The Vicious Head Society – Call Of The Void

24.07.2026 – Progressive Metal, Progressive Rock – No Remorse Records / Crime Records – 52:02 Minuten

No Remorse Records ist nicht bekannt dafür, die Highlights der progressiven Musik im Rooster zu haben. The Vicious Head Society haben einen Exotenstatus und liefern mit Call Of The Void ihren dritten Longplayer. Digital erfolgt das Release über Crime Records.

The Vicious Head Society sind Exoten bei No Remorse Records

Hinter The Vicious Head Society steckt der ehemalige Djinn-Sänger Graham Keane aus Irland. Die beiden Vorgänger-LPs veröffentlichte Keane in Eigenregie mit diversen Gastmusikern. Für Call Of The Void gibt es erneut diverse Gastmusiker, aber aus dem Projekt von Keane ist eine klassische Bandbesetzung geworden. Nathan Maxx ist nun fester Sänger, Klemen Markelj fester Drummer. Auch Matheus Manente (Bass) und Nahuel Ramos (Keyboard) waren bereits auf dem Vorgänger Extinction Level Event aktiv.

Musikalisch gibt es progressive Musik der moderneren Prägung, ohne in Richtung Djent abzudriften. Ein oftmals tiefer gestimmter Bass, dafür ist der Gesang fast durchgängig klar und nur kurze gutturale Einsprengsel ergänzen den Sound. Der Auftakt nennt sich Fractured, der nicht zu verkopft, aber trotzdem klar in progressiven Gewässern unterwegs ist. The Edge Of Time lässt den Bass noch etwas mehr pumpen, Holding On To Forever wirkt verträumter und pendelt irgendwo zwischen Metal und Rock.

The Tide ordnet sich in dieses Soundgebilde ein, bevor Ignite noch mehr zum Rock schielt und teilweise sogar Art-Rock-Passagen bereithält, die aber den vorherrschenden Sound geschickt aufbrechen. Dazu gelingt es Keane und Co., eine eingängige Melodie zu präsentieren, sodass hier auch Nicht-Proggis die Ohren spitzen sollten.

Das vor allem im hinteren Teil mit einer exotischen Soundwand auftrumpfende The Void und The Edge Of Time Pt. 2 bringen die Hörerschaft in Richtung Finale, bei dem dreizehn Minuten Distant Lights Of Home warten. Die experimentellen Ausflüge halten sich in Grenzen und insgesamt kommt der Langläufer auf der Platte geerdet und nicht verkopft daher. Die Richtungswechsel bauen aufeinander auf und auch die Ausbrüche sind weit entfernt von der Meshuggah-Überdrehtheit, trotz gutturaler Vocals und Sprechgesangseinschüben. Insgesamt ein gelungener Schlusspunkt unter mehr als 50 Minuten Call Of The Void.

Hier geht es für weitere Informationen zu The Vicious Head Society – Call Of The Void in unserem Time For Metal Release-Kalender.

The Vicious Head Society – Call Of The Void
Fazit Call Of The Void
The Vicious Head Society liefern mit Call Of The Void ein gutklassiges progressives Musikwerk aus, das nicht zu verkopft ist und mit eingängigen Passagen, wie zum Beispiel bei Ignite punkten kann. Auch der Abschluss ist gelungen und fasst die Platte in circa 13 Minuten quasi zusammen. Neue Räder oder größere experimentelle Parts sind nicht zu finden. Die Scheibe ist gut hörbar und auch der Spannungsbogen legt in Richtung Ende zu. Allerdings ist Call Of The Void an der einen oder anderen Stelle etwas zu langatmig, sodass sich das Gefühl aufdrängt, dass die Nummer nicht zum Punkt kommt.

Wer grundsätzlich etwas mit progressiver Musik anfangen kann, sollte The Vicious Head Society sein Gehör schenken, ohne dass ein Jahreshighlight auf dem Tisch liegt, aber eine gut hörbare progressive LP:

Anspieltipps: Ignite, The Void und Distant Lights Of Home
Jürgen F.
8
Leserbewertung0 Bewertungen
0
8
Punkte