Event: Double Album Release Night
Bands: Boneshaker, Night Laser, Hardbone
Datum: 19.09.2026
Genres: Hard Rock, Glam Metal
Ort: Markthalle, Hamburg
Kosten: 29,95 € (Vorverkauf)
Setlisten:
- Whiskey And Rye
- Shut Your Mouth (Bier-Jam)
- Dirty Devil
- High Voltage (mit Hardbone)
- Lone Highway
- Long Time Ago
- S.T.F.U.
- Bittersweet Dreams (Guns N‘ Roses)
- Way To The Thrill
- Make You Mine
- Chaos Crew
- Don’t Call Me Hero
- Laserhead
- Heart Of The Desert Rose
- Defenders
- Rats In The Cradle
- Fiddler On The Roof
- 19CR490
- Blueberry Gin
- Laser Train
- Unstoppable
- Evil
- Bang Goes The Money
- Sound Of The City
- Hole In My Heart
- One Night Stand
- You Made Me Do It
- No Man’s Land
- Fat Cat
- Back In The Day
- Bad
- One Night Away
- Big Dog
- Wild Nights
- This Is RNR
- 42TF
- Girls & Gasoline
Wenn Hardbone zum Album-Release laden, ist eigentlich klar, wohin die Reise geht: laute Gitarren, dreckiger Hard Rock und jede Menge Rock ’n‘ Roll. Heute bekommt die Markthalle Hamburg genau das geboten. Unter dem Motto Double Album Release Night stehen neben den Gastgebern auch Night Laser und Boneshaker auf dem Programm. Zwei neue Alben bilden den Anlass für einen Abend, der ganz im Zeichen der Hamburger Rockszene steht.
Boneshaker – Jung, wild und mit jeder Menge Feuer
Bei Boneshaker stehen vier junge Kerle auf der Bühne, die zusammen kaum 120 Jahre auf die Waage bringen. Was ihnen vielleicht noch an Lebensjahren fehlt, machen sie mit Elan, Spielfreude und einer gehörigen Portion Energie mehr als wett. Die Jungs aus Giddendorf in Ostholstein sind ein echter Nachwuchstipp. Hier wird nicht lange gefackelt, sondern mit sichtbarem Spaß drauflosgerockt.

Sechs Songs stehen auf dem Programm. Whiskey And Rye eröffnet den Auftritt, gefolgt von Shut Your Mouth, das mit einem Bier-Jam eine besondere Einlage bekommt.
Der Höhepunkt kommt allerdings noch: Bei High Voltage von AC/DC stehen plötzlich der Sänger und der Gitarrist von Hardbone mit auf der Bühne. Eine Überraschung, die den Laden noch einmal richtig aufmischt. Gemeinsam wird der Klassiker zelebriert, und für die jungen Musiker dürfte dieser Moment ohnehin etwas Besonderes sein.
Mit Lone Highway und Long Time Ago endet der Auftritt. Doch die Geschichte von Boneshaker ist damit noch nicht vorbei. Später stehen die vier Jungs selbst im Publikum und feiern ihre musikalischen Helden Hardbone. Eben noch auf der Bühne, jetzt mittendrin vor der Bühne – als Fans, die ihren Idolen zujubeln.
Night Laser – Glam-Attitüde und große Gesten
Auch für Night Laser ist es ein besonderer Abend: Heute soll das neue Album Rats In The Cradle präsentiert werden. Leider verzögert sich die Fertigstellung, sodass die Veröffentlichung erst am 25. September erfolgt. Nichtsdestotrotz lassen es sich die Hamburger nicht nehmen, das neue Material bereits live vorzustellen.

