Fallen Fortress Open Air 2025 am 23.08.2025 Bad Dürkheim

Ein Tag, 10 Bands

Eventname: Fallen Fortress Open Air 2025

Bands: XO Armor, Accvsed, Stellaris, Avralize, Desolated, Angelmaker, The Browning, Distant, Nasty, Crystal Lake

Ort: Bad Dürkheim

Datum: 23.08.2025

Kosten: Early Bird 45 €, VVK 60 €, AK 75 €

Genre: Metalcore, Deathcore, Hardcore

Besucher: ca. 1800

Bad Dürkheim, ich freue mich auf unser heutiges erstes Zusammentreffen auf dem Fallen Fortress Open Air 2025. Das Line-Up verspricht viel und ich gehe von einem erstklassigen Ein-Tages-Festival aus. Die Messlatte liegt also vor Beginn schon hoch. Die kleine Ortschaft in Rheinland-Pfalz ist vorbereitet auf rund 1800 Fans, die Core haben wollen und heute auch bekommen werden. Einzige Schwierigkeit ist die Parksituation. Es sind Parkflächen ausgewiesen, jedoch habe ich so meine Zweifel, dass diese für die Menge an Menschen ausreichen werden. Ich kann daher nur hoffen, dass sich der Ärger mit den Anwohnern in Grenzen hält und wir uns auch in den kommenden Jahren über ein starkes und abwechslungsreiches Open-Air-Festival freuen können. Die Veranstalter versuchen jedes Jahr, neue Bands zu bekommen und nur im Einzelfall Wiederholungstäter zuzulassen. Meine Vorfreude ist auf jeden Fall jetzt schon riesig.

Um Punkt 13:00 Uhr öffnen sich für uns die Pforten und die schon beachtliche Schlange an Core-Fans bahnt sich mit mir den Weg in den Innenbereich des Festivalgeländes. Hier bleiben eigentlich keine Wünsche offen. Genug zu essen und zu trinken, verschiedene Sitzmöglichkeiten, unterschiedliche Stände mit Merch und was man sonst noch so erwarten könnte. Durch die überschaubare Größe bleibt es auch bei kurzen Laufwegen und es ist alles sehr gut dimensioniert für die erwartete Besucherzahl. Alles in allem schon mal ein durchweg positiver erster Eindruck.

XO Armor – Fallen Fortress Open Air

XO Armor machen um 13:30 Uhr den Anfang. Es ist noch reichlich Platz vor der Bühne, doch dem Spaß der Band merkt man das nicht an und es kommt schon zu leichter Bewegung im Publikum, zu so früher Stunde. Vor allem jetzt – die King Nugget Gang ist mit am Start und bringt noch mal reichlich Unterstützung für die Jungs aus Koblenz. Wie geplant ist nach 30 Minuten und Songs wie Dreadnought, Raptoren und Rex bereits Schluss. Solider Start und in der Zwischenzeit wird das Infield auch immer voller.

Nach kurzer Verpflegungspause geht es weiter mit Accvsed. Für mich keine Unbekannten und im Zuge des Core Fest 2024 bereits erlebte Band. Ich bin gespannt, was uns heute in den nächsten 30 Minuten geboten wird. Es wird direkt mit dem wohl bekanntesten Song der hessischen Jungs gestartet, Day Of Th Locust. Ich bin mal wieder überrascht, wie viele gute Core Bands aus dem eigenen Land unterwegs sind. Gefühlt werden es von Jahr zu Jahr mehr. Accvsed überzeugen die Gäste mit eingängigen melodischen Parts, kombiniert mit druckvollen Riffs wie bei Avoider. Nach acht Songs und jeder Menge Energie ist für die Wiesbadener ebenfalls das Set gelaufen und es folgt eine kurze Umbaupause.

Stellvris – Fallen Fortress Open Air

Nach leichter Verzögerung und kleineren Soundproblemen geht es um 15:15 Uhr weiter mit Stellvris. Und irgendwie stellt sich mir immer mehr die Frage, wo die ganzen „Vs“ herkommen, aber egal, weiter im Programm. Stellvris, die Prager Band um Frontfrau Nicol Hofman, sind heute die einzige Gruppe mit weiblicher Beteiligung. Ich würde sagen, da ist noch Luft nach oben in der Core-Szene. Aber genau sie macht in der Show einen gewaltigen Unterschied, Beteiligung im Circlepit und Crowdsurfing inbegriffen. Sehr sympathisch und insgesamt sehr professionelle Performance der ganzen Band aus Tschechien. Nur der jetzige, von Nicki Minaj gecoverte Song Starships, kann mich überhaupt nicht überzeugen und ist mir persönlich auch deutlich zu poppig für die heutige Veranstaltung. Aber die Setlist bleibt natürlich den Künstlern überlassen. Für mich ist das jedoch die Chance, eine kurze Pause einzulegen. Also trotzdem danke dafür.

Avralize up next. Die erste Band, der heute mit 35 Minuten für ihr Set mehr als eine halbe Stunde zur Verfügung steht. In letzter Zeit schon mehrfach erlebt, aber immer wieder ein Kandidat, der gute Laune vor der Bühne verbreitet. Auch Avralize waren beim letzten Core Fest in Stuttgart zu Gast und teilten sich wie heute die Bühne mit Accvsed. Aber auch große Veranstaltungen wie das Summer Breeze 2025 gehören schon zur noch recht jungen Bandgeschichte. Wie auch auf dem großen Festival beginnt hier das Programm mit Lotus. 35 Minuten gehen schneller vorbei, als einem lieb sein kann, aber mit Upside Down als letzten Song ist auch dieser Teil des heutigen Tages beendet. Aber er war wie immer groovig. Wer die Jungs aus Rottweil ebenfalls live erleben möchte, hat z.B. am 30. November in Stuttgart im Zuge der Liminal Tour 2025 die Chance.

