popularität. In den Niederlanden und Deutschland produzierte die Band Hits wie Guitar King und Stan The Gunman, mit denen die Charts gestürmt wurden. Nach Unterbrechungen durch den Tod seines langjährigen Bandkollegen Pierre Beek, hielt Henk Bruysten die Hank The Knife & The Jets am Leben. Er veröffentlichte aber auch Soloalben, darunter zwei Instrumental-CDs. Des Weiteren war er Zeichner der Comicreihe Jan Jammerdan. Er teilt sich den Todestag mit Lemmy Kilmister, der am selben Tag vor neun Jahren verstarb.
Weiterhin sind noch folgende prominente Künstler, Musiker und Personen des öffentlichen Lebens verstorben. Die Liste ließe sich bestimmt noch weiterführen.
Hartmut Ritzerfeld, Franz Beckenbauer, Günther Fielmann, Sigi Schwaab, Helga Paris, Melanie, Frank Farian, Peter Sodann, Eckart Dux, Michael Verhoeven, Alois Glück, Karl Wallinger, Eric Carmen, Alexej Nawalny, Fritz Wepper, Mark Spiro, O. J. Simpson, Françoise Hardy, Fredl Fesl, William Russel, Betty Anne Rees, Ben Potter, Enchanting, Donald Sutherland, Bill Cobbs, Shifty Shellshock, Teddy Lasry, Jon Landau, Joe Bonsall, Charles Cyphers, Vivienne Westwood, Kevin Sullivan, Richard Lugner, BeatKing, Alain Delon, Ela, Fatman Scoop, Herbie Flowers, Lutz „Kowa“ Kowalewski, Tommy Cash, Kathryn Crosby, Frank Fritz, Olaf Kübler, Ka, Ron Ely, Jack Jones, Clark Kent, Quincy Jones, Michael Newman, Tony Todd, June Spencer, Leah Kunkel, Mark Withers, Hannelore Hoger, Glynis Johns, Christian Oliver, Norman Jewison, Carl Weathers, Richard Lewis, M.Emmet Walsh, Louis Gossett Jr., Bernard Hill, Ian Gilder, Ruth Maria Kubitschek, Benji Gregory, Martin Mull, Shelley Duvall, Shannen Doherty, Bob Newhart, Peter Zwegat, Gena Rowlands, John Amos, James Earl Jones, John Ashton, Maggie Smith, Teri Garr, Jim Abrahams, Wolfgang Becker, Colin Peterson, Jimmy Carter


