Dymytry Paradox – Born From Chaos

16.01.2026 - Modern Metal / Rock - Reaper Entertainment - 36:36 Minuten

Mit Born From Chaos veröffentlichen Dymytry Paradox ihr inzwischen drittes englischsprachiges Album. Die tschechische Band, bis zum internationalen Durchbruch als Dymytry geführt, will sich damit weiter international manifestieren. Ihr Modern Metal hat bereits in der Heimat für bejubelte Auftritte gesorgt, und mit dem Einstieg des englischsprachigen Sängers Al Paradox konnte sie in der Vergangenheit auch außerhalb ihres Heimatlandes für Begeisterung sorgen. Das liegt nicht nur an ihrer eigenwilligen, maskierten Bühnenpräsenz, die gerade bei Fotografen für gute Motive sorgt, auch musikalisch haben sie einiges zu bieten.

Mit Reaper Entertainment haben sie einen starken Partner gefunden, der dem Album Born From Chaos auch in Europa den Weg ebnen soll. Ich habe sie auf dem Metal Hammer Paradise gesehen und konnte mich von den Live-Qualitäten bereits überzeugen. Nun liegt mir das Album schon ein paar Tage länger vor, und nach den ersten Hörsessions folgt meine Einschätzung.

Die ersten Songs

Zunächst fällt mir bei den Tracks wie dem Opener Red Sky Remains oder dem folgenden War Beneath My Skin die Nähe zum Nu Metal der Neunziger auf. Ausdrucksstarker Gesang mit einer ordentlichen Instrumentierung im Hintergrund, ohne auf irgendwelche Neuerungen oder progressive Elemente zurückzugreifen. Das passt, auch wenn der eine oder andere Industrial-Moment für Anleihen bei anderen Genres sorgt. Die Soundleinwand ist gefüllt und roh, bisweilen unterbrochen von melodiösen Einschüben, und lässt erahnen, wohin es gehen soll. Mit dem Titeltrack geht es weiter und die ersten Eindrücke verfestigen sich. Bisher bleibt bei mir allerdings nichts wirklich hängen. Es hört sich gut an, aber zwingende Melodien oder Parts bleiben aus. Nichtsdestotrotz gut gemacht. Stimmig.

Weitere Eindrücke festigen die ersten Einschätzungen

Wie in den ersten Songs bereits angeklungen, verfestigen sich die Eindrücke. Gut gemachter Nu Metal mit Psy-Core-Einflüssen und Anleihen im Industrial oder auch einfach nur groovigem Metal. Reignite Me fällt etwas aus dem Gefüge heraus. Eine Midtempo-Nummer, die Geschwindigkeit und Rohheit herausnimmt und eine etwas veränderte Richtung einschlägt. Der Gesang ist gefühlvoller und nicht nur herausgehauen, was für ein angenehmes Hörerlebnis sorgt. Über das Album und die Inhalte sagt Sänger Al: „Es geht um Wiedergeburt, um Widerstandsfähigkeit und Selbstermächtigung. Aus all dem Lärm und der Zerstörung kann etwas Neues entstehen, das stärker und klarer ist als alles, was zuvor kam – wenn wir es wollen. In dieser Ära geht es darum, dieses Chaos anzunehmen, es zu formen und in eine neue Identität zu verwandeln. Wir überleben dieses Chaos nicht nur, wir nutzen es als Treibstoff. Es ist der Beginn unseres eigenen Universums.“

Davon handeln auch die Texte. In den neun Tracks, die auf eine Spielzeit von knapp 40 Minuten kommen, geht es um innere Unruhe, globale Themen und das daraus entstehende Chaos. In den weiteren Tracks wie Empire Of The Fallen, Overmind oder dem abschließenden Grave With No Name wird der eingeschlagene Weg konsequent weitergegangen. Die oftmals durch die fetten Riffs der beiden Gitarristen Dymo und Gorgi getriebenen Songs lassen aufhorchen, ohne jedoch in bleibender Erinnerung zu bleiben. Live noch eine Spur härter und natürlich durch die Performance eine ganz andere Hausnummer, funktioniert das deutlich besser.

Hier geht es für weitere Informationen zu Dymytry Paradox – Born From Chaos in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Dymytry Paradox – Born From Chaos
Fazit zu Born From Chaos
Mit ihrer neuen Ausrichtung haben Dymytry Paradox alles in der Hand, um international durchzustarten. Ihr roher, oftmals im Nu Metal angelehnter moderner Heavy Metal greift tief in die Neunzigerjahre-Kiste, ohne dabei zu kopieren. Was fehlt, sind eingängigere Melodien oder echte Highlights, die dem Album eine besondere Note verleihen. Mir persönlich fehlt etwas mehr Eigenständigkeit, die sich live allerdings anders darstellt, da hier die Performance für ein starkes Erlebnis sorgt. Musikalisch gibt es deshalb von mir die erreichte Punktzahl.

Anspieltipps: Red Sky Remains und Reignite Me
Kay L.
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