Funebrarum – Beckoning The Void Of Eternal Silence

29.05.2026 - Death Metal - Pulverised Records - 49:07 Minuten

Wow, die Amerikaner von Funebrarum sind nun auch schon seit 1999 dabei und das erste Album, welches nach drei Demos im Jahre 2001 erschien, hat mir damals sehr gut gefallen. Auch der zweite Streich aus dem Jahre 2009 klang wie eine Wohltat für meine Ohren, und auch die vorher erschiene Split mit Interment war nicht von schlechten Eltern. Bis 2016 folgten noch eine Split mit Undergang und eine mit Interment und Putrisect. Dann wurde es aber ruhig um die Band. Sänger Daryl Kahan ist das letzte Original, aber in dieser Besetzung zocken sie jetzt 2018 zusammen. Warum es zehn Jahre für Album Nummer drei namens Beckoning The Void Of Eternal Silence gedauert hat, weiß ich nicht, aber alle fünf Member, besonders Gitarrist Phil und Drummer Charlie, sind noch in diversen anderen Bands unterwegs.

Natürlich musste ich noch ein wenig Recherche betreiben. Das Material soll schon sieben Jahre lang herumgelegen haben, und wegen Corona wurde es dann erst jetzt veröffentlicht. Warum es dann nicht eher herausgekommen ist, bleibt ein Geheimnis. Aber irgendetwas ist ja immer.

Los geht es mit eisigen Winden, welche passend zum Cover erklingen. Ein orchestrales und symphonisches Intro namens The Arrival erklingt fast zwei Minuten aus den Boxen. Ziemlich geil, könnte man so für einen Film verwenden. Episch, bombastisch und bedrohlich zugleich.

Beckoning The Void Of Eternal Silence folgt und wie man es von ihnen gewohnt ist, steigt man langsam in den Ring. Der Sound ist wieder düster und drückend und ist für Menschen mit einer depressiven Neigung nicht besonders geeignet. Orchestrale Klänge begleiten diesen Untergang. Die Gitarren spielen dann vorbei und dann voll auf die Fresse. Die tiefen Höhlen-Growls übernehmen das Zepter. Melodisches Begleit-Riffing und ab dafür, und so knüppelt man sich erst einmal durch das Universum und fügt noch böse Screams dazu. Nach 150 Sekunden dann die Geschwindigkeitsherausnahme und erst einmal langsam agieren. Der doppelte Gesang bleibt im Rennen und ein melodischer Part folgt, um dann wieder die Keule ans Tageslicht zu befördern. Die Gitarre sägt dann alles kurz und klein und wird in den Vordergrund gemischt, nachdem der Gesang gedoppelt wurde. Kommt fett. Wieder ein Schrei, der gedoppelt wurde, und ab ins treibende Midtempo. Dann sind auch schon fast sechs Minuten musikalischer Genussvielfalt zu Ende. Gelungener Einstieg.

Sa Nagba Amāru folgt quasi dem gleichen Schema. Schwerfällig und langsam bewegt man sich ins Ungewisse, Melodien werden im Hintergrund eingemischt, und so langsam steigert man sich. Der Knüppel hat den Sack verlassen und haut in bester Blastbeat-Manier drauflos. Dann entschließt man sich aber zu einem schleppenden und tragenden Mittelteil, der eine orchestrale Begleitung und eine melodische Gitarrenarbeit innehat. Das musikalische Gehirn wird auf Doom-Modus geschaltet und so bewegt man sich ziemlich lange vorwärts. Die tiefen Vocals passen da sehr geil ins Gesamtbild, welches auf der einen Seite ein wenig bombastisch ist und auf der anderen Seite sehr düster und zerstörerisch daherkommt. So endet man natürlich nicht. Man erhöht noch ein wenig die Geschwindigkeit und am Ende lässt man noch ein wenig das Chaos für sich sprechen und zaubert ein echt wildes Solo ans Tageslicht, welches dann noch einmal niedergeknüppelt wird.

Der Anfang von Through The Barren Halls Of Grieving Emptiness klingt ziemlich rockig, bis man dann die Gitarren wieder alleine fahren lässt und dann den Geballerfreunden wieder ordentlich einen um den Latz ballert. Ein Midtempopart erklingt und die Gitarre heult auf und klingt ein wenig verspielt. Man agiert im langsamen Bereich weiter und bleibt auf diesem heulenden Gitarrenpart. Das klingt alles wild und durcheinander, hat natürlich alles Hand und Fuß, kann mich aber nicht so überzeugen. Aber sie kehren natürlich auch auf den Pfad des gepflegten Knüppelns zurück und lassen dann langsam ausklingen.

Into Dark Domains ist dann wieder so ein typischer Funebrarum-Song. Langsam und schleppend zu Beginn und dann ab in die Fresse. Zwischendurch nimmt man wieder das Tempo heraus, um dann im besten Uptempo die Zerstörung einzuleiten. Melodische Klänge werden eingestreut. Diese erzeugen dann gerade im langsamen oder im Midtempo eine gewisse dunkle Atmosphäre. Aber so richtig intensiv und zerstörerisch wie früher klingt das meines Erachtens nicht mehr. Mit orchestralen und eisigen Klängen lässt man den Song dann enden.

Ancestral Manor ist dann wieder so ein bombastisches Intro. Mal so eben zwischendurch. Kann man machen und klingt gut.

Anhela Odor Mortuorum (The Adepts) kommt mit druckvollem Midtempo und orchestralen Begleiterscheinungen und entpuppt sich kurze Zeit als totales Inferno.

From Rotting Burial Shrouds kommt mit einem schnellen Uftata-Part und ballert sich dann durch das Funebrarum-Universum. Sehr geil. Davon würde ich gerne mehrere hören. Auch hier verschleppt man mal das Tempo und bietet ein melodisches Lead an, bleibt aber im Midtempo. Absolut geile Nummer. Das geht unter die Haut. Natürlich gibt es danach wieder links und rechts eine Schelle ins Gesicht und man wiederholt den Spaß. Geil!

Gutes Album, auch wenn ich persönlich tatsächlich mehr erwartet habe. Aber Fans der Band können natürlich bedenkenlos zuschlagen.

Hier geht es für weitere Informationen zu Funebrarum  Beckoning The Void Of Eternal Silence in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Funebrarum – Beckoning The Void Of Eternal Silence
Fazit zu Beckoning The Void Of Eternal Silence
Lange musste man auf das dritte Werk der Amerikaner Funebrarum warten. Sie haben es immer noch drauf, können mich aber nicht ganz so überzeugen, wie auf den Vorgängeralben. Aber vielleicht waren die Erwartungen meinerseits auch sehr hoch. Trotzdem ist das Material sehr stark und intensiv und sie schaffen es immer wieder, die Spannung innerhalb der Songs aufrechtzuerhalten. Diese geilen, tiefen Vocals und blackig angehauchten Screams passen total zur musikalischen Gesamtausrichtung, welche old schoolischen Death Metal und Doom beinhaltet. Aber, so wie man es von ihnen gewohnt ist, holen sie natürlich auch immer den Knüppel aus dem Sack und liefern auch Blastbeat-Attacken, die vom Feinsten sind. Melodische Leads und orchestrale Hintergrundklänge erzeugen eine düstere Atmosphäre, welche von der dunklen Produktion kraftvoll in Szene gesetzt wird. Fans der Band können ohne Bedenken zuschlagen.

Anspieltipps: Beckoning The Void Of Eternal Silence und From Rotting Burial Shrouds
Michael E.
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