Seit ihrer Gründung im Jahr 2011 durch Charly Gak und Dieter Schwarz hat die Band Dark Zodiak die Death-Thrash-Szene mit vielen Live-Gigs, einer EP und drei Alben erobert. Die aus Baden-Württemberg stammende Formation rund um die Eheleute Schwarz hat sich eine gute Fanbasis erspielt, da sie tief im Underground verwurzelt ist. 2024 haute man eine Single heraus und zog sich dann wieder zurück, um neues Material für das vierte Full Length zu produzieren. Wieder in Eigenregie haut man nun das Album Black Goddess heraus.
Langsam, melodisch, ein bisschen romantisierend und rockig klingt es zu Beginn vom Song Black Goddess, bis man dann die Gitarre sprechen lässt. Die Drums agieren langsam und ein flüsternder Gesang gesellt sich dazu. Ein guter, dramatischer Anfang. Dann wird es thrashig und die tiefen und kraftvollen Vocals setzen ein. Coole Idee, geiles Riff, und im schnellen Midtempo jagt man jetzt die Kühe von der Weide. Das Tempo variiert immer ein wenig, bis man dann wieder langsamer wird und den flüsternden Gesang noch einmal einsetzt. Ein etwas vertrackter Part bringt mich ein wenig raus, geht dann aber in ein cooles, melodisches Solo über und im Hintergrund erklingt fies und gemein Black Goddess. Der Song wird wieder schneller aufgebaut. Ein kleines Slayer-Riff dazu, und so schreitet man wieder, bis man dann im Uptempo drauflosballert. Also im old schooligen Bereich. Und dann ist auch auf einmal Feierabend. Guter Einstieg. Ein wirklich interessanter Song, der gute Laune verbreitet.
Das Album erzählt die Geschichte einer schwarzen Göttin, die lange Zeit in tiefster Dunkelheit und der Hölle gefangen war und mithilfe eines Wasserspeiers neue Lebenskraft erhält.
Das Thema Dunkelheit wird auch musikalisch umgesetzt. Im Vergleich zu den Vorgängeralben ist man schon etwas düsterer und dunkler unterwegs. Das Ganze klingt nach einer überlegten Aktion, und man fügt dem Ganzen ein wenig mehr emotionale Tiefe und epische Momente hinzu, ohne dabei zu vergessen, dass man eine Death-Thrash-Kapelle ist. Natürlich steht dieses im Vordergrund, gar keine Frage, wie man zum Beispiel kraft- und druckvoll am Song Lost hören kann. Das Ding groovt und ist extrem brachial. Die kraftvollen Vocals von Sängerin Simone gesellen sich natürlich szenekonform dazu, und so baut man ein aggressives Gesamtkonzept auf, auch wenn der Song mich nicht komplett umhaut. Er kriecht ein wenig vor sich hin, wird aber dann immer härter und härter. Dafür sorgt dann Drummer Dieter höchstpersönlich. Trotzdem kommt er irgendwie nicht so richtig bei mir an. Dieses bedeutet bei weitem nicht, dass er schlecht ist.
Guardian Of The Night nimmt mich allerdings von der ersten Sekunde an komplett mit. Das Teil strotzt nur so vor Energie, und auch der groovige Teil, der ein wenig vertrackt daherkommt, hat es in sich. Der Gesang wird zweifach vorgetragen, ehe man dann wieder Fahrt aufnimmt und einen guten Refrainpart bietet. Jo, klasse Song. Hier werden die songwriterischen Fähigkeiten der Band sehr gut spürbar. Dieser Stop-and-go-Part mit anschließendem Gitarrenpart und gesprochenen Wörtern ist düster und bedrohlich. So soll es sein. Der Part wird ausgebaut und heftiger und kehrt dann wieder zur Stop-and-go-Variante zurück und nimmt am Ende wieder Fahrt auf. Feines Thrash-Riff, welches hier die ganze Zeit geboten wird. Der schon zelebrierte Groove-Part darf am Ende auch noch einmal ran und fertig ist die Geschichte. Schönes Ding, kann man nicht anders sagen. Da können sich die letzten Haupthaare auf dem Kopf nicht beschweren und dürfen sich deswegen auch noch einmal bewegen.
So richtige schnelle Songs haben die Baden-Württemberger nicht, aber das erwartet ja auch keiner von ihnen. Aber keine Sorge, langsam ist das Ganze natürlich auch nicht. Auch die restlichen drei Songs Primal Force, Depth Of Darkness und Rising From The Ground sind eher im aggressiven Midtempo verhaftet worden, zeigen aber dafür ein schönes Händchen für gelungenes Songwriting und eben eine variable Mischung aus Death Metal und Thrash Metal. Gerade diese thrashigen Riffs mit Geballereinlage begeistern mich, aber die Mischung macht es eben. Primal Force mit dem thrashigen schnellen Part und der groovigen Death-Metal-Attacke und der speziellen Gesangseinlage schockt ohne Ende, unbedingt anchecken. Oder der Vorspieler mit Knattereinsatz bei Depth Of Darkness.
Klaro, kann man jetzt sagen, knappe dreißig Minuten sind zu wenig für ein ganzes Album, aber das sehe ich anders. Vader machen das auch schon immer so, und warum soll man ein Album unbedingt in die Länge ziehen, wenn man das entsprechende Material vielleicht nicht dafür hat? So hat man sechs fetzige Songs und fertig.
Hier geht es für weitere Informationen zu Dark Zodiak – Black Goddess in unserem Time For Metal Release-Kalender.



