Festivalname: Field Invasion Festival 2026
Bands: Colors Of Autumn, Unhallowed Deliverance, Goldsmith, Stesy, Premiere Jester, King Nugget Gang, Backstabbed, Noctune, Virocracy, Unhinged, Evil Excess, Gone., Snow White Blood, Abandoned In Destiny, Never Back Down, Artemis Rising
Ort: Urbach / Westerwald
Datum: 09.07.2026 – 11.07.2027
Kosten: 62 € Wochenendticket, 28 € (Donnerstag & Freitag), 35 € Samstag
Genre: Metalcore, Deathcore, Deathmetal
Besucher: ca. 600 Besucher
Veranstalter: Bartels, Stein, Winter GbR
Link: https://field-invasion-festival.de/

Bei strahlend blauem Himmel und sommerlichen Temperaturen tuckere ich ca. eine Stunde über Landstraßen in den Westerwald, nach Urbach zum Field Invasion Festival. Leider kann ich nur den Samstag, aber wie Instagram verrät, ist donnerstags zum Warm-up und freitags mit den ersten Bands schon ordentlich gefeiert worden. Wenn man nicht, wie ich, in einem anderen kleinen Dorf auf dem Land wohnt, lässt sich Urbach eigentlich ganz gut über die Autobahn erreichen und hat nur wenige Kilometer Landstraße in schönster Landschaft vor sich. Neuwied oder Montabaur sind in nur knapp 20 Minuten erreichbar. Parkplätze sind auch nur wenige Gehminuten vom Festivalground verfügbar, und bei der Anfahrt sieht man schon die ersten Zelte und auch einen Blick aufs Infield. Eine wirklich schöne Location.

Den Beginn machen um 13:00 Uhr die Koblenzer Noctune. Das Quartett hat sich kürzlich an Bass und Drums umbesetzt, doch wenn man das nicht verfolgt hat, fällt das nicht auf. Die Koblenzer wirken wie ein eingespieltes Team und trotzen 45 Minuten lang der steigenden Hitze und ziehen die Leute mit ihrem Alternative Rock mit leichtem Metalcore-/Emo-Einschlag vor die Bühne. Starker Auftakt.

Weiter geht es mit dem Stuttgarter Sextett von Virocracy. Die Band um Frontfrau Anika spielt eine Mischung aus Progressive Death- und Thrashmetal und sorgt mit drei Gitarristen für brutale Riffs, die von den Fans vor der Bühne in wilde Moshpits umgewandelt werden. Wie auch schon Noctune zuvor, fordert Virocracy immer wieder auf, genügend zu trinken. Die Temperaturen haben die 30 Grad mittlerweile überschritten. Trotzdem kein Grund für die sechs Stuttgarter, runterzufahren oder Härte rauszunehmen: Die Band gibt leidenschaftlich Vollgas und hat sichtlich Spaß auf der Bühne.
Wer Abkühlung braucht und seine Schwimmklamotten hat, kann übrigens auch entweder ins nahegelegene Freibad oder in den auf dem Festivalgelände platzierten Badezuber reinspringen und sich abkühlen. Oder im überdachten „Hangar“, einem großen Zelt, das an einen Minihangar erinnert, etwas Schatten suchen. Derweil betritt die Koblenzer Deathcore-Band Unhinged die Bühne. Kleine Anekdote am Rande: Unhinged war die erste Band, die ich vor dreieinhalb Jahren, als ich mit dem Fotografieren anfing, vor der Kamera hatte. Frontmann Mirco überzeugt wieder einmal und zeigt, warum er einer der besten Deathcore-Vocalisten im Koblenzer Raum ist und auch durchaus ein beliebter Gastvocalist bei anderen Bands ist, mehr dazu später. Auch hier merkt man die kürzliche Neubesetzung an Bass und Schlagzeug nicht. Das Quartett verlangt den schwitzenden Fans alles ab und wird auch mit wilden Pits und Jubel belohnt. Fotograf und Left-Betrayed-Bassist Max gibt einen kurzen Gastauftritt an den Vocals, sehr starke Vorstellung.

Thrashiger wird es dann mit Evil Excess, ebenfalls aus dem Koblenzer Raum. Gewürzt mit leichtem Speed- und Black-Metal-Einfluss und schöner Gesichtsakrobatik, ist nicht nur die Sonne auf Höchsttemperatur. Bands und Fans geben alles und Evil Excess haben sichtlich Spaß auf der Bühne. Obwohl das Quintett sich „erst“ 2022 zusammengefunden hat, hat es schon eine ganz ordentliche Livekarriere vorzuweisen und wirkt wie extrem erfahrene Bühnenprofis und animiert die Fans ohne Mühe zum Headbangen und Moshen.

