Nils Patrik Johansson, der schwedische Sänger, geht seit letztem Herbst eigene Wege. Den Frontmann kennt man unter anderem von Astral Doors oder Civil War. Seine markanten Vocals sind sein Markenzeichen. Entweder liebt man die Gesangsfarben oder man kommt mit ihnen nicht klar. Mich persönlich konnte er in der Vergangenheit besonders bei den genannten Acts erreichen. Bei Lions Share und Wuthering Heights wiederum fehlt ein wenig Salz in der berühmten Suppe. War And Peace ist thematisch spannend und schielt in die Civil-War-Schiene. Mit acht unterschiedlichen Rock- und Metal-Nummern bringt Nils den Silberling zum Tragen. In 40 Minuten sucht er seinen inneren Frieden in kriegerischen Zeiten.
Mit dem Intro Himalaya bringt Nils Patrik Johansson seine Formation in Stellung. Gustav Vasa, der erste richtige Track, geht zackig aus den Boxen. Die Nummer thematisiert Gustav I. Wasa. Dieser war von 1521 bis 1523 Reichsverweser und vom 06.06.1523 bis zu seinem Tod König von Schweden. Die Geschichte greift die liebsten Themen von Nils auf, der nur zu gerne die schwedische Geschichte besingt. Der Refrain sitzt und die markanten Lyrics bleiben sofort im Kopf. Der wohl stärkste Hit wird früh verschossen. Prodigal Son ist zwar ähnlich aufgebaut, kommt aber an den Vorgänger nicht ganz heran. Rockiger, leicht folkig und nostalgisch, wird der Hörer ins späte Mittelalter gezogen. Die ruhige Basis wird mit kleinen Höhepunkten gespickt. Diese Komposition braucht jedoch mehrere Durchläufe, um dann schlussendlich zu zünden. Von einer starken Atmosphäre lebt auch Stay Behind, ohne jedoch dabei den Zugriff so fest am Hörer wie noch die Werke davor zu haben. Barbarossa hat einen ehrenhaften und legendären Titel. Dem müssen auch Taten folgen. Das gelingt Mr. Johansson beim zweiten Hören immer besser. War And Peace ist kein Hitfeuerwerk, welches sofort aufs Podium stürmt. Zumindest bei mir brauchte es für den einen oder anderen Titel länger. Hungarian Dance vereint geschickt die Heavy, Power und Rock Einflüsse, die sich über den ganzen Silberling ziehen. Der rote Faden funktioniert, lässt dafür aber auch keine großen Schritte nach links und rechts zu. Die einzelnen Sequenzen gehen gut ins Ohr, dem ganzen Longplayer kann man jedoch schnell überdrüssig werden. Diese Einschätzung ändert sich auch mit den letzten beiden Songs The Great Wall Of China und Two Shots In Sarajevo nicht mehr.
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