Lorna Shore am 23.01.2026 in der Jahrhunderthalle Frankfurt

Tourauftakt, Jahresauftakt und direkt das erste Highlight

Eventname: I Feel The Everblack Festering Within Me EU/UK Tour 2026

Headliner: Lorna Shore

Vorbands: Whitechapel, Shadow Of Intent, Humanity’s Last Breath

Ort: Jahrhunderthalle Frankfurt, Pfaffenwiese 301, 65929 Frankfurt am Main

Datum: 23.01.2026

Kosten: 58 Euro Vorverkauf, ausverkauft

Genre: Deathcore

Besucher: ~3500

Veranstalter:  Concertbüro Franken

Setlisten:

  1. Väldet
  2. Abyssal Mouth
  3. Human Swarm
  4. Godhood
  5. Tide
  6. Labyrinthian
  7. Bellua Pt. 1
  8. Instill

  1. They Murdered Sleep
  2. Flying The Black Flag
  3. Infinity Of Horrors
  4. Mechanical Chaos
  5. Vehement Draconian Vengeance
  6. Feeding The Meatgrinder
  7. The Heretic Prevails

  1. Prisoner 666
  2. Hymns In Dissonance
  3. A Visceral Retch
  4. Bedlam
  5. Hate Cult Ritual
  6. The Somatic Defilement
  7. Devirgination Studies
  8. This Is Exile

  1. Oblivion
  2. Unbreakable
  3. War Machine
  4. Sun//Eater
  5. Cursed To Die
  6. In Darkness
  7. GlenwoodPrison Of Flesh
  8. Pain Remains I: Dancing Like Flames
  9. Pain Remains II: After All I’ve Done, I’ll Disappear
  10. Pain Remains III: In A Sea Of Fire
    Zugabe:
  11. To The Hellfire

Die erste Show des Jahres ist direkt ein Highlight! Am heutigen Freitag steht der Tourauftakt der EU/UK Tour von Lorna Shore auf dem Programm. Die I Feel The Everblack Festering Within Me Tour ist nach dem aktuellen Album der Jungs aus den Staaten benannt und hat bei uns die Bestnote erhalten (hier geht es zum Review), entsprechend gespannt bin ich auf den Abend. Aber zunächst stehen Humanity’s Last Breath, Shadow Of Intent und Whitechapel auf dem Programm. Der Einlass beginnt pünktlichst um 17 Uhr und um 18 Uhr geht es dann auch mit Humanity’s Last Breath los. Insgesamt kann man positiv vermelden, dass die Bands absolut pünktlich beginnen und es zu keinerlei Verzögerungen kommt.

Humanity’s Last Breath, 23.01.2026, Jahrhunderthalle Frankfurt

Aber nun zum Opener – Humanity’s Last Breath. Die Schweden knallen uns ihren Deathcore um die Ohren. Los geht es mit Väldet vom 2021er-Album Välde und die Jungs schaffen es, in ihren 30 Minuten Spielzeit acht Songs zu präsentieren. Der Sound ist von Beginn an gut – was man vom Licht leider nicht behaupten kann. Frontmann Filip Danielsson trägt während der ganzen Show eine Kapuze, was zumindest das Fotografieren erschwert. Die Songs kommen stellenweise sehr getragen daher, was mir sehr gut gefällt, allerdings gibt es auch Momente, an denen ich mich frage, ob das Quartett da auf der Bühne gerade das gleiche Lied spielt. Insgesamt kommen Humanity’s Last Breath aber gut an, also die richtige Wahl, sie mit auf Tour zu nehmen. Nach der halben Stunde ist dann auch Knall auf Fall Schluss und die Herrschaften verschwinden von der Bühne.

Shadow Of Intent, 23.01.2026, Jahrhunderthalle Frankfurt

Für die ersten beiden Umbauzeiten sind jeweils 20 Minuten anberaumt, was auch problemlos klappt, und so beginnen Shadow Of Intent um 18:50 Uhr. Die Jungs aus den USA haben 2025 ebenfalls ein neues Album, Imperium Delirium, veröffentlicht, das sie auf der Tour vorstellen und von dem sie sechs Songs spielen. Los geht es mit They Murdered Sleep und man merkt im Fotograben direkt, dass definitiv einige Shadow Of Intent Fans in den ersten Reihen stehen. Leider ist auch hier das Licht eher bescheiden und von jeder Menge Strobos durchsetzt, dafür ist der Sound erneut unfassbar gut. Während Mechanical Chaos bildet sich auch der erste Circlepit, der auch über weite Teile des Sets kreist. Auch hier ist bereits nach 30 Minuten Schluss – ich hätte gerne noch einen oder zwei Songs gehört, aber die Jungs haben richtig ordentlich abgeliefert. Starke Show!

