Bitterness – Hallowed Be The Game

06.02.2026 - Thrash Metal - G.U.C. - 43:46 Minuten

Wenn ich den Namen der Band Bitterness höre, denke ich sofort an das Magazin G.U.C. und auch an das gleichnamige Label. Diese Kombination gibt es schon ewig und es ist schön zu sehen, dass es in diesen Zeiten auch noch Sachen gibt, die sich nicht ändern. Bitterness stammen aus Baden-Württemberg und sind bereits seit 25 Jahren dabei. Vier der sieben Alben sind bei G.U.C. erschienen. Das letzte Album ist aber auch schon sechs Jahre her. Zeit also für neues Material und pünktlich zum 25-jährigen Bandjubiläum haut man Album Nummer acht namens Hallowed Be The Game heraus. Drummer Andreas und Sänger und Gitarrist Frank sind von Anfang an dabei und toben sich ansonsten noch bei der Power-Metal-Combo Stormhunter aus. Im Jahre 2023 stieß Basser Marcel dazu, dieser war aber auch schon von 2006 bis 2012 dabei. Man legt also Wert auf Kontinuität. Gute Sache.

Auf dem Album haben Bitterness zum ersten Mal Gäste am Start. So sind auf Hallowed Be The Game Michael Goldschmidt mit zwei Gitarrensoli und Gerre von Tankard mit Vocals zu hören. So viel schon einmal vorweg. Zudem hat sich der melodische Death-Metal-Anteil ein wenig hinten angestellt. Hallowed Be The Game wurde in den Iguana Studios in Freiburg von Christoph Brandes aufgenommen, gemischt und gemastert. Das Cover-Artwork stammt von Andrei Bouzikov.

Im Vordergrund steht somit der gute, alte Thrash Metal und dies hört man gleich beim Opener WWH8. Die Gitarre spielt eine Art Stop and Go und die Drums dreschen durch. Schönes Riffing und schön einmal ein Einstieg, den man sich von einer Thrash-Metal-Band wünscht. Wütend und heavy. Weiter geht’s im Midtempo, aber man bleibt immer druckvoll und aggressiv. Die Sozialisierung der Member in den Achtzigern ist von der ersten Sekunde deutlich hör- und spürbar. Die teutonische Herkunft kann man auch nicht wirklich leugnen. Das Tempo wird noch ein wenig heruntergeschraubt und dann variiert, indem man am Ende des Parts auch wieder anzieht. Schönes Ding, man bekommt, was man erwartet. Eine schöne straighte Nummer mit heavigem Riffing. Der Refrainpart geht gut ins Ohr. Nach 150 Sekunden erklingt ein UUHH und man groovt druckvoll herum. Alles richtig gemacht. Dabei bleibt man immer powervoll. Wie eine Sirene heult es dann auf und man spielt ein kleines, melodisches Solo und wechselt dann wieder in den Midtempo-Groove mit Tempoverschärfung. Geht absolut gut ins Ohr. Klaro, hört man hier nichts Neues, aber das erwarte ich definitiv auch nicht. Ich will nur Spaß an der Musik haben, und diesen bereitet mir der Opener absolut.

Interessante Songtitel

Bei Amok : Koma (interessanter Name für einen Song) lässt man es zu Beginn etwas ruhiger und chilliger angehen. Dieses ist aber nur auf das Tempo bezogen, denn selbst wenn sie im langsamen Bereich agieren, erzeugen sie noch genügend Energie. Mit einem geilen, aber eher simplen und recht langen Riff leitet man das Geschehen ein, bis dann die Gitarre anfängt, die Drums sich dazugesellen und man dann gemeinsam die Missstände dieser Welt angeht. Im erhöhten Midtempo gibt man ordentlich Gummi, variiert mit dem Tempo und dem Rhythmus und baut einen bösartigen Refrainpart ein. Des Öfteren kann man Amok : Koma mitschreien, allerdings in verschiedenen Varianten. Interessant. Der Refrain ist auch der Hauptbestandteil des Songs, bis man dann die Melodie dazuholt. Hier hört man doch wieder die Liebe zum melodischen Death Metal. Ohne diesen Part wäre der Song ein wenig an mir vorbeigezogen, aber nun ist es ein ganz anderes, fettes Teil. Okay, da der schwedische melodische Death Metal ja von Bands wie Kreator beeinflusst wurde, passt das Ganze ja auch ganz gut. Man holt dann noch einmal den Refrainpart heraus und fertig ist die Geschichte.