Etwas ruhiger wird es dann mit Gone.. Das Quartett bringt einen Mix aus Modern Metalcore und Post Hardcore auf die Bühne. Catchy Refrains wechseln sich mit fetten Breakdowns ab. Im Vergleich zu den vorherigen Bands etwas ruhiger, aber trotzdem noch sehr gute Musik zum Feiern und Durchdrehen. Erst eine Woche zuvor veröffentlichten Gone. ihre aktuelle Single Misery und natürlich fehlt diese nicht in der Setlist. Man kann nur vermuten, dass wir von Gone. in der Zukunft noch einiges hören werden.

Symphonic Metal gibt es nun von Snow White Blood. Tags zuvor noch auf dem RV Bang, liefern Snow White Blood eine starke Performance ab. Vor allem Sängerin Sarah beeindruckt mit ihrer Stimme, Erinnerungen an frühe Nightwish-Zeiten lassen sich da nicht vermeiden. Die Band existiert seit 13 Jahren und hat kein bisschen an Leidenschaft für die Musik verloren. Die Instrumentalisten headbangen, was das Zeug hält, Sängerin Sarah liefert eine grandiose Gesangsperformance ab. Auch Snow White Blood rufen immer wieder dazu auf, bei dem Wetter ausreichend zu trinken, und nicht nur Bier.

Bevor Abandoned In Destiny die Bühne betreten, gibt es von Alicia und Peter (Sänger von Bloodspot) noch ein kleines Extra für die nächsten Umbaupausen. Ein Quiz im „Hangar“, wo Peter und Alicia Songtexte auf Deutsch übersetzen und die Fans raten können, welchen Song sie übersetzt haben, mit viel Witz und Charme vorgetragen, ist dies ein schöner Zeitvertreib für die Umbaupausen.
Die Temperaturen gehen auch langsam runter und Abandoned In Destiny aus Braunschweig starten in ihr Set. Spätestens mit ihrem 30-Seconds-To-Mars-Cover von The Kill untermauern sie ihren Alternative-/Emo-Rock-Stil. Nicht ganz mein persönlicher Geschmack, aber das Trio liefert ab und kommt bei den Fans gut an. Das Trio macht gute Stimmung – mit zehn Jahren Banderfahrung und Auftritten mit Bands wie From Fall To Spring ist man definitiv nicht unerfahren.

So langsam schwindet die Sonne am Horizont, genau richtig, damit Never Back Down kompromisslos Vollgas geben können. Die Mischung aus Hard- und Metalcore schlägt mit voller Breitseite ein, und falls jemand müde ist, ist er es jetzt definitiv nicht mehr. Wie der Name der fünf vermuten lässt, gibt es hier kein Zurück, nur nach vorne. Ein Herz für Fotograf*innen haben Never Back Down aber eher nicht, bevorzugt wird dunkles Licht, was aber natürlich extrem gut zur Musik passt. Der Crowd vor der Bühne ist es auch egal, hier starten jetzt die wildesten Moshpits des Tages. Never Back Down liefern 45 Minuten positive Eskalation, das ist schon fast ein headlinerwürdiges Set. Aber eine Band steht noch aus.

Zum großen Finale sind dann Artemis Rising an der Reihe. Die deutsch-amerikanische Band hat definitiv ihren eigenen Sound, der harten Techno mit brachialem Metal mischt. Sie selbst nennen es EDM, aber als Electronic Dance Metal. Vocalist Daniel ist aus den USA, der Rest der Band aus Deutschland. Sie kombinieren amerikanische und deutsche Soundeinflüsse aus Electronic/Techno und hartem Deathcore/Technical Deathmetal zu einem völlig eigenen Sound, der oft überrascht, wenn man nicht mit der Band vertraut ist, aber auch direkt zum Feiern einlädt. Artemis Rising schaffen es tatsächlich, noch eine Schippe nach Never Back Down draufzulegen und somit einen würdigen musikalischen Abschluss für den Abend hinzulegen. Vor allem bei ihrem Cover von Freestyler komme ich mir dann auch noch mal wie ein kleiner Teenager vor.

Das Field Invasion ist ein wirklich gut organisiertes und mit Liebe gestaltetes Festival, mit sehr fairen Preisen und einem gut gemischten Line-Up. Ich war letztes Jahr schon einmal ein paar Stunden mit meinen Freunden von Leyka hier und fand es schon gut. Dieses Jahr hatte ich dann die Gelegenheit, mir einen kompletten Tag anzusehen, und ich denke, dass das Field Invasion durchaus regelmäßig in meiner Jahresplanung auftauchen wird. Besonders hervorheben möchte ich die durchweg gute Stimmung von allen Anwesenden. Egal ob Fans, Bands oder vor allem Helfer*innen, jeder hatte stets ein freundliches Wort, und zumindest ich hab zu keinem Zeitpunkt mitbekommen, dass es irgendwo Reibereien gab. Eine klare Empfehlung.







































































































