Ab jetzt wird der Härtegrad mal etwas angezogen und Desolated stehen auf dem Programm. Mit Tony Evans am Gesang wird jetzt ein anderes Kapitel aufgeschlagen. Schon beim ersten Song verwandelt sich der Bereich vor der Bühne in eine komplette Staubschlacht. Das trockene Wetter und die wütende Moshmeute tragen alles dazu bei, sämtliche Atemwege maximal auf die Probe zu stellen. Und mit geplanten 45 Minuten steht uns ein ordentliches Workout bevor. Nach dem Abriss ist erst mal der Wasserschlauch im Einsatz. Damit wird nicht nur der Boden wieder etwas instandgesetzt, sondern auch der eine oder andere Festivalbesuch abgekühlt. Was nach diesem Set aber auch notwendig sein kann.

Angelmaker – Fallen Fortress Open Air

Das Festivalgelände ist jetzt voll, dennoch ist immer noch genug Platz, um sich nicht gegenseitig auf den Füßen zu stehen. Anders als es gleich auf der Bühne aussehen wird. Mit Angelmaker kommt eine siebenköpfige Besetzung zum Einsatz und die hat es in sich. Brutales Deathcore Geballer. Da bleibt einem neben dem Moshpit eigentlich nur noch, die Show zu genießen. Leider wird scheinbar das Set etwas gekürzt, um die vorherigen Verzögerungen wieder auszugleichen, und damit ist nach ca. 35 Minuten eins meiner Highlights schon wieder vorbei. Aber uns steht ja noch so einiges bevor.

The Browning – Fallen Fortress Open Air

The Browning lassen es ab 19:10 Uhr komplett eskalieren. Für mich heute Live-Premiere und ich bin alles andere als enttäuscht. Zu dritt macht die Band aus Kansas ihren ganz besonderen Stil „Rave Metal“ zu einem absolut brachialen Erlebnis mit viel Spaßpotenzial. Die Resonanz vom Publikum ist dementsprechend top und spätestens bei ihrem Cover Blue (Da Ba Dee) ist jeder am Start und die Crowdsurfer fliegen nur so über die Menge.

Aufgrund der Absage des eigentlich geplanten Headliners Attila wurde die nächste Band mit ins Programm aufgenommen. Distant aus den Niederlanden beginnen ihr Set, jedoch scheint es etwas technische Probleme mit dem Sound zu geben und es gibt immer wieder kurze Aussetzer. Trotzdem hält das Deathcore Brett nichts auf und schon jetzt, beim zweiten Song Hell Mouth, ist alles wieder geregelt und es kann weiter abgerissen werden. Songs wie Heritage & End Game planieren einfach jedes Trommelfell, das nicht mit ausreichend Gehörschutz im Vorfeld ausgestattet wurde. Es geht wieder in die Umbaupause, oder doch nicht? Auf einer kleinen Seitenbühne machen drei bekannte Gesichter auf sich aufmerksam und die King Nugget Gang ist für einen kleinen Surprise-Gig am Start. Wie immer geht’s ums Essen. Bier & Bratwurst, 4 Cheesies und Der Nudelsong sollten jetzt sämtlichen Hunger gestillt haben. Geile Überraschung und willkommene Überbrückung der Umbaupause für den vorletzten Gegner.

Nasty konnten nur begrenzt die Umbaupause nutzen und kämpfen zum eigentlichen Beginn der Show ebenfalls mit Soundproblemen und der Mikrofonzuordnung. Alles weiter nicht tragisch und um 21:35 Uhr kann es endlich losgehen. Eine der absoluten Größen in der Beatdown-Hardcore-Szene zeigt heute wieder, warum sie mittlerweile über Jahrzehnte Erfolg hat.

Crystal Lake – Fallen Fortress Open Air

Ich freue mich jetzt allerdings brutalst auf den Headliner des Abends, Crystal Lake. Die Band durfte ich schon in Karlsruhe und auch im Zuge des diesjährigen Summer Breeze sehen und es war immer ein absolutes Highlight. Auch heute ist schon direkt mit Beginn ein unfassbares Level an Energie auf der Bühne, welches sofort auch auf das Publikum übergeht. Hier passt einfach alles und es bleibt mir nur noch, die Show zu genießen. Ich glaube, jetzt denkt keiner mehr an den abgesagten Headliner Attila bei dieser Performance. Crystal Lake-Frontmann John Robert Centorrino bringt auch nach vollen drei Monaten Tourleben noch kompletten Einsatz inklusive Klettereinlage am Truss. Um 23:15 Uhr ist die Show zu Ende. Früher als gedacht, aber es war einfach genial.

Insgesamt war die Veranstaltung absolut gelungen. Alleine die Security Organisation im Fotograben würde ich als schwierig bezeichnen, aber man braucht ja auch noch mögliches Verbesserungspotenzial für die Zukunft. Großen Respekt an die Veranstalter des diesjährigen Fallen Fortress für eine runde Zusammenstellung der Bands und auch für ein sonst wirklich gut organisiertes Festival. Gerne wieder!