Hypochristian ist im Midtempo angesiedelt, schockt vom Riffing her, aber zieht irgendwie an mir vorbei.

Wie schon erwähnt, singt ja Gerre auf diesem Album mit und der Herr Goldschmidt (früher bei Blackend) hat zwei Soli bei diesem Album beigesteuert. Ein Solo und eben den Gastgesang von Gerre gibt es bei dem Song High Sobriety. Eine reine Thrash-Metal-Nummer mit melodischer Gitarrenarbeit, die mich dann, zusammen mit dem Gesang, an meine Kumpels von Darkness erinnert. Argh, das ist ein geiles Teil, welches absolut ins Ohr geht. Man agiert schon straight forward und gerade dieser heavige Refrainpart mit doppeltem Gesang ist eine Klasse für sich. Das Tempo wird dann herausgenommen und ein fetter Groove erklingt. Da wird man wohl in der ersten Reihe stehen müssen und das Haupthaar im Takt schütteln. Das verspielte Solo folgt dann und der Bursche ist natürlich ein Meister seines Fachs und weiter geht es mit dem kongenialen Refrainpart. Ja, geil, das haut rein. Und immer weiter und weiter dreschen. Und dann ist aus. Lecker.

Das zweite Solo von Michael ist dann bei Win-Windustry zu hören. Auch so eine Nummer, die mit einem geilen Songtitel um die Ecke kommt, straight forward abgeht und mit einem Midtempo-Refrainpart mit doppeltem Gesang aufwartet. Schönes Ding, auch wenn die Riffs einen dann schon mehr als bekannt vorkommen. Egal. Läuft.

Achtziger Thrash ohne Kompromisse

Hallowed Be The Game zeigt die Band dann wieder von ihrer melodischen Seite. Dieser Anfang hat ein kleines bisschen Gänsehaut bei mir erzeugt und hätte meines Erachtens noch ein wenig länger sein können, aber auch der Rest des Songs ist absolut lecker. Die Gitarre spielt wieder nach dem Anfang vor und dann setzt man  das Ganze dreschig in Szene und treibt die Sau durch die Dörfer von Baden-Württemberg und wechselt vom Uptempo ins Midtempo und liefert wieder wie gewohnt einen geilen Refrainpart. Dann wieder Fahrt aufnehmen, mit absolut fettem Riffing. Ja, das Ding hat Energie, hier sind die Achtziger wieder am Kochen. Diese kleine melodische Leadeinlage klingt interessant und macht den Refrainpart eben sehr interessant, zumal man innerhalb des Parts variiert.

Für die musikalischen Romantiker unter euch gibt es noch ein fast achtminütiges Instrumentalstück namens Magnum Innominandum, inklusive cleanem Gitarrenpart. Recht melodisch und atmosphärisch.

Betrachtet man nur den Anfang des Jahres, muss man wohl sagen, dass 2026 für Thrasher ein geiles Jahr werden wird. Kreator, Megadeath, Total Annihilation, Teutonic Slaughter und nun auch noch Bitterness. Top!

Hier geht es für weitere Informationen zu BitternessHallowed Be The Game in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Bitterness – Hallowed Be The Game
Fazit zu Hallowed Be The Game
Die Baden-Württemberger Bitterness hauen zum 25-jährigen Bandjubiläum ein neues Album heraus und bleiben sich und der Fanbase treu. Schon immer haben sie Thrash Metal mit melodischem Death Metal kombiniert, und auch auf ihrem achten Album ist dies der Fall, obwohl der thrashige Anteil noch mehr im Vordergrund steht. So bekommt man acht straighte und spielerisch anspruchsvolle Nummern um den Latz geknallt. Zusätzlich gibt es noch ein langes Instrumentalstück. Zur Belohnung hat man sich einen Jugendtraum erfüllt und der gute Gerre von Tankard hat bei einem Song mitgesungen. Ansonsten gibt es eben Achtziger-Thrash-Metal, der immer noch wütend auf die Gesellschaft und auf die Religion ist. Macht Laune!

Anspieltipps: WWH8 und High Sobriety
Michael E.
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