Als die Band 19:40 Uhr die Bühne entert, ist von Enttäuschung darüber nichts zu spüren. Sie legt mit S.T.F.U. gleich ordentlich los. Es folgen Bittersweet Dreams, Way To The Thrill, Make You Mine und Chaos Crew. Musikalisch bringen ihre ganz spezielle Mischung aus Hard Rock, 80er-Jahre-Metal und Sleaze in die Markthalle. Mit Rats In The Cradle, 19CR490, Blueberry Gin und Laser Train gibt es reichlich neues Material zu hören, das vom Publikum adäquat bejubelt wird.
Optisch setzen Night Laser auf Glam-Attitüde und große Gesten. Sänger Benno Hankers stolziert über die Bühne, bisweilen wirkt das fast wie eine bewusst inszenierte Pose. Als später auch noch Blut gespuckt wird, frage ich mich allerdings, ob das wirklich zum Auftritt passt. Für mich wirkt dieser Effekt eher aufgesetzt als überzeugend. Musikalisch ist die Band durchaus abwechslungsreich unterwegs, optisch und in der Bühnenshow trifft sie an diesem Abend aber nicht durchgehend meinen Geschmack.
Hardbone – Release-Party voller Emotionen, Energie und Rock ’n‘ Roll
Um 21:30 Uhr gehört die Markthalle endgültig Hardbone. Es ist ihre Party, ihr Album-Release und ihr Publikum. Die Spannung ist groß: Wie wird das Publikum das neue Album annehmen? Unser Review (hier) ist da ziemlich eindeutig. Aber werden die neuen Songs auch live funktionieren?

Man spürt jedenfalls ab dem ersten Akkord, wie lange die Jungs auf diesen Moment gewartet haben. Nach fast sechs Jahren erscheint Hardbeat … endlich! Und das Publikum scheint den neuen Stoff sehnlichst erwartet zu haben. Die Stimmung ist sofort da, die Begeisterung groß. Zwischen Band und Fans entwickelt sich eine enge, fast familiäre Interaktion. Hier wird nicht einfach ein Konzert gespielt – hier feiern Musiker und Publikum gemeinsam.
Die Band kostet diesen Abend sichtlich aus. Tim Dammann am Gesang, Sebastian Kranke und Luca Rosnau an den Gitarren, Tim Schwarz am Bass und Benjamin Ulrich am Schlagzeug geben alles. Hochemotional, voller Energie und mit einer Spielfreude, die sich unmittelbar auf die Fans überträgt.
Besonders Sänger Tim zeigt immer wieder, wie viel ihm die Reaktionen bedeuten. Immer wieder klopft er sich mit der Hand auf die Brust – eine kleine, aber sehr deutliche Geste der Dankbarkeit. Man nimmt ihm ab, dass ihn dieser Empfang bewegt.
Die Setlist bietet mit Unstoppable, Evil, Bang Goes The Money, Sound Of The City und Hole In My Heart einen kräftigen Einstieg. One Night Stand, You Made Me Do It, No Man’s Land und Fat Cat halten die Energie hoch. Kurz nach 22 Uhr gibt es dann einen unerwarteten Zwischenfall: Die Snare Drum wird bei vollem Einsatz zerstört, eine kleine technische Pause ist unvermeidlich. Für andere Bands eine Katastrophe. Für Hardbone die Chance für einen Plausch. Tim überbrückt die Unterbrechung ausgesprochen charmant – statt eines Stimmungsbruchs gibt es Zurufe, Lachen und eine Menge Vorfreude auf die Fortsetzung. Die kommt und es geht mit Vollgas weiter. Back In The Day, Bad und One Night Away lassen das Publikum ordentlich schwitzen. Bei Big Dog mit seinem markanten Bass und schweren Groove erreicht der Auftritt gefühlt den absoluten Siedepunkt. Aber die Band kann noch nachlegen und drückt mit dem bislang reichweitenstärksten Song This Is RNR das Gaspedal tief in die Bodenplatte. 42TF und Girls & Gasoline runden den Gig fulminant ab.
Das neue Album besteht die Feuerprobe in der bestens gefüllten Markthalle damit bravourös. Mir war schon seit der Pre-Listening-Session (hier nachzulesen) im Mai klar, dass die neuen Songs ihre wahre Power live entfalten würden. Und so endet der Abend eigentlich wie erwartet. Mit einer glücklichen, dauergrinsenden Band und beseelten Fans, die auch lang nach dem letzten Ton beim Bier gemeinsam über einen rundum gelungenen Abend diskutieren. Und vielleicht schon die Tour, die Hardbone im Frühjahr 2027 mit The New Roses quer durch die Republik führen wird https://hardbone.net/live/.

















