Wenn eine EP – in diesem Fall 0 – The Genesis – bereits Staub aufwirbelt, dann sollte die erste LP nicht zu lange auf sich warten lassen. Crimson Coven lassen sich nicht zweimal bitten und legen circa ein Jahr später I – The Forge auf den Tisch. Spötter werden unken: Hier geht eine Band mit Kalkül vor, das lässt sich an der Nummerierung erkennen. Dazu sind die musizierenden Menschen hinter Crimson Coven noch immer unbekannt. Die Möglichkeit, dass hier schwarze Schafe unterwegs sind, ist denkbar und lässt sich aktuell nicht auflösen.
„In dubio pro reo“ gilt aber auch für Crimson Coven. Falls die Truppe irgendwann vorhat, die Bühnen der Welt zu erklimmen, wird sich die Identität zwangsläufig offenlegen. Den Deal mit Cruz Del Sur Music dürften ebenfalls keine Geister eingefädelt haben und das Label genießt einen hervorragenden Ruf. Eine gute Dreiviertelstunde Musik hat uns die unbekannte Band kredenzt. Es geht erneut düster und episch zur Sache.
Die Identität von Crimson Coven bleibt auch auf I – The Forge im Dunkeln
Die Bandhymne nach dem Intro? Crimson Coven hat alles, was ein Schlachtenepos benötigt. Teilweise erinnern das Riffing und der Gesang an zum Beispiel Triumpher, die auf ihrem bockstarken Werk Piercing The Heart Of The World Manowar und Bathory kreuzen. Crimson Coven nehmen dazu noch Mercyful Fate und Candlemass. Das Gebräu ist ein Stück doomiger als zum Beispiel Triumpher.
Sacrament Of Shame rührt im Mercyful-Fate-Topf, nur ohne Falsettgesang und mit einer Prise Doom anstatt Heavy Metal. Die Düsternis bekommen die Protagonisten über die gut fünfminütige Laufzeit stark fixiert, bleiben aber trotzdem jederzeit eingängig und melodiös.
Ob mehr als sechs Minuten The Birth Of The Serpent, der Banger Lockheed Electra oder Children Of The Same Sun: Stampfend, doomig, intensiv und auch mal kauzig pflügen Crimson Coven durch die Gruft, ohne den Fokus auf Melodie und den roten Faden zu verlieren, sodass die Headbanger-Meute fesselnd vor den Boxen lauert.
Zum Ende der Platte holen die Protagonisten nochmals aus. Der Stampfer Cold Dawn Arrives dürfte Fans von epischem Doom munden, bevor der Langläufer der Platte mit mehr als sieben Minuten an den Start geht. Unleash The Kraken legt das Pendel zum Epic Metal und Crimson Coven liefern eine Melodie, von der Manowar heute träumen. Mit einem Eric Adams am Mikro würde sich das Ding auch gut auf einer Manowar-Platte aus den 80ern machen.
Hier geht es für weitere Informationen zu Crimson Coven – I – The Forge in unserem Time For Metal Release-Kalender.



