Iatt kommen aus Philadelphia und starteten 2008 als I Am The Trireme. 2018 folgten die Reformierung und Neuorientierung. Aus I Am The Trireme wurde Iatt und aus Metalcore wurde ein Genremix, den es nicht so oft zu hören gibt. Nach Nomenclature (2019) folgte Magnum Opus (2022) und jetzt Etheric Realms Of The Night.
Etheric Realms Of The Night passt in keine Schublade
Iatt agieren als Quartett und lassen sich kaum in eine Schublade stecken. Black Metal ist dabei, Folk ebenfalls, dazu progressive Einschübe. Extrem klingt der gesamte Mix, wobei primär gekeift wird, aber auch gutturale Vocals zum Einsatz kommen. Hat die Hörerschaft das knapp siebenminütige Drift Away – sehr passend bezüglich des Springens zwischen verschiedenen musikalischen Ansätzen – hinter sich, folgt To Lie Beneath und legt von der Progressivität noch einen drauf. Zwischen keifendem Black Metal und langgezogenen progressiven Gitarrensounds mischen sich Klaviertöne, Querflöte und ein gutturaler Gesang. Es passiert ständig etwas Neues und die Ausrichtung wandelt sich nahezu im Minutentakt. Das klingt verkopft, kommt in der Realität aber mit Melodie daher, die aber nicht nach dem bekannten Strophe-Refrain-Prinzip aufgebaut ist.
Wer es aggressiv und schwarzmetallisch mag, bekommt die erste Minute von Somniphobia auf die Ohren. Anschließend vermixen sich Progressivität, Schwarzmetall, Klavier und Melodie zu einer extremen metallischen Spielart, die nicht auf jedem Grabbeltisch zu finden ist. Egal ob Pavor Nocturnus, Quietus oder Walk Amongst: In Teilen wirkt der Mix wie zusammengewürfelt. Am Ende der Nummern funktionieren diese unterschiedlichen Elemente aber als Einheit. Die oft verstörenden Schlenker ergeben erst Sinn mit dem gesamten Durchlauf des Tracks, was für progressive Musik nicht untypisch ist. Ebenfalls sind die Arrangements der Übergänge stimmig, sodass der Albumfluss zum Vorschein kommt. Der Schlusspunkt ist mit knappen vier Minuten das mit Abstand kürzeste Stück. Hypnos fungiert mit ruhigen Klavierklängen und Spoken Words als Outro.
Iatt sind sehr speziell
Iatt selbst sprechen von Blackend Progressive Metal bezüglich Etheric Realms Of The Night. Wer nun an frühe Opeth denkt, ist nur bedingt auf dem richtigen Weg. Iatt sind aggressiver und schwärzer. Es wird gerne nach Eigenständigkeit und neuen Ideen gerufen. Diese liefern Iatt, werden damit aber nicht in jeden Gehörgang passen. Es soll zu jedem Stück ein Video veröffentlicht werden, sodass es zum Album einen gesamten Film zu sehen gibt, der sich um das Thema des Unterbewusstseins im Schlafzustand dreht. Einige Teile sind bereits auf dem YouTube-Channel von Iatt vorhanden, einen Vorgeschmack gibt es unten zu To Lie Beneath.
Hier geht es für weitere Informationen zu Iatt – Etheric Realms Of The Night in unserem Time For Metal Release-Kalender.



