Soulburn – Quantifying Cosmic Doom

12.06.2026 - Death Metal, Black Metal, Doom, Extreme Metal - Testimony Records - 61:13 Minuten

Das neueste Werk einer niederländischen Formation, die unmittelbar mit Asphyx in Verbindung steht, ist am 12.06.2026 über Testimony Records erschienen. Soulburn bringen mit Quantifying Cosmic Doom ihr fünftes Album auf den Markt. Testimony Records hat das Album als CD, Kassette sowie auf schwarzem Vinyl und als Splatter-Vinyl veröffentlicht.

Zwischen Tradition und Neuausrichtung

Soulburn und Asphyx sind seit jeher eng miteinander verflochten. Nach der ersten Auflösung von Asphyx gründeten ehemalige Mitglieder mit Soulburn ein neues kreatives Ventil, das sich über die Jahre mehrfach wandelte und schließlich 2014 unter dem bekannten Namen zurückkehrte. Wer die Historie beider Bands nachvollziehen möchte, braucht etwas Geduld, denn die Wege kreuzten sich immer wieder. Fest steht jedoch: Soulburn haben sich längst von der Rolle eines bloßen Ablegers emanzipiert und besitzen heute ein eigenes, unverwechselbares Profil. Eric Daniels ist dabei das letzte verbliebene Gründungsmitglied. Begleitet wird er von Remo Kreft (u. a. Graceless) an der Gitarre, Twan Van Geel (ex-Legion Of The Damned) am Bass und Gesang  und Marc Verhaar (Graceless).

Quantifying Cosmic Doom ist der Nachfolger des 2020 veröffentlichten Noa’s D’Ark. Während der Vorgänger noch stärker in klassischen Death-Metal-Gefilden verwurzelt war, schlagen Soulburn diesmal einen deutlich offeneren und mutigeren Weg ein. Gerade diese Entwicklung hat mich äußerst positiv überrascht. Statt auf Nummer sicher zu gehen, erweitert die Band ihren Sound konsequent und erschafft ein Album, das sich nicht auf eine einzige Stilrichtung festlegen lässt.

Kosmische Dunkelheit in elf Kapiteln

Bereits der Opener The Braveheart Of Nightmares macht deutlich, dass Soulburn neue Akzente setzen. Rasante, frostige Riffs treffen auf eindringliche Gesangslinien, die zwischen harschen Ausbrüchen und atmosphärischen Momenten wechseln. Der Song zeigt eindrucksvoll, wie selbstverständlich die Band mittlerweile Extreme Metal mit epischer Dramatik verbindet.

Die elf Stücke leben von ihrer enormen Dynamik. Morbide Härte, majestätische Melodien und dunkle Atmosphäre gehen dabei Hand in Hand. Das wuchtige Powehi, The Embellished Dark Source Of Unending Creation entfaltet eine fast bedrohliche Größe, während A Pyramid Absurd mit akustischen Akzenten und einer faszinierenden Tiefe überzeugt. Das außergewöhnliche M87 – What Hopes To Be Born? besticht mit seiner markanten Gesangsperformance und einer eigenwilligen Struktur und zählt für mich zu den spannendsten Momenten des Albums. Mit dem abschließenden An Innocuous Swathe Of Sky endet eine Reise, die über ihre gesamte Spielzeit hinweg fordert, überrascht und fasziniert.

Die neue Stärke von Soulburn

Besonders beeindruckend ist die Art und Weise, wie Soulburn Extreme Metal, Doom-Melancholie und düstere Black-Metal-Atmosphäre miteinander verschmelzen. Gewaltige Riffs treffen auf hymnische Melodien, ohne dass die Band ihre Wurzeln aus den Augen verliert. Die Songs wirken wie düstere Erzählungen, die sich langsam entfalten und den Hörer immer tiefer in ihre kosmische Vision hineinziehen. Dabei entsteht ein Sound, der stellenweise an die Größe und Erhabenheit der ganz großen Vertreter des atmosphärischen Extreme Metal erinnert, gleichzeitig aber jederzeit eigenständig bleibt. Die Produktion transportiert die Wucht und die emotionale Tiefe der Kompositionen hervorragend und verleiht dem Album zusätzlichen Nachdruck.

Hier! geht es für weitere Informationen zu Soulburn – Quantifying Cosmic Doom in unserem Time For Metal Release-Kalender

Soulburn – Quantifying Cosmic Doom
Fazit zu Quantifying Cosmic Doom
Mit Quantifying Cosmic Doom gelingt Soulburn aus meiner Sicht ein bemerkenswerter Schritt nach vorne. Die Niederländer verlassen vertraute Pfade, ohne ihre Identität aufzugeben, und erschaffen ein vielschichtiges Werk voller Atmosphäre, Intensität und musikalischer Visionen. Gerade die neue Ausrichtung hat mich sehr positiv überrascht und macht das Album für mich zu einem der interessantesten Extreme-Metal-Releases. Wer sich auf diese Reise zwischen Black Metal, Doom und dunkler Epik einlässt, wird mit einem außergewöhnlichen Hörerlebnis belohnt.

Anspieltipps: The Braveheart Of Nightmares, A Pyramid Absurd und M87 – What Hopes To Be Born?
Juergen S.
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