Whitechapel, 23.01.2026, Jahrhunderthalle Frankfurt

Punkt 19:40 Uhr verlöschen die Lichter im Saal erneut und Whitechapel entern die Bühne. Was dann folgt, ist aus meiner Sicht der absolute Abriss. Prisoner 666 vom aktuellen Album Hymns In Dissonance knallt dermaßen, dass die Menge direkt ausrastet, und Phil Bozemann und Mitstreiter heizen von Minute eins ein, wie es besser nicht geht. Weiter geht es mit dem namensgebenden Song der aktuellen Scheibe, welcher erste Circlepits entfacht. Auch hier ist der Sound von Beginn an grandios gut und nun gibt es auch so was wie halbwegs vernünftiges Licht. Das macht Hoffnung! Und auch der dritte und vierte Song, A Visceral Retch und Bedlam, stammen von der neuen Scheibe. Neben dem etablierten Circlepit gibt es nun auch immer wieder Crowdsurfer, die sich auf den Weg zur Bühne machen, was die Band sichtlich freut. Etwas schmunzeln muss ich, als in einer etwas längeren Pause direkt „Heeelgaaaaaaa“ Rufe ertönen – das hatte ich schon lange nicht mehr. Nach dem fünften Song (Hate Cult Ritual) von Hymns In Dissonance geht es dann deutlich zurück in der Zeit, denn die letzten drei Songs des Sets stammen vom 2007er-Debütalbum The Somatic Defilement und seinem 2008 erschienenen Nachfolger This Is Exile. Damit reißen Whitechapel endgültig die Hütte ab und man fragt sich, ob Lorna Shore das noch toppen können.

Lorna Shore, 23.01.2026, Jahrhunderthalle Frankfurt

In der Umbaupause gibt es jede Menge Guilty-Pleasure-Songs auf die Ohren, aber das Publikum ist textsicher und singt Kenny Loggins’ Danger Zone und Bonnie Tylers Total Eclipse Of The Heart gleichermaßen euphorisch mit. Fünf vor neun verlöschen dann die Lichter zum Headliner. Für uns Fotografen ist beim ersten Song Oblivion erst mal Abwarten angesagt. Aufgrund der Flammen und Pyros müssen wir uns gedulden und haben dann auch nur einen Song zum Shooten, aber als es dann so weit ist, gibt es Licht satt, sodass man eher mit dem quirligen Will Ramos als mit dem Licht kämpft. Bei Unbreakable geht es im Publikum schon richtig zur Sache und wir müssen auch mehrfach den Crowdsurfern weichen, aber es hat sich gelohnt. Die Bühne ist mit riesigen LED-Leinwänden ausgestattet und Drummer Austin Archey thront über seinen Kollegen. Auf der normalen Ebene gibt es einen durchgängigen Egoriser, der – Spoiler – beim letzten Song auch noch zu brennen beginnt. Ansonsten gibt es jede Menge Flammen- und CO₂-Werfer, also alles, was man für eine eindrucksvolle Show braucht. Mit War Machine gibt es beim dritten Song auch direkt das erste Live-Debüt. Danach geht es aber erst einmal zurück zum Vorgängeralbum Pain Remains, und bei Sun//Eater gibt es nicht nur Flammen auf den Bildschirmen. Die LED-Leinwände nutzen Lorna Shore extrem gut, da sie den Songs eine unfassbare Tiefe geben.

Lorna Shore, 23.01.2026, Jahrhunderthalle Frankfurt

Mit In Darkness präsentieren die Jungs dann auch noch ein zweites Live-Debüt und ich muss sagen, der Song knallt live unfassbar. Dass es im Publikum während der ganzen Zeit einen Circlepit gibt und auch die Securitys von den Crowdsurfern beschäftigt werden, wundert dabei in keiner Weise. Nach einer guten Stunde Spielzeit verkündet Will Ramos, dass er eine gute und eine schlechte Nachricht hat. Die schlechte sei, dass sie nur noch einen Song hätten. Als es daraufhin leichte Unmutsbekundungen aus dem Publikum gibt, verkündet er jedoch die gute Nachricht – der „letzte Song“ seien eigentlich drei Songs – und während das Publikum in Jubelrufe ausbricht, stimmen Lorna Shore auch direkt Pain Remains I: Dancing Like Flames an.

Lorna Shore, 23.01.2026, Jahrhunderthalle Frankfurt

In den nächsten 20 Minuten ballern die Herrschaften dann alle drei Teile der Pain Remains Reihe am Stück durch, bevor sie sich schließlich verabschieden. Als das Licht auf der Bühne erlischt, setzt sich zu meinem großen Erstaunen ein nicht kleiner Teil an Besuchern in Bewegung gen Ausgang, obwohl der wohl größte Hit noch fehlt. Und so kehren Lorna Shore auch noch einmal zurück, um das Set mit To The Hellfire zu beenden.

Als Fazit kann man wohl guten Gewissens sagen, dass Whitechapel durchaus ein Headliner-würdiges Set aufgefahren haben, Lorna Shore aber noch mal eine ordentliche Schippe draufgelegt haben. Ich bin sehr gespannt, ob das erste Konzert des Jahres 2026 auch mein persönliches Jahreshighlight werden wird!