Alter Bridge – Alter Bridge

09.01.2026 - Alterative Rock, Hard Rock - Napalm Records - 60:13 Minuten

Alter Bridge haben sich in über zwei Jahrzehnten zu einer der beständigsten und respektiertesten Rockbands der Gegenwart entwickelt. Gegründet aus den Überresten von Creed, formierten sich die vier Amerikaner Myles Kennedy (Gesang), Mark Tremonti (Gitarre), Brian Marshall (Bass) und Scott Phillips (Schlagzeug) im Jahr 2004 und legten mit ihrem Debüt One Day Remains den Grundstein für eine Karriere, die stetig wächst. Bekannt geworden durch markante Riffs, melodische Gesänge und dynamische Gitarrenarbeit, balancieren sie seit jeher zwischen Hard Rock, modernem Metal und epischen Balladen. Nach sieben Alben voller Hits und persönlicher Höhepunkte folgt nun ihr selbstbetiteltes achtes Album Alter Bridge, ein Werk, das sowohl Bewährtes zelebriert als auch in neue kreative Territorien vordringt. Aufgenommen wurde das Album über zwei Monate lang in den legendären 5150 Studios in Kalifornien und Florida mit Produzent Michael “Elvis” Baskette.

Photo Credit: Chuck Brueckmann

Mit Alter Bridge präsentieren die Amerikaner ein kraftvolles, ausdrucksstarkes Werk, das wie ein Statement wirkt. Hier sind keine Experimente um ihrer selbst willen, sondern eine konzentrierte Weiterentwicklung einer bereits beeindruckenden Diskografie. Über eine Stunde lang kombinieren die zwölf Songs die typischen Stärken der Band. Monumentale Riffs, harmonische Melodien, Texturen aus Hard Rock und melodischem Metal werden mit frischer Energie und reiferer Songwriterkunst gemischt.

Der Opener Silent Divide schlägt gleich zu Beginn hohe Wellen. Der Track zeigt unmissverständlich, wo die Reise hingeht. Myles Kennedys Gesang führt den Song an, getragen von Mark Tremontis charakteristischer Gitarrenarbeit und einem rhythmischen Fundament, das sofort ins Blut übergeht.

Die folgenden Tracks entwickeln diese Energie weiter, ohne in Monotonie zu verfallen. Playing Aces etwa baut auf treibenden Drums und fröhlich-kraftvollen Riffs auf. Riffs die sich zu einem explosiven Refrain steigern, der sowohl Ohrwurm-Potenzial als auch Live-Wucht besitzt. Scales Are Falling wird durch klassisch inspirierte Clean-Gitarren und spannungsgeladene Picking-Passagen getragen, bevor hypnotische Harmonien und ein unvorhersehbarer Rhythmus den Song vorantreiben. Besonders bemerkenswert ist die stimmliche Dynamik zwischen Kennedy und Tremonti. Auf Trust In Me ergänzen sie sich perfekt. Myles übernimmt die Strophen, Mark setzt im Chorus kraftvolle Akzente. Diese Rollenverteilung wird auf Tested And Able umgedreht, ein Track mit einem der eindrucksvollsten Intros der Bandgeschichte, wie sie selbst darüber sagen. Ein Intro, das schwere und eingängige Riffs mit emotionaler Tiefe verbindet. Mit Hang By A Thread gelingt der Band zudem ein Stück, das an frühere Favoriten erinnert. Ein Track der melodisch und doch von einer rockigen Größe im Live-Kontext Großes verspricht. Den Höhepunkt und Abschluss des Albums bildet das fast neunminütige Slave To Master. Es ist der längste Song, den Alter Bridge je aufgenommen haben. Dieser epische Abschluss entfaltet sich in Kapiteln, von atmosphärisch getragenen Passagen bis hin zu wuchtigen Gitarrenexplosionen. Es ist ein würdiger Schlusspunkt eines Albums, das sowohl traditionell als auch visionär wirkt.

Alter Bridge ist weniger eine Rückkehr zu alten Mustern als eine Bestätigung ihrer musikalischen Identität. Sie wirken stark, emotional, technisch versiert und mit dem Mut, die eigenen Grenzen auszuloten. Das Album vermittelt, dass die Band nach über zwei Jahrzehnten noch lange nicht am Ende ihres kreativen Weges angekommen ist.

Neben den üblichen digitalen Formaten im Download und Stream ist das Album als CD im Digisleeve sowie auf Vinyl erschienen. Dem Sammler und Fan wird eine limitierte 2-LP-Gold-Edition im Napalm-eigenen Shop angeboten.

Hier geht es für weitere Informationen zu Alter BridgeAlter Bridge in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Alter Bridge – Alter Bridge
Fazit zu Alter Bridge
Alter Bridge ist ein selbstbewusstes, massives Rock-Statement einer Band, die ihre Stärken kennt und sie gekonnt weiterentwickelt – ein Album, das Veteranen und Neulinge gleichermaßen begeistern kann.

Anspieltipps: Silent Divide, Slave To Master und Playing Aces 
Norbert C.
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